Das Wohnstilhaus Henke - Vorbildlicher Neubau 2022
Das Wohnstilhaus Henke, Rietberg

Das Wohnstilhaus Henke, Rietberg

Ein Showroom für schönes Wohnen

Der Name Henke ist im westfälischen Rietberg seit 1965 ein Begriff für feine Inneneinrichtung und Raumausstattung. Nachdem das Ladengeschäft in Rietbergs Hauptstraße platzmäßig an seine Grenzen gekommen war, haben Dieter und Ulla Henke Nägel mit Köpfen gemacht. Sie entschieden sich für einen Neubau und positionierten ihr Unternehmen damit räumlich und konzeptionell neu. Dafür verleiht die Jury den Heimtex-Star 2022 in der Kategorie „Vorbildlicher Neubau“.

Vorbildlich ist nicht nur der Neubau, den das Ehepaar Dieter und Ulla Henke für ihr Unternehmen realisiert hat, sondern auch der damit verbundene Weg, den die Firma Raum & Ausstattung Henke zum Wohnstilhaus Henke gemacht hat. Ge­gründet wurde der Betrieb von Gerhard Henke, dem Vater des heutigen Besitzers. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Agnes wagte der gelernte Raumausstatter Meister im Jahr 1965 den Schritt in die Selbständigkeit. Wie viele Firmengründungen in den 1960er Jahren, fand auch diese in einer Garage statt. Ein kleiner Verkaufsraum und eine Werkstatt dienten dem aufstrebenden Betrieb als vorläufige Heimat.

Das Wohnstilhaus Henke, Rietberg
Fühlen sich wohl in der neuen Umgebung: das Team um Ulla und Dieter Henke (2. Reihe von unten), Sohn Constantin und Tochter Maleen Henke (1. Reihe von unten).

Die gute Qualität der handwerklichen Leistung, der Produkte sowie die kompetente Beratung sprachen sich schnell herum und das junge Unternehmen konnte rasch einen respektablen Kundenkreis aufbauen. Nach nur fünf Jahren wurde das erste Geschäft zu klein, also zog der Betrieb in neue Räumlichkeiten in den Riet­berger Stadtteil Mastholte, wo er von da an unter Raum & Ausstattung Henke firmierte. Im Jahr 2002 übergab Gerhard Henke die Leitung an seinen Sohn Dieter, ebenfalls gelernter Raumaussatter, der das Unternehmen seither als Meister in zweiter Generation führt.
Nach fast fünf Jahrzehnten am selben Standort waren die Räumlichkeiten zu klein und der Platzmangel zu groß geworden. „Wir konnten uns in den alten Räumlichkeiten nicht mehr so präsentieren, wie wir das wollten“, resümiert Dieter Henke rück­blickend. Als sich die Gelegenheit bot, ein Grundstück zu erwerben, zögerten die Henkes nicht lange und ent­schieden sich für einen Neubau und den Umzug von der Innenstadt ins Mastholter Gewerbegebiet. Bedenken, dass sich der neue Standort negativ auf die Kundenfrequenz auswirken könne, hatten die Eheleute nicht. „Es ist nicht entscheidend, wo ein Laden steht, sondern wie der Laden aussieht und wie man sein Geschäft bewirbt“, sagt Dieter Henke. „Wenn man präsent ist, beispielsweise über Social Media, und wenn man gut ist, kommen die Kunden, ganz unabhängig von der Lage des Geschäftes.“

Aus „Raum & Ausstattung Henke“ wird
„Das Wohnstilhaus Henke“

Mit der Entscheidung zum Umzug und Neubau einher ging auch der Anspruch, sich im Auftritt nach außen neu zu positionieren. Weg vom klassischen Raumausstatterbetrieb hin zu einem modernen, unkonventionellen Haus als Showroom für schönes Wohnen – ein Wohnstilhaus eben. Die Idee dazu hatte Ulla Henke und auf der Suche nach Inspiration für den Neubau stieß sie im Zuge ihrer Internetrecherche auf das Ladenlokal eines Harley-Davidson-Händlers: ein puristischer Kubus mit großen Fenstern und einer Fassade aus Backsteinklinker. Das traf den Geschmack und die Vorstellung der Henkes für ihr neues unternehmerisches Domizil. Gemeinsam mit der ortsansässigen Archi­tektin Kathrin Reinkemeier arbeiteten die beiden die Planung für ihr Wohnstilhaus im Detail aus, denn die anfängliche Idee sollte möglichst schnell konkrete Formen annehmen. Wichtig war den Bauherren, ein großzügiges, transparentes Haus zu erschaffen, in dem textiles Wohnen adäquat und stilvoll präsentiert werden kann.

Im Mai 2020 fiel schließlich der Startschuss zum Bau und nur sieben Monate später, im November, stand das fertige Wohnstilhaus: Das zweigeschossige Gebäude ist mit seiner großzügigen Fensterfront lichtdurchflutet und wirkt äußerst einladend. Auf 370 m2 Ausstellungs­fläche und zwei Etagen bieten Henkes das komplette Raumausstattungssortiment: Neben feinsten Wohnstoffen, hochwertigen Teppichen und Boden­belägen werden Tapeten und textile Wandbeläge, Sonnenschutz und Zubehör ideenreich präsentiert. Alles wirkt handverlesen und wird geschmackvoll inszeniert. Bei der Auswahl seiner Lieferanten legt Dieter Henke großen Wert auf exzellente Qualität und Individualität. Bequeme Sitzecken bieten im Wohnstilhaus die Möglichkeit zu Beratungsgesprächen in angenehmer, einladender Atmo­sphäre.
Mit einer Eigenkreation will sich Dieter Henke zudem das Segment Outdoor weiter er­schließen, für das er gute Wachstums­chancen sieht. Gemeinsam mit seinen Mit­arbeitern hat der Raumausstattermeister ein wetter­unempfindliches Sofa entwickelt, das ganzjährig mit den Polstern draußen stehen kann. Möglich ist das durch ein Gestell aus wasserfestem Holz und verrottungs­sicheren, licht­beständigen Polsterstoffen. Der Polsterschaumstoff wird zudem in eine Membran gewickelt, die wiederum mit rostfreien Edelstahl­klingen festgetackt wird. Auf das Sofa hat Dieter Henke Gebrauchsmusterschutz angemeldet.

Den Traum vom gläsernen Betrieb verwirklicht

Neben der großzügigen Ausstellungsfläche befinden sich auf weiteren 370 m2 die frei zugängliche Polsterei und Näherei. Kunden haben die Möglichkeit, vor Ort zuzuschauen, wie ihre Fensterdekoration genäht oder ihr Lieblings­sessel neu gepolstert wird. Damit haben Henkes ihren lang gehegten Traum vom gläsernen Betrieb verwirklicht: „Diese Idee hatten wir lange schon im Kopf“, erklärt Dieter Henke. „Wir möchten unseren Kunden zeigen, wie wir arbeiten. Das hat den positiven Neben­effekt, dass wir damit viel besser vermitteln können, wie die Preise für Handwerksleistungen zustande kommen.“ Transparenz also nicht nur in der Architektur. Das Konzept scheint aufzugehen, denn seit der Eröffnung im Januar 2021 haben bereits zahlreiche Kunden von diesem Angebot Gebrauch gemacht.

Außerdem möchte Henke mit seinem gläsernen Betrieb dazu beitragen, dass die nachhaltige Arbeit des Raumausstatters deutlich stärker in den öffentlichen Fokus rückt und mehr Wertschätzung erfährt. „Wir erhalten Werte, etwa indem wir alte Möbel aufpolstern. Damit engagieren wir uns aktiv für die Umwelt und tragen zum ressourcenschonenden Konsum bei.“ Seiner Auffassung nach sollte das auch stärker von der Politik gewürdigt werden, etwa nach französischem Vorbild, wo Reparatur­arbeiten mit einem niedrigeren Mehrwertsteuersatz belegt werden.

80 % Privatkunden, 20 % Objektgeschäft

Das Wohnstilhaus Henke, Rietberg
Textile Wandbespannungen sind gerade unter dem Akustik-Aspekt im Kommen.

Der Kundenstamm des diesjährigen Heimtex-Star Preisträgers ist bemerkenswert breit aufgestellt und äußerst heterogen. Da ist die älteste Kundin mit 102 Jahren, die regelmäßig ihre Gardinen waschen lässt. Oder jene Kunden, die sich ihr Penthaus im 40 km entfernten Bielefeld komplett ausstatten lassen. „Unser Käuferspektrum reicht vom Studenten, dem wir das erste eigene Zuhause einrichten über die Ausstattung großer Villen bis hin zu den Ferienimmobilien unserer Kunden an Nord- und Ostsee“, fasst Dieter Henke zusammen.
Wichtig ist ihm dabei ein kompromisslos guter Service. „Wir beraten unsere Kunden ganz individuell bei der Auswahl der richtigen Gardinen oder Bodenbeläge. Dazu steht bei uns im Laden eine große Auswahl innovativer Produkte in exzellenter Qualität zur Verfügung.“ Im nächsten Schritt erfolgt immer die Beratung beim Kunden, dort kommen vor Ort die ausgewählten Muster zum Einsatz. Ein Team von sieben Mitarbeitern unterstützt Dieter Henke schließlich bei der Umsetzung von Näh- und Polsterarbeiten und beim Bodenlegen.

Neben dem Privatgeschäft, das bei Wohnstilhaus Henke mit aktuell rund 80% den Löwenanteil ausmacht, ist das Unternehmen auch im Objektbereich tätig, zum Teil mit Auf­trägen weit über die Stadtgrenzen von Rietberg hinaus, etwa in Berlin oder Düsseldorf. Und obgleich Dieter Henke das Privatkundengeschäft favorisiert, weil es den größeren kreativen Spielraum bietet, soll das Objektgeschäft künftig sukzessive ausgebaut werden.

Unterstützung erhält der Unternehmer bereits von Sohn Constantin, der eine Lehre zum Polsterer macht und in seiner Freizeit gerne im elterlichen Betrieb aushilft. Tochter Maleen hat eine andere berufliche Laufbahn ein­geschlagen, kümmert sich aber um die Social-Media-Aktivitäten von Wohnstilhaus Henke.

Michaela Fischer


Das Wohnstilhaus Henke

Vorbildlicher Neubau des Jahres 2022
Das Wohnstilhaus Henke
Siemensstraße 4
33397 Rietberg
eMail: henke@daswohnstilhaus.de
Internet: daswohnstilhaus.de
Telefon: 02944 / 70 35
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