Stellermann Fußböden GmbH - Vorbildliche Nachfolgeregelung 2022
Stellermann Fußböden, Vreden

Stellermann Fußböden, Vreden

Nicht das einfachste Jahr
für eine Firmenübernahme


Die Weichen für den Generationswechsel wurden früh gestellt: 16 Jahre führte Herrmann Stellermann seinen Fußboden-Fachbetrieb in Vreden zusammen mit seinem Sohn Uwe Stellermann, bevor er den Staffelstab am 1. Januar 2021 endgültig an den erfahrenen Nachfolger übergab. Die Jury zeichnet den erfolgreichen Generationswechsel mit dem Parkett Star aus.

Das 1963 gegründete Familienunternehmen Stellermann Fußböden hat sich als verlässlicher Handwerkspartner mit einem Full Service-Angebot rund um das Arbeitsfeld Bodenbeläge im westlichen Münsterland einen Namen gemacht. Den Großteil seines Umsatzes bestreitet der Fachbetrieb mit 20 Mitarbeitern aus bestehenden Geschäftsbeziehungen – zur Hälfte sind es Privatkunden, zur anderen Hälfte Gewerbetreibende, die Estriche, Parkett, Design- und Korkbeläge oder auch Beschichtungen in Auftrag geben. Das Angebot von Estrichen und Bodenbelägen aus einer Hand, die technisch wie zeitlich passend koordiniert werden, bietet den Kunden einen Mehrwert. Drei Estrich- und acht Bodenleger sind hauptsächlich regional beschäftigt, für manche Objekte aber auch weltweit auf der Baustelle.

Mit Aufträgen für sechs bis sieben Monate im Vorlauf war das Unternehmen auch im zweiten Corona-Jahr 2021 gut ausgelastet. Die Verlegung aller Arten von Parkett sowie von Designbelägen liegt umsatzanteilig bei jeweils rund 30 %; hinzu kommen Nischenprodukte wie zum Beispiel Korkböden. „Wie sind zufrieden, wenngleich wir dieses Jahr mit besonderen Herausforderungen durch schwieriger zu bekommende Verlegeprodukte und Preiserhöhungen konfrontiert waren“, konstatiert Uwe Stellermann, der das Familienunternehmen aus Vreden nahe der niederländischen Grenze seit 1. Januar 2021 als alleiniger Geschäftsführer in der dritten Generation führt. „Um eine Firma zu übernehmen, war es nicht das einfachste Jahr“, sagt der 36-Jährige. „Wir haben letztlich zehn Jahre auf den Generationswechsel hin gearbeitet – und die ersten neun Jahre waren einfacher als das Zehnte.“

Früh Verantwortung übernommen

Stellermann Fußböden, Vreden
Familienunternehmen in zweiter und dritter Generation: Uwe, Kai und ­Herrmann Stellermann.

Die Nachfolge vom Vater auf den Sohn war lange geplant. Im Jahr 2005 hatte Uwe Stellermann nach seiner Ausbildung zum Parkettleger und einem Jahr Auslandserfahrung erfolgreich die Meisterprüfung und den Betriebswirt im Handwerk abgeschlossen. Beides war seinerzeit die Bedingung, um neben seinem Vater in die Geschäftsführung eintreten und ein Viertel der Unternehmensanteile übernehmen zu können. „Für mich stand immer fest, dass ich den Betrieb übernehmen möchte, denn der Beruf – das Arbeiten mit Holz und die Verlegung von Holzböden – macht mir Spaß“, sagt der Parkettlegermeister, „deshalb hat mein Vater schon früh Verantwortung an mich abgegeben.“ Somit hatte der inzwischen selbst dreifache Familienvater, dessen Ehefrau ebenfalls im Unternehmen tätig ist, hinreichend Zeit und Gelegenheit, sich mit allen Aufgaben vertraut zu machen und sich Akzeptanz und Ansehen bei den Mitarbeitern zu erarbeiten.

Rückzug mit konkreter Ansage

Bereits im Jahr 2011 hatte Herrmann Stellermann seinen vollständigen Rückzug aus der Geschäftsführung zum Ende des Jahres 2020 angekündigt. „Wir hatten es vorher nicht für möglich gehalten, dass sich mein Vater zum Stichtag tatsächlich zu 100 % zurückziehen würde“, sagt Uwe Stellermann. „Obwohl es so geplant war, war es dann doch überraschend, als er tatsächlich von einem Tag auf den anderen nicht mehr in das Unternehmen kam.“ Heute steht der Seniorchef seinem Sohn nur noch auf Abruf beratend zur Seite oder nimmt gelegentlich einen Außentermin für den Betrieb wahr. „Wenn wir ihn fragen, wenn irgendwo Not am Mann ist, dann springt er ein und hilft“, sagt Uwe Stellermann. „Mein Vater ist ja nicht in Rente, sondern als Sachverständiger mit 70 bis 80 Gutachten im Jahr noch sehr aktiv.“ Durch seine Sachverständigentätigkeit verfügt der 57-Jährige über ein umfassendes technisches Know-how, und auch wenn es um Rechtsfragen geht, ist er für seinen Sohn der erste Ansprechpartner.

Fester Bestandteil der Führungsmannschaft ist außerdem der jüngere Bruder Kai Stellermann. Der 32-jährige Prokurist und Parkettlegermeister kümmert sich zurzeit noch vor allem um die Baustellen. Die beiden Brüder, die von sich selbst sagen, dass sie menschlich zwei völlig unterschiedliche Typen seien, hatten sich vor Jahren zusammengesetzt und beschlossen, dass nur einer von Ihnen im Unternehmen die Entscheidungsgewalt haben solle. „Dann bleibt die Verantwortung letztlich bei einem, und es gibt innerhalb der Familie keinen Streit“, sagt Uwe Stellermann.

Neue Generation, neuer Führungsstil

Stellermann Fußböden, Vreden
Bodenbeläge aller Art auf 1.000 m2: Teppichböden und abgepasste Teppiche, Spachtelböden, Designbeläge und Parkettmuster – hauptsächlich von T & G Wood, Esco und Solidfloor, aber auch Berry Alloc, Boen und Jaso.

Oberste Priorität nach der Übergabe des Staffelstabs hatte für den Geschäftsführer zunächst die Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er in Zeiten des Fachkräftemangels gut qualifizierte Mitarbeiter im Unternehmen halten will. „Mit zufriedenen Mitarbeitern kann man alle anderen Ziele wie Kundenzufriedenheit oder Arbeitsschutz relativ einfach erreichen“, sagt der erfahrene Unternehmer.

Im täglichen Umgang mit seinen Leuten legt er viel Wert auf ein gemeinsames Miteinander im Team, hört ihnen zu und schätzt ihre Meinung. Durch die Kommunikation auf Augenhöhe habe sich die Stimmung im Betrieb verbessert, stellt er fest. „Es ist immer ein Geben und Nehmen. Gehe ich auf die Anliegen unserer Mitarbeiter ein, dann ziehen sie auch mit, wenn am Wochenende mal eine Sonderschicht ansteht.“ Als zusätzliche Benefits bekommen die Beschäftigten zudem Firmen-E-Bikes und E-Autos gestellt.
Als nächstes die Digitalisierung
auf der Agenda

Als nächsten Schritt hat Uwe Stellermann sich vorgenommen, die Digitalisierung im Büro und auf der Baustelle voranzubringen. „Das Thema Digitalisierung war bei uns bis letztes Jahr so ein bisschen das Stiefkind. Wir haben viel darüber gesprochen, aber es dann doch immer wieder hinten angestellt“, gesteht er. Jetzt soll dieses Thema angegangen und in neue Hard- und Software investiert werden. Erstes Ziel ist das „papierlose“ Büro, danach sollen auch die Handwerker auf der Baustelle eine mobile Anwendung an die Hand bekommen. „Für die Einführung der digitalen Tools müssen wir unsere Belegschaft aber erst noch mit ins Boot holen“, räumt Uwe Stellermann ein, denn er weiß, dass auch dieses Ziel nur im Team erreichbar sein wird.

Imke Laurinat



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eMail: info@stellermann.de
Internet: www.stellermann.de
Telefon: 02564 9320-0
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