ZDB Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V.

Prognose: Mehr Neubau als Renovierung in den nächsten Jahren


Trendwende in der Bauwirtschaft: In den nächsten drei Jahren wird in ganz Westeuropa der Neubau stärker wachsen als die Renovierung - davon geht das Bonner Marktforschungsinstitut B+L Marktdaten aus. Die Einschätzung, die im Gegensatz zur häufig betonten Stärke der Renovierungsmärkte steht, basiert auf aktuellen Indikatoren wie steigenden Baugenehmigungen und stabilen Finanzierungskosten, die den Neubau begünstigen. Die Investitionsbereitschaft in Renovierungen bleibt dagegen verhalten. In Deutschland zeigt sich derzeit eine stabile Aufwärtsbewegung bei den Baugenehmigungen im Wohnungsbau: Von Januar bis Oktober 2025 wurden rund 160.000 Wohnungen im Neubau (inklusive Bestand 195.400) genehmigt - ein Plus von 14 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Nichtwohnbau stützt sich die Stabilität 2026 noch auf verzögerte Projekte aus den Boomjahren 2022 und 2023. Ab 2027 drohe jedoch laut B+L ein breiter Rückgang, da die Projektpipeline dann erschöpft sei und neue Genehmigungen ausbleiben.

"Nach Jahren rückläufiger Zahlen kehrt in der Bauwirtschaft erstmals wieder Zuversicht zurück", sagte kürzlich der Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Wolfgang Schubert-Raab. Der ZDB erwartet für 2025 einen Branchenumsatz von 168 Mrd. EUR (2024: 163 Mrd. EUR): ein nominales Plus von 3 % und real von 0,6 %. 2026 sollen es 178 Mrd. EUR sein (+6 % nominal, +2,5 % real).
aus FussbodenTechnik 02/26 (Wirtschaft)