70. Messe Nordbau in Neumünster
Mehr als 50.000 Besucher zog es in den Norden
Die Bauwirtschaft blickt nach vorne - dies wurde auf der Jubiläumsausgabe der Messe Nordbau, die Mitte September im schleswig-holsteinischen Neumünster stattfand, deutlich. Das Interesse der Besucher an dem Format rund ums Bauen war groß: Im Vergleich zum Vorjahr kamen deutlich mehr Menschen aufs Gelände rund um die Holstenhallen.Nach fünf Tagen ist am 14. September 2025 die Jubiläumsausgabe der Nordbau zu Ende gegangen - der nach eigenen Angaben größten Kompaktmesse des Bauens im nördlichen Europa. Im schleswig-holsteinischen Neumünster präsentierten fünf Tage lang 701 Aussteller aus 16 Ländern ihre Neuheiten an Produkten und Dienstleistungen. 50.300 Besucher nutzen die Messe, um sich über innovative Baustoffe und -geräte zu informieren oder sich bei den Fachverbänden beraten zu lassen. Bei der Ausgabe im Vorjahr waren es noch 44.300 Interessierte gewesen.
Auf dem ausgebuchten und vollbestückten Messegelände - im Freigelände und den weiteren Hallen - präsentierten Aussteller Baugeräte, Baumaschinen, Nutzfahrzeuge, Baustoffe, IT und vieles mehr für die Baubranche, für Unternehmen, Handwerker und Geräteführer. Viele Aussteller konnten an den Messetagen gute Geschäftsabschlüsse verbuchen und wichtige Gespräche führen - mit Stammkunden und neuen Interessenten.
Bodenbranche stellt
auf Nordbau aus
Aus der Bodenbranche stellten beispielsweise BGS Jan Tebroke, Böcker Maschinenbau, Flex Elektrowerkzeuge, hTRIUS, Husqvarna Deutschland, Collomix, Fein, Köster Bauchemie, Lissmac, Schlüter-Systems und Steico aus. Deren Vertreter zogen ein positives Fazit der Messe: "Wir stellen seit Jahren auf der Nordbau aus. Ich treffe hier viele meiner Kunden. Viele Menschen haben Probleme mit feuchten Kellern - der Bestand im Altbau nimmt zu. Daher herrscht großes Interesse an unseren Produkten", sagte beispielsweise Peter Kurowski, Verkaufsleiter Region Nord, bei dem für seine Abdichtungssysteme bekannten Unternehmen Köster Bauchemie aus Aurich. Kora Karstens, Außendienstmitarbeiterin bei Schlüter-Systems, lobte die Bandbreite des Publikums: "Neben Endverbrauchern sind auch Bauträger, Handwerker und Architekten hier."
Die Schleifmaschinenspezialisten von BGS Jan Tebroke aus Bocholt nutzten die Gelegenheit, ihre Hypergrinder-Produkte im Norden noch bekannter zu machen. Geschäftsführer Jan Tebroke erklärt: "Wir sind offizieller Stützpunkthändler für Hyper-Grinder-Maschinen aus Italien in Deutschland und wir bieten zusätzlich auch Maschinen von National Flooring Equipment (NFE) und Contec an. Unsere Stärke ist die Beratung, der Verkauf und die Betreuung rund um diese leistungsstarken Maschinen für den professionellen Einsatz." Sein Vater Anselm Tebroke, zuständig für die Anwendungstechnik, ergänzt: "Für manche Handwerker ist es interessant, Bodenschleifmaschinen zu mieten, wenn sie nicht ständig zum Einsatz kommen. Wer häufiger schleift, wird dann eher kaufen."
Besonders bei den Handwerkern kam das Exoskelett BionicBack des Anbieters hTRIUS gut an. Viele Besucher wollten dieses unterstützende Hilfsmittel beim Tragen schweren Lasten sofort ausprobieren. Da Rückenbelastungen auf der Baustelle zum Alltag gehören, fördert die Berufsgenossenschaft Bau die Einweisung des Exoskeletts inklusive eines zweiwöchigen Praxistests. "Die BG Bau übernimmt bis zu 50 % der Kosten", erläuterte Maksim Osipau, Sales Manager Ost bei hTRIUS, in Neumünster.
Hoher Besuch
aus der Politik
Neben ihrer Funktion als Leistungsschau diente die jüngste Nordbau auch als Plattform, um die 50-jährige Partnerschaft mit Dänemark zu feiern, bei der der dänische Gemeinschaftsstand und seine Aussteller im Mittelpunkt standen. Schon bei der Eröffnung würdigten Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen und der dänische Botschafter Thomas Østrup Møller die wirtschaftliche Strahlkraft, die aus dem Austausch der beiden Länder und der Plattform Nordbau mit ihren Ausstellern für die Baubranche hervorgeht. Hamburgs Staatsrätin für Stadtentwicklung und Wohnen, Jacqueline Charlier, bekräftige die Wichtigkeit von Miteinander und Weiterentwicklung auch beim Bau dringend benötigten Wohnraums und stellte den Hamburger Standard vor.
Damit lieferte sie den richtigen Impuls für die zweite Conbau Nord, die parallel zur Messe an zwei Tagen das Thema Wohnungsbau in der Transformation in den Fokus rückte. Mehr als 250 Teilnehmer nutzten pro Tag die Plattform, um sich über neue Bau- und Wohnformen, Förderungen, Akzeptanz von Veränderung sowie Nachhaltigkeit zu informieren und sich interaktiv auszutauschen. Die Fortsetzung 2026 ist bereits in der Planung.
Zwei Sonderthemen stoßen
auf viel Interesse
Auf viel Zuspruch stießen auch die beiden Sonderthemen der diesjährigen Messe: Die Möglichkeiten der Fassadenbegrünung und deren positive Auswirkungen interessierten zahlreiche Immobilienbesitzer. Die Sonderschau temperaturabgesenkter Asphalt in Halle 6 lockte Fachbesucher zum eigens angefertigten Modell zu Straßenbauarbeiten und vor allem zu den unterschiedlichen Akteuren und Ansprechpartnern. Hohen Informationsbedarf und konkrete Anliegen hatten die Besucher in Halle 7, die ganz im Zeichen der erneuerbaren Energien stand.
Immer mehr Betriebe und vor allem große Baukonzerne nutzten das Branchentreffen in Neumünster zur Personalgewinnung. Damit wurden nicht nur angehende Auszubildende und Studierende über die 13. Ausgabe der Nordjob Bau:Technik angesprochen, sondern auch Fachkräfte und Quereinsteiger aus allen Bereichen der Bauindustrie. Netzwerken, Austauschen, Wissenstransfer stand auch im Mittelpunkt der 48 Kongresse, Fortbildungen und Verbandstreffen mit rund 4.000 Teilnehmern.
Nächste Ausgabe vom
9. bis 13. September 2026
"Die Resonanz der Nordbau-Aussteller und -Messepartner spiegelt wider, dass persönliche Kontakte und gemeinsame Initiativen unerlässlich sind, um anstehende Infrastrukturmaßnahmen, Bauprojekte und Neuausrichtungen bei Verordnungen und Vorgaben anzugehen", teilte abschließend die Messeleitung mit. Der nächste Termin steht schon fest: Die 71. Nordbau findet vom 9. bis 13. September 2026 auf dem Messegelände Holstenhallen Neumünster statt.
Diese Aussteller aus der Bodenbranche trafFussbodenTechnik auf der Nordbau 2025
Steico
Steico zeigte seine Expertise, wenn es um das Dämmen von Gebäuden mit ökologischen Materialien geht. Außendienstmitarbeiter Christian Otto erläuterte die große Bandbreite der Bodensysteme der Feldkirchener. So ist Steico Eco Silent eine druckfeste Unterlage aus natürlicher Holzfaser für Laminat und Parkett, die eine Trittschallminderung von 19 dB ermöglicht. Auch Steico Base, eine hochdruckfeste Dämmplatte aus Holzfaser, war zu sehen.
hTRIUS
Das Exoskelett BionicBack von hTRIUS wollten viele Handwerksbesucher gleich ausprobieren. Die Tiefbaufacharbeiter von Eggers aus Wittenberge hoben das 40 kg schwere Gewicht mit dem BionicBack deutlich rückenschonender an, wie Paule Thomas (rechts) nach dem Test befand. Maksim Osipau, Sales Manager Ost (links), hob die Vorteile hervor: "Mit dem Exoskelett investieren Unternehmen in die Gesundheit und Zukunftsfähigkeit ihrer Fachkräfte."
Flex Elektrowerkzeuge
Christoph Trommer, Gebietsleiter Hamburg, stellte die Kapp- und Gehrungssäge Flex SMS 305 (Foto) und die Kartuschenpresse CG 310/600 für Silikon, Hybridkleber und Acryl vor. Am Messestand präsentierte das Flex-Team vor allem Werkzeuge für Wand, Decke, Fußboden, Diamanttechnik sowie Autopoliturmaschinen. Auf der Nordbau erreicht Flex vor allem Holz verarbeitende Gewerke, Maler, Innenausbauer und Privatkunden.
Schlüter-Systems
Außendienstmitarbeiterin Kora Karstens legte den Fokus auf Abschlussprofile für keramische Fliesen, deren Optik der Kunde nach seinen Wünschen bestimmen kann - sodass Fliese und Profil eine optische Einheit bilden. Aber auch Logos, Schriftzüge und spezielle Muster sind problemlos möglich. Diese individuelle Gestaltung ermöglicht das Programm My Design by Schlüter-Systems. Zu feiern gab es das 50-jährige Jubiläum der berühmten Schlüter-Schiene.
BGS Jan Tebroke
Die Schleifmaschinen-Experten Anselm und Jan Tebroke, Geschäftsführer von BGS Jan Tebroke, verleihen und verkaufen Hypergrinder- und Contec-Schleifmaschinen. Zielgruppe sind Fachbetriebe, die das Schleifen und die Untergrundvorbereitung im Portfolio haben. Das 2023 gegründete Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Bocholt legt großen Wert darauf, für seine Kunden passgenaue Schleifarten zu finden. Auf der Nordbau knüpften sie wertvolle Kontakte.
Husqvarna Construction
Steffen Lux, Gebietsleiter Hamburg bei Husqvarna Construction, stellte den Rüttelstampfer, den Husqvarna Elektro-Trennschleifer und die Rüttelplatte LG164 vor. Dabei handelt es sich um eine kompakte, leichte und doch leistungsstarke reversierbare Rüttelplatte, die für kleinere Arbeiten, wie z. B. in Einfahrten und Wegen, entwickelt wurde. Sie ist das ideale Gerät bei einem dünneren Schotterbett, wenn Handwerker ein wendiges und agiles Handling benötigen.
Collomix
Gebietsverkaufsleiter Maxim Ott führte das breite Sortiment des bayerischen Mischtechnik-Spezialisten Collomix aus dem bayerischen Gaimersheim vor. Besonders viel Interesse zeigten die Besucher am Onemix 340. Der mobile Einsackmischer wurde speziell für Alleinarbeiter und den Einsatz auf kleinen Baustellen entwickelt. Das automatische Mischen erleichtert die Abläufe auf der Baustelle. Darüber hinaus waren auch Modelle der neuen Rührwerkserie XQ zu sehen.
Lissmac
Leistungsstarke Maschinen zur Untergrundvorbereitung führte Gebietsverkaufsleiter Dirk Klindtwort den Messegästen am Lissmac-Stand vor. Die Palette reichte von 270 bis 640 mm Arbeitsbreite. So ist die auf dem Foto zu sehende BSM 270 E ein wendiges Allroundgerät für das Schleifen und Glätten von Betonflächen sowie das Entfernen alter Kleberreste. Schleifmaschinen zur Bodenbearbeitung sind für Lissmac ein recht neues Geschäftsfeld, das viele Besucher interessierte.
Köster Bauchemie
Peter Kurowski, Verkaufsleiter Region Nord, begrüßte die Besucher am Stand von Köster Bauchemie. Die Aktiengesellschaft aus dem niedersächsischen Aurich ist vor allem für Ihre Bauwerks-Abdichtungssysteme bekannt. Für Bodenhandwerker interessant dürfte die vielseitige Bodenversiegelung Köster CT 227 1-K-Silan-System sein. Da das Produkt einkomponentig ist, kann es direkt aus dem Gebinde verarbeitet werden. Zudem ist das Material wasserdampfdurchlässig.
Fein
Der baden-württembergische Hersteller Fein zeigte eine große Palette seiner Werkzeuge. Für Bodenhandwerker ist vor allem das Multifunktionswerkzeug Multimaster interessant, das Sven Langer, Anwendungsberater Norddeutschland, vorstellte. Das vielseitige Elektrowerkzeug mit oszillierender Bewegung kann zum Beispiel zum Kürzen von Türzargen verwendet werden. Fein setzt mittlerweile auf die 18-Volt-Akkusystem-Allianz Amp Share von Bosch.
aus
FussbodenTechnik 06/25
(Wirtschaft)