Baugenehmigungen: Immobilienunternehmen vom Rückgang nicht überrascht


Der deutliche Rückgang von 7,3 % bei den Genehmigungen im Wohnungsbau zur Jahresmitte 2017 kommt für den Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) nicht überraschend. Erstens habe es 2016 einen Vorzieheffekt gegeben: Um noch nach der alten Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) und damit preisgünstiger bauen zu können, seien schon Anträge für Bauvorhaben gestellt worden, für die der tatsächliche Baubeginn noch gar nicht fest stand. Zweitens sei 2016 eine große Zahl der Genehmigungen für Flüchtlingsunterkünfte erteilt worden. Die Zahl der Geflüchteten ist mittlerweile gesunken, so dass weniger neuer Wohnraum benötigt wird und entsprechend weniger Anträge gestellt werden. Drittens seien die politischen Rahmenbedingungen dem Wohnungsneubau wenig förderlich. Von den BFW-Mitgliedsunternehmen - nach Angaben des Verbandes für rund 50 % des Wohnungsbaus in Deutschland zuständig - werden Baulandmangel, die administrativen Hürden sowie bauordnungsrechtliche Kostentreiber als Hindernisse genannt. Lediglich die niedrigen Zinsen kurbelten die Bautätigkeit aktuell an.
aus BTH Heimtex 10/17 (Bau)