Nachgefragt bei Dr. Joschua Bieger, Geschäftsführer Kährs Deutschland
"Wir kennen den Holzhandel und den Verleger und ihre Bedürfnisse sehr genau"
Der Markt ist stark besetzt und entsprechend wettbewerbsintensiv. Wo positionieren Sie sich mit ihren Designbelägen?
Wir differenzieren uns stark von der Billig-Massenware über folgende Attribute: Ein sehr umfangreiches Sortiment, eine große Auswahl an Großformaten und Musterböden wie Fischgrät und Chevron und Design-Expertise hinsichtlich der Nähe zur Natur. Insbesondere bei den Holzdekoren haben wir eine hohe Kompetenz, weil wir als Parketthersteller das nötige Know-how haben, um bestmöglich authentische Looks bei den Produkten zu erzielen.
Außerdem setzen wir bei unseren Premium-Produkten den neuesten "Stand der Technik" in Design um, verfügen über langjährige Erfahrung mit SPC-Technologie, verwenden die beste SPC-Qualität, die es am Markt gibt und führen Spezialprodukte für den High-End-Bereich. Alle unsere Produkte sind QNG-zertifihziert und erfüllen somit die Vorgaben für Nachhaltigkeit und Wohngesundheit.
Bieten Sie auch Private Label an?
Wir bieten sowohl reine Private Labels, als auch sogenannte hybride Markenkonzepte an. Diese hybriden Marken-Konzepte bestehen daraus, dass Kährs als Marke verwendet wird, aber die Kunden eigene Produktnamen der einzelnen Produkte festlegen. Dadurch können die Kunden bei dieser Kombination mit dem starken Markenname Kährs arbeiten und haben aber gleichzeitig auch die Individualisierung und Differenzierung über die eignen Produktnamen. Die ideale Kombination aus unserer Sicht.
Warum sind Sie der richtige Lieferant für den Holzhandel und das parkettlegende Handwerk?
Weil diese Zielgruppen schon immer auch unsere Kunden für Parkett waren. Wir kennen sie und ihre Bedürfnisse sehr genau und haben uns auch für Designbeläge darauf eingestellt. Wichtig ist einerseits, ein qualitativ gutes Einstiegspreissortiment zu haben und andererseits ein starkes Premiumsortiment, mit dem sich diese Fachleute vom Rest der Welt abheben können. Diesen Spagat beherrschen wir perfekt. Wir führen alle Produkte am Lager und unterstützen die Kunden mit moderner Kommunikation und Verkaufsförderung.
Glauben Sie, dass sich Designböden nach Jahren stetigen Wachstums ihrem Zenit nähern oder ist immer noch Luft nach oben?
Wir sehen hier ganz klar signifikant Luft nach oben und somit auch ein langfristig stabiles Wachstumspotential, da es vom Laminatboden und textilen Bodenbelägen immer noch Marktanteile zu holen gibt.
Sind die Produkte inzwischen ausgereift oder gibt es noch Entwicklungsbedarf? Wenn ja, wo?
Es gibt immer Entwicklungsbedarf. Sogar an vermeintlich einfachen Dingen gibt es einiges, so könnten z.B. die Steindekore in der Haptik zugewinnen. Und dann gibt es z.B. beim Digitaldruck recht viel Luft nach oben, was die Brillanz anlangt. Unabhängig davon gibt es bei den PVC-freien Produkten Entwicklungspotential, was die Konstanz anlangt.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit heutzutage bei Designbelägen?
Es gibt einige Standardanforderungen, die erfüllt werden müssen. Diese beziehen sich vor allem auf Wohngesundheit. Wir erfüllen das allumfänglich mit zertifizierten Dokumentationen, z.B. sind alle unsere Produkte für QNG-qualifiziert. Darüber hinaus haben wir neben unserem normalen, umfassenden Designbelags-Programm ein innovatives, grünes Recyclingprodukt auf den Markt gebracht. Etwas ernüchtert stellen wir fest, dass die Zeit für eine "supergrüne Revolution" noch nicht reif ist: Für die große Masse der Konsumenten muss es offensichtlich nicht "supergrün" sein. Es ist viel wichtiger, dass das Produkt optisch ansprechend ist, kompromisslos funktional, und kaum mehr kosten darf als das "Normale". Das heißt, die Produkte müssen zwar formal einen hohen Standard an Wohngesundheit erfüllen, aber "Extra-Grün" wird selten extra bezahlt. Hier empfehlen wir dann das wahre Grün: einen echten Natur-Holzboden.
aus
Parkett Magazin 04/25
(Wirtschaft)