Schmidtkonz aus Arberg

Vom Sägewerk zum modernen Parkettlegerbetrieb

Eine spannende Wandlung hat die Firma Schmidtkonz aus dem bayerischen Arberg vollzogen: 1924 als Sägewerk gegründet, hat sich das Familienunternehmen mittlerweile ganz dem Handel und der Verlegung von Parkett sowie elastischen und textilen Belägen verschrieben. Lorenz Schilder und sein Onkel Jörg Schmidtkonz bilden seit 2020 gemeinsam die Geschäftsführung - und legen Wert auf eine fundierte Aus- und Weiterbildung des Teams.

Auf mehr als 100 Jahre Firmengeschichte können die Geschäftsführer das Verlegefachbetriebs Schmidtkonz aus Arberg in Bayern zurückblicken. Mit Parkettlegermeister Lorenz Schilder, der das Unternehmen mit zwölf Mitarbeitern aus dem Landkreis Ansbach seit 2020 gemeinsam mit seinem Onkel Jörg Schmidtkonz leitet, steht mittlerweile die vierte Generation der Gründerfamilie an der Spitze. Der heute 34-Jährige entschied sich nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre für eine Karriere im Bodenhandwerk: "Während meines Studiums absolvierte ich ein Praxissemester bei Bosch in Karlsruhe. Ich merkte dabei, dass die Tätigkeit in einem Konzern nichts für mich ist. Schon vor dem Ende des Studiums habe ich daher mit meinem Onkel den Einstieg in unser Familienunternehmen vereinbart." Die dortige Arbeit kannte er bereits gut: Schon als Schüler und Student packte Schilder regelmäßig in den Ferien mit an.

Bei seinem Onkel, der studierter Holztechniker und Parkettlegermeister ist, absolvierte Schilder nach dem Studium eine verkürzte Lehre zum Parkettleger, die er 2021 mit dem Meistertitel krönte. Seine Leidenschaft beschreibt der Vater zweier kleiner Söhne so: "Am Ende des Tages sehe ich, was ich vollbracht habe, da unsere Leistung sichtbar ist. Ein Kunde hat neulich vor Freude fast geweint, als wir ihm sein neues Fischgrät-Parkett übergeben haben. Unsere Kunden glücklich zu machen, ist wirklich ein tolles Gefühl. Ich erschaffe mit meinen eigenen Hände eine Fläche, auf die ich stolz bin." Und schmunzelnd fügt der Bodenprofi an: "Zudem bin ich dank meiner Berufswahl in der Gunst meines Schwiegervaters gestiegen, da er selbst auch Handwerker ist."

Einstieg ins Bodenhandwerk
in den 1960er-Jahren

Lorenz Schilder setzt nun mit Spaß und Engagement eine Tradition fort, die 1924 begann. Sein Urgroßvater Johann Friedrich Schmidtkonz gründete das Unternehmen ursprünglich als Sägewerk. Später erfolgte die Erweiterung mit Trocknungsanlagen und Hobellinien, um die Rohwaren zu veredeln. In den 1950er-Jahren begann die Produktion von Parkett, Hobelwaren und anderen Holzfertigprodukten für die Industrie. In den 1960er-Jahren stieg das Unternehmen ins Bodenhandwerk ein. Erst im Jahr 2000 gab die Geschäftsführung das Sägewerk auf, um sich noch stärker auf das Thema Fußböden zu fokussieren. "Dank der Vorgeschichte verfügen wir noch heute über ein voll ausgestattetes Holzwerk, sodass wir auch diverse Sonderanfertigungen anbieten können", sagt Lorenz Schilder.

Der 57-jährige Jörg Schmidtkonz und sein Neffe haben eine klare Philosophie: "Wir wollen hochwertige Arbeit mit hochwertigen Produkten kombinieren. Wichtig sind uns die Kommunikation und der Umgang auf Augenhöhe - sowohl mit Kunden als auch mit unseren Mitarbeitern. Es soll ein faires Miteinander herrschen." Dies funktioniere gut, berichtet Schilder: "Wir haben Mitarbeiter, die seit mehr als 35 Jahren ohne Unterbrechung bei uns sind. Einige unserer Angestellten kennen mich noch aus der Zeit, als ich als Einjähriger über den Hof gelaufen bin. Meine Mutter und Großmutter waren auch bei uns tätig - wir sind also wortwörtlich ein Familienbetrieb." Sein Onkel und er fördern die Weiter- und Fortbildung des Teams: "Wir beschäftigen drei Meister und unser derzeitiger Azubi Felix Schewalje hat bereits Interesse am Meistertitel geäußert. Selbstverständlich unterstützen wir ihn bei diesem Vorhaben."

Parkett als Markenkern
des Unternehmens

Das Team ist in einem Radius von etwa 50 km rund um Arberg im Einsatz. Die mittelfränkische Gemeinde mit ihren 2.200 Einwohnern liegt im erweiterten Einzugsbereich von Nürnberg. Der Betrieb bietet den Verkauf und das Verlegen von Parkett, Teppichböden und elastischen Bodenbelägen (LVT, Kautschuk, Linoleum) an - ebenso das Renovieren von Parkett und das Wiederaufbereiten elastischer Beläge. Zusätzlich handeln und montieren die Franken noch mit Terrassendielen und Outdoorbelägen aus Holz, Bambus und WPC. "Da unser Betrieb schon immer sehr stark im Renovierungsbereich tätig ist, haben wir mit der aktuellen Schwäche im Neubau keine Probleme. Die Auslastung ist auf mehrere Monate gesichert", betont Jörg Schmidtkonz.

Beim Parkett bietet der Betrieb Produkte von Hamberger Flooring und eine eigene Hauskollektion an. Geht es um elastische Beläge greifen die Geschäftsführer zu Kollektionen von Gerflor, Forbo Flooring und Ziro. Bei Verlegewerkstoffen setzen sie auf Forbo Eurocol. Das Familienunternehmen kann zahlreiche spannende Referenzen vorweisen. "Eines meiner liebsten Objekte ist die Alte Vogtei in Wolframs-Eschenbach. Das historische Gebäude wurde zum Hotel mit Restaurant umgebaut. Im Zuge dessen haben wir dort raumlange Dielen von Adler Parkett mit Zwischenfriesen verlegt und in den Zimmern LVT-Designbeläge von Designflooring." Lorenz Schilder selbst ist ein großer Fan des Fischgrätmusters, verlegt mit größeren Parkettformaten: "Diese Objekte gefallen mir besonders gut - vor allem Französisches Fischgrät, weshalb ich dieses Muster damals auch in meine Meisterplatte integriert habe."

Seit Jahrzehnten in
der Ausbildung aktiv

Ein sehr wichtiges Anliegen ist der Geschäftsführung die Gewinnung von Nachwuchs-Fachkräften: "Die Ausbildung ist in unseren Augen für das Handwerk elementar. Jugendliche müssen gefördert werden, um neue Fähigkeiten erlernen und sich weiterentwickeln zu können - sowohl handwerklich als auch menschlich." Der Fachbetrieb bildet seit den 1980er-Jahren selbst aus - derzeit Parkettleger und Kaufleute für Büromanagement - und präsentiert sich regelmäßig auf Azubi- und Praktikumsbörsen. Zudem arbeitet das Unternehmen mit der Handwerkskammer für Mittelfranken zusammen, um geeignete Bewerber zu finden. Lorenz Schilder und Jörg Schmidtkonz selbst engagieren sich im hiesigen Meister-Prüfungsausschuss.

Für die Zukunft sehen sich die Franken gut aufgestellt, da das Gelände des ehemaligen Sägewerks mit rund 20.000 m2 noch genügend Möglichkeiten für Erweiterungen bietet. Im Jahr 2022 wurde eine neue Lagerhalle mit 1.000 m2 Grundfläche realisiert. Ebenso erfolgte die Errichtung einer Hackschnitzelheizanlage zur Lieferung von Nahwärme. 2025 wurde die Fußbodenausstellung neu konzipiert und flächenmäßig verdoppelt: So verfügt das Unternehmen jetzt über einen 600 m2 großen Showroom für Parkett und Bodenbeläge sowie einen 200m2 großen Bereich für Terrassenbeläge. Bei dem neuen Konzept spielen Musterflächen, Licht und digitale Elemente optimal zusammen. "Aufgrund unseres nachhaltigen Wachstums sind wir auf der Suche nach Verstärkung für unser Team in verschiedenen Bereichen", sagen die beiden Geschäftsführer abschließend.


Schmidtkonz im Überblick
Schmidtkonz GmbH
Feuchtwanger Str. 33
91722 Arberg
Tel.: 0 98 22 / 2 60
info@schmidt-konz-holz.de
www.schmidt-konz-holz.de

Geschäftsführer:
Jörg Schmidtkonz
Lorenz Schilder

Gründung: 1924

Mitarbeiter: 12

Fuhrpark:
-4 Transporter
-2 Pkw, 1 Lkw

Kundenstruktur:
-60 % privat
-40 % gewerblich
Vom Sägewerk zum modernen Parkettlegerbetrieb
Foto/Grafik: Schmidtkonz
Die Boden-Spezialisten von Schmidtkonz verfügen über ein 1.000m2 großes Lager. Jörg Schmidtkonz (Zweiter von links) und sein Neffe Lorenz Schilder (Zweiter von rechts) leiten das Unternehmen.
Vom Sägewerk zum modernen Parkettlegerbetrieb
Foto/Grafik: Schmidtkonz
Das Ausstellungskonzept der Franken beinhaltet Musterflächen, Licht und digitale Elemente.
Vom Sägewerk zum modernen Parkettlegerbetrieb
Foto/Grafik: Schmidtkonz
In diesem 600 m2 großen neuen Showroom finden die Kunden zahlreiche Muster von Parkett und Bodenbelägen vor.
Vom Sägewerk zum modernen Parkettlegerbetrieb
Foto/Grafik: Schmidtkonz
In der Alten Vogtei in Wolframs-Eschenbach verlegte das Team unter anderem 400 m2 raumlange Dielen aus Eiche von Adler Parkett – wie hier in diesem Festsaal.
Vom Sägewerk zum modernen Parkettlegerbetrieb
Foto/Grafik: Schmidtkonz
In diesem Privathaus in Herrieden kamen auf 80 m2 Eichenparkett von Hamberger im Fischgrätmuster zum Einsatz.
Vom Sägewerk zum modernen Parkettlegerbetrieb
Foto/Grafik: Schmidtkonz
Dieses Privathaus in Arberg stattete der Betrieb mit 150 m2 Eichenparkett von Mefo Floors aus, verlegt im Französischen Fischgrätmuster (Chevron).
aus FussbodenTechnik 02/26 (Wirtschaft)