Nachhaltiges Gesamtkonzept: Wohnwerk in der Natur aus Markt Schwaben
Hier wird das eigene Zuhause zum Showroom
Daniel Lauton, Geschäftsführer des Raumausstatter- und Malerbetriebes Wohnwerk in der Natur, und seine Ehefrau Sophia finden immer wieder neue Wege, mit ihrer Arbeit die Umwelt zu entlasten und die Wohngesundheit zu fördern. Für dieses Engagement erhielten sie den Boden.Zukunft.Award 2025 in der Kategorie "Nachhaltiges Gesamtkonzept". Mit diesem Porträt endet die Vorstellung der fünf Preisträger 2025 in FussbodenTechnik.30 Kilometer östlich von München ist seit nunmehr zwei Jahren der familiengeführte Traditionsbetrieb "Wohnwerk in der Natur" beheimatet. In einem umgebauten Bauernhaus aus dem Jahr 1927 empfangen erst freilaufende Hühner, dann Daniel und Sophia Lauton ihre Kundschaft. Der Name "Wohnwerk in der Natur" passt perfekt zum Firmensitz im bayerischen Landkreis Ebersberg. Direkt an die etwa 120 m
2 große Verkaufsfläche schließt sich - nur durch eine Schiebetür getrennt - der Wohnbereich der Lautons an. Und der wird während der Geschäftszeiten zum Showroom: Kunden haben die Möglichkeit, in einem komplett eingerichteten, mehrstöckigen und vor allem bewohnten Haus verarbeitete Bauprodukte hautnah zu erleben.
Was man dort optisch und haptisch wahrnimmt, sind nachhaltige Produkte wie duftende Heuwiesen-Tapeten von Organoid, wohngesunde Mineralfarben von Keim oder auch ein langlebiger Terrazzoboden von Pandomo. Früher unterhielt der Betrieb mehrere Musterwohnungen, was nicht sehr nachhaltig war. Heute setzen die Verantwortlichen stattdessen auf ihr Open House-Konzept. Das Unternehmen blickt auf eine bald 80-jährige Geschichte zurück. Mit dem jüngsten Generationswechsel ist der Blick Richtung Zukunft gewandt: hin zu immer mehr Nachhaltigkeit.
Intensive Beratung
für passende Produkte
"Wir verzichten auf Greenwashing. Nur weil man von Nachhaltigkeit spricht, handelt man nicht automatisch so. Wir leben Nachhaltigkeit", versichert Sophia Lauton, die sowohl Raumausstattermeisterin als auch Malermeisterin und Fachwirtin ist. Das Kerngeschäft des Betriebs sind Sanierungen und Renovierungen im Privatkundenbereich. Das Bodengeschäft macht ein Drittel der Aufträge aus. Viele Menschen, die zu "Wohnwerk in der Natur" kommen, sind offen für Wohngesundheit sowie umweltfreundliches Renovieren und Sanieren. Andere werden von Sophia Lauton und ihrem Ehemann proaktiv für diese Themen sensibilisiert. "Wir schauen uns bei der Beratung mit den Kunden Bauprodukte an und überlegen, ob es eine wohngesündere, Ressourcen schonendere Alternative gibt", erklärt der Raumausstattermeister. "Möchte jemand zum Beispiel einen Teppichboden, dann reden wir darüber, ob man ihn klassisch verklebt oder vielleicht nur fixiert. Manche Kunden entscheiden sich auch ganz bewusst für Teppichböden mit Fasern aus Wolle oder Ziegenhaar."
Bei größeren Projekten bietet das Ehepaar Lauton den Service eines Nachhaltigkeitschecks an: Bei einer geplanten Sanierung wird genau besprochen, welche umweltfreundlichen Produkte und welche Technologien ins Haus kommen. Nach der Sanierung kann anhand von Messungen geprüft werden, wie viele Schadstoffe und wie viel Feinstaub im Haus ist. "Wir haben jüngst ein ganzes Objekt saniert", erzählt die Unternehmerin. "Die Schadstoffmesswerte lagen danach bei Null." Damit das funktioniert, gibt sich der Betrieb sehr große Mühe bei der Auswahl der Lieferanten. "Als wir vor zwei Jahren an diesen Standort gewechselt sind, haben wir etwa 70 % der Lieferanten aussortiert", erinnert sich Sophia Lauton. Ihr ist es wichtig, sich bei der Auswahl der Produkte darauf zu fokussieren, wo sie herkommen und was genau sie beinhalten. Wenn man das sicher weiß, sind für Daniel Lauton auch Label und Zertifizierungen nicht unbedingt notwendig: "Der Kunde braucht keine 16 Eichenböden von zwölf Herstellern. Es genügen zwei, von denen man weiß, wie sie produziert werden und aus welchen Gebieten sie kommen."
Ehepaar Lauton setzt
auf nachhaltige Produkte
Bei elastischen Belägen verweist der Geschäftsführer zum Beispiel auf die Purline Bioböden von Windmöller aus dem nachhaltigen Werkstoff Ecuran. Geht es um Holzböden, arbeitet der Betrieb unter anderem gerne mit den Produkten von Adler Parkett: ein bayerisches Unternehmen, das ebenfalls heimisch produziert und nur eine Stunde entfernt vom Wohnwerk liegt. Der Kies für den Terrazzoboden im Wohnhaus der Launtons stammt zum Teil von einem nur 4 km entfernten Kieswerk. Wer "Wohnwerk in der Natur" beauftragt, kann sich sicher sein, nachhaltige Produkte zu bekommen - wenn er diese möchte. Nicht nur die angebotenen Böden sind handverlesen: Die wohngesunden Mineralfarben von Keim werden vor Ort gemischt. Es gibt mit "Cool Tweed" von Ado einen Dekorationsstoff aus recycelten Wollpullis - um nur einige Beispiele zu nennen. Außerdem werden in der heimischen Polsterei alte Lieblingsstücke auf Wunsch wieder neu bezogen. Altes zu bewahren ist Teil der Unternehmensphilosophie. Und stark nachgefragte Hersteller, bei denen der Nachhaltigkeitsaspekt weniger ausgeprägt ist, müssen, um hier verkauft zu werden, von hoher Qualität und somit möglichst langlebig sein. Selbst die Putzmittel, die das Unternehmen verwendet und verkauft, sind regionale Bio-Produkte.
Aktuell besteht das Team aus 30 fest angestellten Mitarbeitenden in Voll- und Teilzeit. Da zeigt sich die junge Geschäftsführung flexibel. Der Ausbildungsbetrieb beschäftigt zudem gerade drei Lehrlinge. Diese zu finden, sei kein Problem gewesen - im Gegenteil: Manchen Bewerbern musste sogar abgesagt werden. "Natur und Nachhaltigkeit ist für die Generation Z ein großes Thema", sagt Sophia Lauton. Beim Fuhrpark für die Handwerker hat das Ehepaar lange überlegt, ob es sinnvoll ist, in naher Zukunft komplett auf E-Mobilität umzustellen. Die Antwort lautete "Nein", wegen der noch nicht ausreichenden Infrastruktur auf dem Land. Wenn Sophia Lauton die Zweigstelle ihres Unternehmens im Münchner Stadtteil Au-Haidhausen besucht, nutzt sie ein E-Fahrzeug, weil es dort ausreichend Ladesäulen gibt.
Verantwortliche blicken
stets in die Zukunft
Aktuell nimmt "Wohnwerk in der Natur" beim Förderprojekt Future Retail Store der Rid-Stiftung teil, das wissenschaftlich vom Fraunhofer Institut begleitet wird. Im Fokus steht die Zukunft des Einzelhandels und wie sich dieser mit modernen Technologien positiv verändern lässt. Zum Einsatz kommt dabei die Augmented-Reality (AR)-Brille Apple Vision Pro, die es Nutzern ermöglicht, digitale Inhalte in ihre reale Umgebung einzublenden: Durch diese Technik können Handwerker auf Baustellen hinzugezogen werden, ohne dass sie dafür in ein Auto steigen müssen. Kunden können für die Auswahl von Bauprodukten virtuelle Räume betreten. "Man spart Zeit, Kosten, Fahrtwege und Mustermaterial", zählt Daniel Lauton auf. Das Unternehmer-Ehepaar wird diese Entwicklung genauso im Auge behalten, wie die Entwicklungen bei recyclingfähigen Produkten und beim Lieferkettengesetz, das sie befürworten. Denn "Wohnwerk in der Natur" blickt in die Zukunft: heute wie morgen.
Heike HeelDaten + Fakten Wohnwerk in der Natur
Wohnwerk in der Natur GmbH
Finsinger Au 3
85570 Markt Schwaben
Tel.: 0 81 21 / 93 14-0
info@rupprich-wohnwerk.de
www.rupprich-wohnwerk.de
Geschäftsführer:
Daniel Lauton
Gründung: 1947
Standorte:
Markt Schwaben & München
Mitarbeiter: 30
aus
FussbodenTechnik 06/25
(Handwerk)