HKS 1835:
Insolvenzantrag, Geschäftsbetrieb läuft weiter, Sanierung angestrebt
Das traditionsreiche Familienunternehmen Heinrich Krüger & Sohn, kurz HKS 1835, hat beim Amtsgericht Münster einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahren gestellt. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Eric Coordes bestellt. Er sieht gute Chancen, den 1835 gegründeten Importeur und Händler von hochwertigem Parkett und Terrassenbelägen zu sanieren und fortzuführen. Ziel sei, "die Zukunft von HKS 1835 zu sichern und eine nachhaltige Perspektive zu entwickeln". Er versichert, dass alle bestehenden und künftigen Aufträge bearbeitet und ausgeführt würden. Die Finanzierung dafür sei gesichert.
Das Unternehmen befindet sich seit 190 Jahren durchgehend in Familienbesitz und wird heute in sechster Generation von Henrik Krüger geleitet. Der Insolvenzantrag sei im Wesentlichen auf mehrere externe Faktoren zurückzuführen, heißt es in einer Pressemitteilung. So mussten das überaus erfolgreiche Programm "Krügers" und der Import von Birkensperrholz infolge der Sanktionen gegen Russland und Belarus aufgegeben werden. Zusätzlich trafen das Unternehmen in diesem Jahr die Antidumping-Zölle auf Parkettimporte aus China, die zu erheblichen zusätzlichen finanziellen Belastungen geführt hätten. Darüber hinaus wirkt sich die anhaltende Schwäche im Wohnungsneubau zunehmend auf die Nachfrage im Innenausbau aus.
"Diese Entwicklungen trafen uns in einer ohnehin angespannten Marktlage gleich mehrfach", erläutert Henrik Krüger. "Trotz intensiver Gegenmaßnahmen und Kostensenkungen konnten die externen Effekte kurzfristig nicht vollständig kompensiert werden." Der vorläufige Insolvenzverwalter wird nun ein Gutachten zur wirtschaftlichen Lage und den Fortführungsperspektiven des Unternehmens erstellen. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb im Sinne einer nachhaltigen Sanierung zu sichern und den Standort in Münster zu erhalten.
aus
Parkett Magazin 01/26
(Wirtschaft)