FEB: Jahrestagung 2025 in Berlin

Hoffen auf konjunkturellen Befreiungsschlag in 2026

Die Verantwortlichen des Fachverbands der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB) hatten Ende Oktober 2025 zur Jahrestagung in Berlin eingeladen. Rund 50Vertreter der Mitgliedsunternehmen waren dafür ins Mercure MOA Hotel gereist, um sich über die aktuelle Situation des Verbands und der Branche zu informieren - aber auch zum gemeinsamen Austausch und zum Netzwerken. Die jüngsten Absatzzahlen und der Ausblick des Marktforschers Martin Langen auf das Jahr 2026 standen dabei im Mittelpunkt.

Unter das Motto "Optimismus wagen" hatte der Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge (FEB) seine jüngste Jahrestagung gestellt, die am 28. und 29. Oktober 2025 im Mercure MOA Hotel in Berlin stattfand. Die knapp 50 Vertreter der neun ordentlichen Mitglieder und 27 Fördermitglieder erwartete ein umfangreiches Programm, in dem auf aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen genauso eingegangen wurde wie auf das Mega-Thema Künstliche Intelligenz (KI).

Der FEB-Vorsitzende Volkmar Halbe beleuchtete eingangs die gegenwärtige konjunkturelle Lage: "Der Wohnbau zieht wieder an. Die Baugenehmigungen steigen langsam und kontinuierlich. Vor allem im Objektgeschäft ist die Situation spürbar besser geworden. Das macht Mut." Gerade zum Jahresbeginn 2025 seien Euphorie und Optimismus deutlich spürbar gewesen - aber: "Den großen konjunkturellen Befreiungsschlag werden wir vermutlich erst 2026 erleben."

Auch die jüngsten Absatzzahlen der ordentlichen FEB-Mitglieder, die nach eigenen Angaben mehr als 90 % der Produzenten elastischer Bodenbeläge im deutschsprachigen Raum abdecken, spiegelten diese Einschätzung wider. Halbe berichtete, dass diese neun Unternehmen im ersten Halbjahr 2025 insgesamt einen Absatzrückgang in der D/A/CH-Region verzeichnen mussten: Die Menge der verkauften Beläge ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,6 % auf 22,1 Mio. m2 zurück (Details siehe nebenstehende Grafiken). Das Minus erstreckte sich auf fast alle elastischen Belagsarten - bis auf Sicherheitsbeläge, die um 1,8 % zulegten. Am stärksten büßten CV-Beläge ein (-18,1 %). Bei der größten Produktgruppe der LVT-Designbeläge, von denen rund 10,84 Mio. m2 im besagten Zeitraum abgesetzt wurden, betrug das Minus 4,6 %. Für das dritte Quartal 2025 sei aber schon eine leichte Besserung feststellbar, sagte der FEB-Vorsitzende und blickte optimistisch auf 2026.

Marktforscher benennt
positive Rahmenbedingungen

Und auch der Marktforscher Martin Langen vom Institut B+L Marktdaten aus Bonn hatte in seiner Analyse der aktuellen Bau- und Immobilienwirtschaft viel Positives zu berichten. Die Ausgangslage im Herbst 2025 sei gut: "Bauaufträge und Baugenehmigungen drehen ins Plus, das Zinsniveau ist stabil und der private Neubau ist wieder gestartet. Überall sind im 2. Quartal 2025 die Preise für Wohnimmobilien gestiegen." Im Neubau des Nichtwohnbaus komme viel serielles Bauen zum Einsatz, zum Beispiel bei Schulen und Wohnheimen. Der Auftragseingang in der Bauindustrie sei in den vergangenen Monaten sehr gut (+6,5 % im Zeitraum Januar bis August 2025) - allerdings regional sehr unterschiedlich verteilt. Zudem sagte Langen voraus, dass der soziale Wohnbau boomen werde, was noch von der Ampel-Regierung angeschoben wurde. Aus dem Infrastruktur-Sondervermögen könnten ab 2026 (vor allem 2027) in den Nichtwohnbau spürbar Gelder fließen. Auch der Wohnungsbau profitiert von diesem Paket, indem mit ca. 11 Mrd. EUR die bestehenden Programme finanziell ausgestattet werden und Kreditkonditionen verbessert wurden. "Die Fördertöpfe sind wieder voll. Bei Finanzierung und Nachfrage tut sich echt etwas." Die Immobilienbranche plant aktuell wieder mehr in die Modernisierung ihrer Bestände zu investieren. "Ihre Vertriebsmitarbeiter müssen jetzt eng an den Projektentwicklern und Wohnungsgesellschaften dran sein. Das Geschäft ist extrem personenbezogen", riet Langen den anwesenden Industrievertretern.

Der Marktforscher betonte, dass aktuell keine neue Inflationswelle in Sicht sei - es bestehe derzeit kein Engpass an Gütern, auch der Ölpreis sei seit Monaten stabil. Er berichtete weiter von einem Boom bei Immobilien-Kreditaufnahmen - zuletzt in einer Größenordnung von 22,3 Mrd. EUR pro Monat: "Das ist das Niveau von 2021." 90 % der Kredite wurden in 2024 für den Kauf von Bestandsimmobilien verwendet. "Es ist mir ein Rätsel, warum unsere Branche davon nichts merkt. Genau das sind die Immobilien, die renoviert werden müssten", sagte Langen. Als mögliche Erklärung führte er an, dass junge Eigenheimbesitzer den Retro-Look der Inneneinrichtung alter Häuser schätzen würden oder sich einfach eine Renovierung nach dem Hauskauf nicht mehr leisten könnten. Aber: "Die Renovierung läuft uns nicht weg - die kommt." Allerdings machte sein Institut ein weiteres Problem aus: Beim Renovierungszyklus geben Eigenheimbesitzer verstärkt der Anschaffung von Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen den Vorzug gegenüber dem Austausch von Bodenbelägen: "Darunter leidet auch der Absatz der elastischen Beläge."

Psychologische Einstellung
als großes Hemmnis

Langen benannte weitere Hemmnisse: "Viele politische Rahmenbedingungen sind nach wie vor unklar. Es besteht weiterhin eine Abwartehaltung bei der Eigenheimförderung und der Förderung der energetischen Sanierung." Auch prognostizierte er, dass Insolvenzen entlang der Wertschöpfungskette weiter steigen werden: Projektvolumina von rund 30Mrd. EUR befanden sich Stand Mitte 2025 in Insolvenz. Sorgen bereite Langen der Nicht-Wohnbau: "Dieser wird langsam zum Ausfall, vor allem bei Großprojekten. Wir erleben, dass noch Aufträge aus 2022 abgearbeitet werden - danach herrscht Funkstille. Die Pipeline leert sich, das ist wirklich ein Problem." Zusätzlich würden psychologische Effekte potenzielle Bauherren hindern, zu investieren: "Wir erleben keine Stimmungsverbesserung bei der Anschaffungsneigung. Das liegt nicht am Geld, sondern an der vorherrschenden, negativen Stimmung. Die Zuversicht fehlt einfach."

Und genau diese Zuversicht wollte der FEB auf seiner Jahrestagung vermitteln: "Wir sind eine starke Gemeinschaft", sagte der Vorsitzende Volkmar Halbe. Er freute sich, dass in 2025 zwei neue Fördermitglieder gewonnen werden konnten: der Verlegewerkstoffhersteller Bostik und der irische Messgeräte-Anbieter Tramex. Die Chancen stünden zudem gut, dass in Kürze sogar noch ein drittes Unternehmen zum Verband hinzustoßen könnte. Zudem erinnerte Halbe an den am 8. Oktober 2025 im Alter von 84 Jahren gestorbenen FEB-Ehrenpräsidenten Eberhard Lotz: "Er hat unsere Gemeinschaft erst möglich gemacht." Der Gründer des Bodenbelagsherstellers Objectflor habe seine Persönlichkeit stets zum Wohle der Branche eingesetzt. Zudem gedachten die Anwesendes des am 30. September 2025 nach kurzer, schwerer Krankheit gestorbenen Bernhard ter Hürne, geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Bodenbelagsherstellers. "Er war ein unglaublich schaffenskräftiger Unternehmer und ein exzellenter Ansprechpartner für den FEB", lobte Volkmar Halbe.

Aktivposten prägen
die Verbandsgemeinschaft

Der Vorsitzende hob weiter die Verdienste der Aktivposten des FEB hervor: Der Arbeitskreis Technik mit seinen 35 Mitgliedern hat die Produkt- und Anwendungstechnik im Blick. Unter anderem erarbeiten diese unter der Leitung von Bernd Greve (Geschäftsführer Project Floors) Technische Informationen (TI) als praxisgerechte Nachschlagewerke. In 2025 war dies die TI 8, die sich mit dem Unfall- und Gesundheitsschutz im Handwerk beschäftigt. In Arbeit ist derzeit die TI 9, bei der die Belegreifemessung bei Untergründen für Bodenbeläge im Fokus steht. Zudem wird stetig das Handbuch Technic-Explorer aktualisiert. Der FEB bietet dieses Expertenwissen kostenlos auf seiner Website unter www.feb-ev.com/wissen an. Der Online-Auftritt des Verbands sei "immer aktuell und dialogorientiert", sagte Halbe und fügte an, dass der FEB auf Social Media vor allem über die Plattformen LinkedIn und Instagram zahlreiche Zielgruppen anspreche. Auf LinkedIn konnte kürzlich der 750. Follower begrüßt werden, berichtet der FEB-Vorsitzende und lobte dabei den Presse- und Öffentlichkeitsbeauftragten Uwe Viebrock.

Zweiter wichtiger Aktivposten ist der Arbeitskreis Markt + Wissen, geleitet von Michael Stein (Geschäftsführer Gerflor). Die 15 Mitglieder stellen vor allem statistische Markt- und Branchendaten zusammen und machen sie der FEB-Gemeinschaft in Form von Reportings zugänglich. 2025 befassten sie sich intensiv mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen und bereiteten die FEB-Mitgliederversammlung vor. Volkmar Halbe hob den guten Austausch mit den Messegesellschaften aus Hannover und München hervor, von denen Vertreter an der Tagung in Berlin teilnahmen: Sonia Wedell-Castellano, Global Director Domotex, und die neue BAU-Verantwortliche Cornelia Lutz. Intensiviert hat der FEB seine Beschäftigung mit dem Thema Nachhaltigkeit: In Zusammenarbeit mit dem TFI Aachen bietet der Verband seinen Mitgliedern und Förderern exklusive und maßgeschneiderte Fortbildungen dazu an.

Netzwerken mit weiteren
Verbänden der Branche

"Verband heißt verbünden", sagte Volkmar Halbe und ging auf die verbandsübergreifende Netzwerkarbeit ein. Dazu gehört unter anderem das Engagement des FEB in der Initiative "Schnittstelle Fußboden" (siehe auch Artikel auf Seite 36). In dieser setzen sich Vertreter verschiedener Verbände mit den bestehenden Regelwerken der Branche auseinander, damit verlegte Fußbodensysteme am Ende richtig funktionieren. "Nachdem ein paar Streitfragen geklärt werden konnten, ist die Schnittstelle Fußboden wirklich eine sehr produktive Umgebung geworden", sagte Halbe. Der FEB ist auch bei Vinylplus, dem Selbstverpflichtungsprogramm der europäischen PVC-Industrie, vertreten. Hier ändert sich ab 2026, dass der Verband aufgrund von Budgetfragen seine Mitgliedschaft bei Vinylplus Deutschland beendet, aber die Mitarbeit auf europäischer Ebene weiterhin bestehen bleibt. Als Fördermitglied der Initiative "Das ist Bodenhandwerk" macht sich der FEB weiterhin für die Nachwuchsgewinnung bei den Boden- und Parkettlegern sowie Raumausstattern stark.

Zu den weiteren Highlights der zweitägigen Veranstaltung gehörte eine Diskussionsrunde mit den Anwesenden zum großen Zukunftsthema Künstliche Intelligenz. Eingangs zeigte der KI-Experte Thomas Mix von der Agentur DIM-Abteilung an Beispielen, welche Möglichkeiten KI heute bietet: von der sekundenschnellen Erstellung von Fotos und Vidoclips bis hin zum Komponieren ganzer Songs. KI-Tools ersetzen immer mehr Studien-Wissen. Zudem werde sich laut Mix ein wichtiger Faktor ändern: "Die Menschen werden nicht mehr über Google im Internet suchen, sondern immer mehr über KI. Die Unternehmen müssen darauf achten, von der KI gefunden zu werden." Dies gelinge beispielsweise, wenn in Foren besonders positiv über die jeweilige Marke gesprochen werde. Bei der anschließenden Diskussion berichteten Andreas Cellar (Leister), Rüdiger Dicke (Unifloor) und Frank Wittkowski (Uzin), wie ihre Unternehmen KI derzeit nutzen. So hat Unifloor beispielsweise einen Chat-Bot entwickelt, der rund um die Uhr erreichbar ist und immer wiederkehrende Fragen schnell beantwortet.

Künstliche Intelligenz
übernimmt Standardprozesse

Bei den Berichten wurde deutlich, dass es wichtig sei, die Mitarbeiter bei dem Thema mitzunehmen und an KI heranzuführen: "Nutzen für alle generieren und Ängste nehmen", lautete dabei die Devise von Frank Wittkowski. KI-Tools können dann zur Organisation des eigenen Arbeitsplatzes, für Marktanalysen, Gesprächsvorbereitungen und Prozessoptimierungen genutzt werden, wie Andreas Cellar ausführte. "KI wird eine ganze Menge Standardprozesse übernehmen. Jeder sollte daher mit KI spielen", empfahl Rüdiger Dicke.

In die Tagung war noch ein Vortrag von Anselm Pahnke eingebettet: Der 36-jährige Abenteurer, Geophysiker und Filmemacher berichtete, wie er den Mut gefunden hatte, Afrika mit dem Fahrrad zu durchqueren - größtenteils alleine. "Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Gegenwart von Vertrauen", lautete dabei eine seiner Botschaften - sehr passend zum Motto "Optimismus wagen" der FEB-Jahrestagung. An den zwei Tagen in Berlin kamen zudem das Netzwerken und der gemeinsame Austausch nicht zu kurz. Der Termin der nächsten FEB-Jahrestagung steht auch schon fest: Diese soll am 26. und 27. Oktober 2026 in Hamburg stattfinden.


FEB im Überblick
FEB e.V.
An der Alten Kirche 25 a
48165 Münster
Tel.: 0 25 01 / 80 92 12
info@feb-ev.com
www.feb-ev.com

Gründung: 2002

Mitglieder: 9 ordentliche, 27 fördernde

Vorstand:
-Volkmar Halbe (Vorsitzender)
-Dieter Overkamp
-Bernd Greve
-Michael Stein

Presse-/Öffentlichkeitsarbeit: Uwe Viebrock

Arbeitskreise:
-Technik
-Markt + Wissen
Hoffen auf konjunkturellen Befreiungsschlag in 2026
Foto/Grafik: FussbodenTechnik / Quelle: FEB
Absatzmengen der FEB-Mitglieder in D/A/CH-Region
Hoffen auf konjunkturellen Befreiungsschlag in 2026
Foto/Grafik: FussbodenTechnik / Quelle: FEB
Absatzmengen einzelner Belagsarten der FEB-Mitglieder
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Foto/Grafik: FEB
Wichtiger Aktivposten des Fachverbands der Hersteller elastischer Bodenbeläge: Die Mitglieder des Arbeitskreises Technik trafen sich am 10. September 2025 bei Gerflor in Troisdorf.
Hoffen auf konjunkturellen Befreiungsschlag in 2026
Foto/Grafik: FEB
Der FEB-Arbeitskreis Markt + Wissen tagte am 11. September 2025 bei Leister in Wuppertal.
aus FussbodenTechnik 01/26 (Wirtschaft)