GD Holz: 50.Holzhandelstag in Bremen in neuem Format

Zwischen Rückblick und Reformdruck

Zum 50. Holzhandelstag hatte der Gesamtverband Deutscher Holzhandel, GD Holz, nach Bremen geladen. 110 Teilnehmer kamen zusammen, um darüber zu sprechen, was sie im Alltag bewegt: Bürokratie, Brüssel und die Baukrise. Erstmalig setzte der GD Holz nicht auf Frontalvorträge, sondern das direkte Gespräch am runden Tisch. Neu ist, dass sich der Verband für Mitglieder aus den deutschsprachigen Ländern öffnet.

Der alljährliche Holzhandelstag, die Mitgliederversammlung des GD Holz, ist einer der bedeutenden Branchentreffs. In diesem Jahr feiert die Veranstaltung, die wieder gemeinsam mit dem Holzring ausgerichtet wurde, ihr 50-jähriges Jubiläum und beging dies in Bremen, im Atlantic Grand Hotel, unweit des Marktplatzes. Mit 110 Teilnehmern war das auf ein kompaktes 1 Tages-Format komprimierte Event gut besucht. Ebenfalls neu: Statt auf Podium und Frontalvorträge setzte der GD Holz auf den direkten Austausch und mehr Raum für echte Begegnung an neun sogenannten Round Tables.

Bis 1976 war der Holzhandel in eine Vielzahl an Verbänden zersplittert, die dann anfingen, zum Bundesverband Deutscher Holzhandel zu fusionieren. 1984 bezogen sie eine gemeinsame Geschäftsstelle in Wiesbaden, schlossen sich nach der Wiedervereinigung bundesweit zusammen, verschmolzen kurz vor der Jahrtausendwende mit dem VDH zum Gesamtverband Deutscher Holzhandel und verlagerten 2008 den Sitz nach Berlin. Themen wie Tropenholz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit prägen den Verband seit jeher.

GD Holz öffnet sich für Mitglieder
aus dem deutschsprachigen Raum

Aktuell steht der Verband trotz globaler volatiler Wirtschaftsentwicklung finanziell grundsolide da, wie Geschäftsführer Thomas Goebel berichtete. Und sieht sich auch für die Zukunft mit den sich stetig wandelnden wirtschaftlichen Herausforderungen gut gewappnet. "Der Holzhandel spielt national wie international eine besondere Rolle in der Holzwirtschaft", so Goebel weiter. "Deshalb hat die Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen, Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum in Europa ebenfalls die Mitgliedschaft im GD Holz zu ermöglichen."

Neun Round Tables brachten
Schwung in die Diskussion

Themen wie Tropenholz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit prägen den Verband von Anfang an. Die Jubiläumsveranstaltung in Bremen bot den Rahmen, um aktuelle Themen zu erörtern und gezielt Lösungen zu diskutieren - nicht im Plenum, sondern an den Round Tables. Kompakten Informationen schlossen sich lebhafte, teils auch kontroverse Debatten an - zur EUDR, die Anwendung künstlicher Intelligenz im Holzhandel, der Marktentwicklung, Anti-Dumping-Verfahren und anderem. Die Gesprächsrunden bündelten das Wissen der Teilnehmenden und brachten den Dialog in Fahrt. Der Austausch verlief engagiert, stellenweise kontrovers, aber immer bereichernd.

Verbandsvorsitzender Maximilian Habisreutinger moderierte die Diskussion zur Initiative "Holz rettet Klima", die gemeinsam mit der gesamten deutschen Holzwirtschaft um die gesellschaftliche Akzeptanz und die verstärkte Nutzung von Holz wirbt. "Die Menschen müssen die klimaschützende Funktion unserer Produkte erkennen und verinnerlichen", lautete seine Forderung. "Deshalb ist es umso wichtiger, dass unsre Unternehmen die Botschaft mitnehmen und unseren Kunden vermitteln."

EUDR: GD Holz kritisiert unpraktikable
Pflichten für deutsche Händler

Enorm beschäftigt den Holzhandel das Thema EUDR. Viele GD Holz-Mitglieder würden sich mit konkreten Fragen und Sorgen melden, merkte Goebel an. Vor allem die Pflicht zur Weitergabe von Referenznummern stellt viele Betriebe vor Probleme. "Ein bürokratisches Monster", kritisiert der GD Holz. Zudem sieht er strukturelle Wettbewerbsverzerrungen. In Ländern mit schwacher Kontrolle könnten weiterhin problematische Ware auf den Markt gelangen, während Unternehmen in streng regulierten Ländern wie Deutschland die Folgen tragen müssten. "Das gefährdet faire Marktbedingungen." Entsprechend fordert der Verband eine einheitliche Umsetzung in allen 27 Mitgliedstaaten, um einen "bürokratischen Flickenteppich" zu verhindern.

US-Zollpolitik birgt auch für
die Holzbranche Risiken

Die Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump sorgt auch in der Holzbranche für Unruhe. "Das ist ein schwieriges Thema, weil sich jede Woche etwas ändern kann", so Goebel. Der GD Holz stellt sich klar gegen neue Handelsbarrieren und plädiert für offene Märkte. Zölle und Sanktionen bremsten nicht nur den internationalen Warenfluss, sondern verteuerten auch das Bauen. . "Wenn es in Washington politisch stürmt, spürt das am Ende auch der Holzhändler." Immer häufiger werde Wirtschaft zum Spielball politischer Interessen.

Ausblick: Es geht nicht schnell,
aber es geht weiter

Für das laufende Jahr dämpfte Thomas Goebel allzu positive Erwartungen. "Ich bin nicht so euphorisch. Vielleicht landen wir auf Vorjahresniveau." Dennoch hofft er auf ein politisches Signal: "Ich wünsche mir eine Initialzündung durch die neue Regierung. Damit der Mut zurückkehrt, wieder zu investieren und zu bauen." Zugleich machte er klar, dass der Weg dorthin kein schneller Prozess sei. Der Durchbruch? "Vielleicht dauert es einfach noch bis 2026."

Der 51. Holzhandelstag 2026 ist in Erfurt geplant.


Leichte Stabilisierung, doch die Margen bleiben unter Druck
Nach zwei Jahren mit massiven Verlusten zeichnet sich im Holzhandel eine erste Bodenbildung ab: Per Ende April verbesserten sich die Umsätze um 1,9 % bei größtenteils stagnierenden Mengen - ein zartes Plus, das laut Maximilian Habisreutingen vor allem auf Preisentwicklungen zurückzuführen ist. Deutlich im Plus lagen Hobelwaren (+ 9,5 %) und Holz im Garten (+ 6,6 %). Auch Platten (+ 0,7 %) und Schnittholz (+ 1,3 %) tendieren positiv. Bodenbeläge blieben hingegen um 1 % hinter dem vergleichbaren Vorjahreswert zurück, Bauelemente sogar um 4,9 %.

Der Wettbewerbsdruck bleibt hoch, die Ertragslage angespannt, da die Nachfrage immer noch schwächelt. Für den weiteren Jahresverlauf wird mehrheitlich mit einem stabilen Geschäft gerechnet, nur wenige hoffen auf spürbare Zuwächse.

Plattenwerkstoffe bilden mit einem Anteil von 36,1 % das mit Abstand stärkste Segment im Holzhandel, vor Bauelementen mit 16,6 % und Hobelware mit 13,2 %. Holz im Garten trägt im Schnitt 10,5 % zum Gesamtumsatz bei, Schnittholz 8,1 % und Bodenbeläge 5,3 %. Dienstleistungen spielen mit 1,7 % eine untergeordnete Rolle.
aus Parkett Magazin 05/25 (Wirtschaft)