09.01.2026 - BTH Heimtex

Prognose: Mehr Neubau als Renovierung

Trendwende in der Bauwirtschaft: In den nächsten drei Jahren wird in ganz Westeuropa der Neubau stärker wachsen als die Renovierung. Davon geht das Marktforschungsinstitut B+L Markdaten aus. Diese Einschätzung, die im Gegensatz zur häufig betonten Stärke der Renovierungsmärkte steht, basiert auf aktuellen Indikatoren wie steigende Baugenehmigungen und stabile Finanzierungskosten, die den Neubau begünstigen. Die Investitionsbereitschaft in Renovierungen bleibt dagegen verhalten.

ln Deutschland zeigt sich derzeit eine stabile Aufwärtsbewegung bei den Baugenehmigungen im Wohnungsbau: Von Januar bis Oktober 2025 wurden rund 160.000 Wohnungen im Neubau (inkl. Bestand 195.400) genehmigt - ein Plus von 14 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) prognostiziert für 2026 ein reales Umsatzplus von 2,5 %. Im Nichtwohnbau stützt sich die Stabilität 2026 noch auf verzögerte Projekte aus den Boomjahren 2022 und 2023. Ab 2027 jedoch droht ein breiter Rückgang, da die Projektpipeline dann erschöpft ist und neue Genehmigungen ausbleiben.

ln der Schweiz entwickelt sich die Bauwirtschaft erneut stabiler als in den Nachbarländern, getragen von kontinuierlichen Investitionen und moderatem Wachstum. ln Österreich scheint der Tiefpunkt erreicht: Erste Indikatoren signalisieren nicht nur einen leichten Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch der Bautätigkeit, mit einer erwarteten Beschleunigung ab 2026.
Prognose: Mehr Neubau als Renovierung
Foto/Grafik: Adobe Stock
In den nächsten drei Jahren wird in ganz Westeuropa der Neubau stärker wachsen als die Renovierung.