Kompetenz-Zentrum Textil+Sonnenschutz

Matratzenverband beklagt für 2024 erneut Umsatzminus


Vor dem Hintergrund der angespannten politischen und wirtschaftlichen Lage in Deutschland und weltweit blickt auch die deutsche Textil- und Matratzenindustrie 2024 auf ein weiteres herausforderndes Geschäftsjahr zurück.

Die Branche steht 2025 unter erheblichem Druck. Die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten - ausgelöst durch globale Konflikte, die Auflösung des Bundestags sowie vorgezogene Neuwahlen - haben zu einer starken Verunsicherung auf Konsumenten- wie Unternehmensseite geführt. Die Folge: eine spürbare Kaufzurückhaltung und rückläufige Nachfrage über nahezu alle Produktgruppen hinweg.

Die Hersteller von Matratzen mussten einen Umsatzrückgang von -9,4 % und ein Absatzminus von -7,7 % verkraften. Besonders deutlich fielen die Rückgänge bei Bonnell-Federkernmatratzen aus, die rund 20 % an Absatz und Umsatz einbüßten. Auch Schaumstoffmatratzen litten stark unter der Konsumflaute (-11,9 % Absatz, -10,5 % Umsatz), ebenso wie Latex (-8,0 % / -6,9 %) und Taschenfederkern (-3,6 % / -8,3 %). Einziger Lichtblick war die Gruppe "Sonstige Technologien", die beim Absatz um 17,1 % zulegen konnte - wenn auch mit leicht rückläufigem Umsatz (-0,7 %).

Auf Produktebene zeigten sich Boxspring-Systeme und Topper besonders schwach. Bei Boxspring-Matratzen brach der Absatz um 17,2 % ein, der Umsatz sank um 13,7 %. Auch Topper verloren zweistellig (-14,6 % / -13,0 %). Lediglich Unterfederungen entwickelten sich leicht positiv mit +0,3 % beim Absatz und +2,6 % beim Umsatz.

Zugleich führten hohe Produktionskosten, steigende Energiepreise und anhaltender Fachkräftemangel viele Unternehmen in eine wirtschaftlich angespannte Lage. Zusätzliche Belastungen entstanden durch drohende Strafzölle im US-Handel sowie die verstärkte Konkurrenz aus China. Der Wettbewerbsdruck wächst - insbesondere für mittelständische Hersteller, die im internationalen Vergleich mit hohen Standortkosten zu kämpfen haben.
Die Branche fordert daher gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen: Steuererleichterungen, weniger Bürokratie, Investitionsanreize und eine Stärkung des Produktionsstandorts Deutschland stehen ganz oben auf der Agenda. Für viele Betriebe geht es inzwischen ums wirtschaftliche Überleben.

Als kleiner Hoffnungsschimmer betrachtet der Matratzenverband seinen Auftritt auf der Heimtextil 2025 im Janur in Frankfurt. Der Austausch innerhalb der Branche sowie das positive Feedback auf neue Produkte zeigten: Innovationskraft sei vorhanden - aber sie brauche bessere Rahmenbedingungen.

Auch der Heimtextilienmarkt verzeichnete 2024 ein Umsatzminus von -1,8 %. Nur Bettwaren konnten sich mit einem Absatzplus von +15,8 % und leichtem Umsatzwachstum (+1,5 %) dem Negativtrend entziehen.
Matratzenverband beklagt für 2024 erneut Umsatzminus
Foto/Grafik: Quelle: Kompetenzzentrum Textil + Sonnenschutz
Umsatz- und Absatzentwicklung in %
Gesamtjahr 2024 zu 2023
aus Haustex 05/25 (Wirtschaft)