Deutsche Bäder im Renovierungsstau

Nach einer Studie der Vereinigung deutsche Sanitärwirtschaft sind rund 7 Mio. Badezimmer renovierungsbedürftig. Gefragt ist der Umbau angesichts der demografischen Entwicklung zu altersgerechten Bädern. Farblich liegen natürliche, warme Töne im Trend.

An Bäder werden nicht nur in puncto Funktionalität hohe Anforderungen gestellt. Die Badezimmer sollen zunehmend auch optisch überzeugen und als Wohlfühloase dienen. Hersteller von Feuchtraum-tauglichen Bodenbelägen, Farben sowie Tapeten und Stoffen sowie Sonnenschutz, Händler, Handwerker und Raumausstatter können von diesem Trend profitieren. Zumal der Sanierungsbedarf überalteter privater Bäder in Deutschland groß ist, wie die von der Vereinigung deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) herausgegebene Grundlagenstudie germanbathroom deutlich zeigt.

Demnach sind 18 % der Badezimmer renovierungsbedürftig, was rund 7 Mio. entspricht. Mehr als jeder vierte Wohneigentümer (27 %) rechnet für die nächsten Jahre mit einer Badrenovierung - bei den seit 35 Jahren nicht mehr renovierten Bädern ist es jeder zweite Befragte (52 %).

Darüber hinaus besteht nach der Studie ein dringender Bedarf an alters- und pflegegerechten Bädern. Barrierefreiheit lautet hier das Stichwort angesichts der demografischen Entwicklung. Hersteller beschäftigen sich bereits damit, die Auswahl an Gestaltungsmöglichkeiten zu erhöhen. "Gleichwohl sind auf noch deutlich mehr Anstrengungen vonnöten, um das Produkt- und Beratungsangebot für diesen Wachstumsmarkt zu erhöhen", betont VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann.

Ein weiteres Thema, von dem Impulse für den Sanierungsmarkt erwartet werden, ist der Wunsch nach mehr Wohnqualität im Badezimmer. Einen entscheidenden Beitrag dazu liefert Farbigkeit, die bei den Möbeln und sanitären Anlagen das klassische Weiß ablöst. Gefragt sind vor allem warme Naturtöne. Eleganter wird es mit Schwarz. Aber auch mutige Farbtöne zieren das moderne Bad.

Das Thema ist im Badezimmer angekommen, wie die Präsentationen bei der Weltleitmesse für Wasser, Wärme, Luft (ISH) in Frankfurt ergaben. Bei allen Produktsegmenten gebe es hierzu mit großer Farbkompetenz verbundene Designangebote, mit denen Badplanung und Verbraucher Tools und stilistischen Orientierung erhielten, um dem Trend nach Wohnlichkeit im Badezimmer nachzukommen. "Das ist ein Prozess, der noch lange nicht zu Ende ist, sondern sich eher noch verstärken wird", sagt Wischmann.

Aber nicht nur Farben sorgen für eine Wohlfühlumgebung. Insgesamt geht es um eine multisensorische Gestaltung des Badezimmers. Dazu gehören auch Licht und Düfte. Und natürlich legt der Verbraucher Wert auf nachhaltige Materialien.
Deutsche Bäder im Renovierungsstau
Foto/Grafik: ISH
Nachhaltigkeit und Natürlichkeit sind auch im Badezimmer gefragt – ob an der Wand oder auf dem Boden.
aus BTH Heimtex 10/25 (Handwerk)