Auf Social Media will Raumausstatter Brinkmann nicht verzichten
Seit 1965 ist Raumausstatter Brinkmann in Heeslingen die Anlaufstelle für Raumgestaltung. Die Brüder Rütger und Steffen Brinkmann führen das Unternehmen in dritter Generation und setzen heute fürs Marketing und Recruiting auf ein Social-Media-Dreiergespann.Das Unternehmen Maler & Raumausstatter Brinkmann kann ein umfangreiches Angebot vorweisen: Neben der Fußboden-, Wand- und Raumgestaltung gehören auch maßgefertigte Sicht- und Sonnenschutzsysteme sowie Lösungen für die Raumakustik zum Portfolio. "Wir bearbeiten alles, von der Haustür von Frau Meier bis zur Außenterrasse des Kindergartens", sagt Rütger Brinkmann. Der 47-Jährige und sein Bruder Steffen führen in dritter Generation das Unternehmen in Heeslingen in der Nähe von Hamburg. Rütger Brinkmann hat seinem Vater 2006 die Firmenanteile abgekauft, sein Bruder bereits in den Neunzigern.
Doch dass es einmal so kommen würde, war lange nicht klar - zumindest für Rütger Brinkmann selbst. "Ich wollte ursprünglich nichts mit der Firma zu tun haben", erklärt er. Trotzdem habe er irgendwann im Familienunternehmen ausgeholfen. "Mein Bruder war bereits Maler, ich wusste aber nicht, was ich machen sollte. Da hat meine Mutter gesagt: Wir haben noch niemanden für die Gardinenabteilung. Also habe ich das erstmal übernommen." Die endgültige Entscheidung für den Beruf fiel dann bei einer Tagung des Fachhandelsrings (FHR). "Der Raumausstatterberuf war mir eigentlich nicht männlich genug. Aber als ich gesehen habe, dass jeder Raumausstatter eine hübsche Frau an seiner Seite hatte, habe ich doch meine Lehre angefangen", lacht der Unternehmer.
Heute ist er Raumausstattermeister, bildet auch selbst aus. Und das mit Erfolg: "Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir gute Azubis haben. Wir bilden seit Jahren aus und können das auch gut." An Bewerbungen mangelt es, anders als bei vielen anderen Betrieben, nicht. Das liege auch am Erfolg der Mitarbeiter. Brinkmann erklärt: "Meine erste Auszubildende war Landesbeste von Niedersachsen. Daraufhin kamen einige Firmen auf mich zu, die gefragt haben, ob ihr Kind nicht bei mir lernen könnte. In unserer Branche gibt es nach wie vor viele Familienbetriebe." Aktuell bildet er eine Raumausstatterin und vier Maler aus.
Social Media im Fokus
Fürs Recruiting nutzen die Heeslinger unter anderem die sozialen Medien. "Wir posten unsere Stellenanzeigen auch auf Instagram und Facebook, um sie möglichst breit zu streuen", so Brinkmann. Bald soll auch die Kurzvideoplattform Tik Tok dazukommen. "Über die erreicht man auch die jüngere Generation und damit potenzielle Azubis. Wir kriegen zwar noch viele Bewerbungen rein, aber auch wir haben den Fachkräftemangel im Hinterkopf und wollen uns auf die Zukunft vorbereiten."
Bei Brinkmann besteht das digitale Marketing aktuell aus dem Social-Media-Dreiergespann Facebook, Instagram und Youtube, um möglichst viele verschiedene Altersgruppen anzusprechen. Dabei arbeiten sie mit einer Social-Media-Agentur, drehen aber auch selbst Videos und posten Fotos, um mit ihren Kunden in Kontakt zu bleiben und neue dazuzugewinnen. Rütger Brinkmann erklärt: "Heutzutage kann man meiner Meinung nach als Unternehmen nicht mehr auf Social Media verzichten." Er selbst ist mit großem Elan dabei und hat Spaß daran, Videos zu unterschiedlichsten Themen zu drehen und neues auszuprobieren. "Wenn ich eine gute Idee habe, mache ich ein Video daraus. Das ist nicht immer perfekt, aber immer authentisch."
Angefangen habe alles mit einem Image-Video, das er 2016 für Klaiber Markisen gedreht und bei Youtube hochgeladen hat. Wie gut eine Aufnahme ankommt, sei für ihn vorher nicht immer offensichtlich: "Manchmal wundere ich mich, welche Videos die Leute gern schauen. Ich habe bei einem Freund den Boden gerakelt und ihn darum gebeten, mich zu filmen. Das Video hat aktuell mehr als 24.500 Aufrufe." Auch auf kurzfristige Aktionen wie verkaufsoffene Sonntage oder Sonderangebote macht Brinkmann auf Social Media aufmerksam. Und auf besondere Veranstaltungen: "Wir richten im Geschäft einmal im Jahr das Leitersitzen aus, das ans Pfahlsitzen angelehnt ist. Da geht es darum, wer es am längsten auf einer Leiter aushält. Und der Gewinner erhält 1.000 EUR für einen gemeinnützigen Zweck seiner Wahl." Damit schafft Brinkmann nicht nur Aufmerksamkeit für die Aktion, sondern bleibt auch bei seinen Kunden im Gedächtnis.
Die Umsetzung sei einfach: "Man braucht nur ein Handy zum Filmen oder Fotografieren und Posten und ein Mikrophon. Das dauert nur zehn Minuten, dann ist man fertig." Außerdem empfiehlt Brinkmann, möglichst authentisch vor der Kamera zu sein. Und er warnt: "Das darf man nicht machen, wenn man schlechte Laune hat - sonst merken die Leute das."
Kommunikation
als Schlüssel
Die Brüder Brinkmann führen das Unternehmen seit 19 Jahren zusammen, Steffen als Maler- und Parkettlegemeister, Rütger als Raumausstattermeister. Offene Kommunikation und regelmäßiger Austausch seien die Grundlage ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit. Das war jedoch nicht immer so, anfangs hat es Probleme gegeben. "Damals sind zu viele Kleinigkeiten schiefgegangen, die man hätte verhindern können," erzählt Rütger Brinkmann. Um das zu verhindern, hätten die Brüder sich hingesetzt und über ihre Zusammenarbeit ausgetauscht. "Wir sind zusammen essen gegangen und jeder durfte alles sagen, was ihn gestört hat. Dadurch hat die Firma einen richtig positiven Schub bekommen."
Aus diesem einen Treffen wurde ein wöchentlicher Termin. Jeden Freitag haben die beiden nun ihren Joure fixe, bei dem sie über die vergangene Woche sprechen und die kommende planen. "Seitdem wir das vor 16 Jahren eingeführt haben, läuft es sehr viel besser."
Daten + Fakten Brinkmann
Brinkmann GmbH
Marktstraße 2
27404 Heeslingen
Tel.: 04281/35 66
info@brinkmann.eu
www.brinkmann-
heeslingen.de
Geschäftsführung:
Rütger Brinkmann
Steffen Brinkmann
Gründung: 1965
Ausstellungsfläche: 1.000 m
2 inkl. 300 m
2 Freiluftausstellung
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