Sopro Bauchemie
Gelungene BigBag-Logistik im Patentamt
Im Rahmen von Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen im Deutschen Patent- und Markenamt in München wurden umfassende Bodenarbeiten ausgeführt. Ziel war es, eine dauerhafte und optisch hochwertige Natursteinfläche mit einem belastbaren Unterbau herzustellen - unter Einhaltung hoher baulicher und organisatorischer Anforderungen im laufenden Betrieb. Die Arbeiten umfassten den Einbau eines zementären Fließestrichs sowie die anschließende Verlegung eines Natursteinbelags.
Die Estricharbeiten wurden mit dem werkseitig vorkonfektionierten Trockensystem SoproTherm FE Neo ausgeführt, der sich insbesondere durch eine gute Fließfähigkeit, geringe Schwindraten sowie eine frühe Begeh- und Belegreife auszeichnet. Das Material basiert auf CSA-Zement (Calcium-Sulfoaluminat-Zement), einer technologisch fortschrittlichen und umweltfreundlicheren Alternative zum klassischen Portlandzement. Dieser Zementtyp zeichnet sich durch eine deutlich geringere CO
2-Emission bei der Herstellung aus und ermöglicht gleichzeitig eine schnelle Festigkeitsentwicklung, minimiertes Schwindverhalten sowie eine hohe Maßhaltigkeit.
CSA-Zement reagiert im Vergleich zu herkömmlichem OPC-Zement unter Bildung von Ettringit, was zu einer frühen Volumenstabilität führt und Spannungsrisse reduziert. Für das Patentamt bedeutete dies nicht nur eine beschleunigte Bauabwicklung, sondern auch einen Beitrag zur ressourcenschonenden Ausführung.
Der Estrich wurde in einer mittleren Nenndicke von ca. 45 mm eingebaut. Aufgrund der geplanten Natursteinverlegung lag ein besonderes Augenmerk auf einer gleichmäßigen Festigkeitsentwicklung, geringen Verformungen und einem spannungsarmen Abbinden. Die Estrichflächen wurden planeben abgezogen und zur Vorbereitung auf die Verlegung fein angeschliffen.
Das Material wurde auf der Baustelle im BigBag angeliefert und direkt über eine Isotec-Pumpe verarbeitet. Die Pumpentechnik ermöglichte einen zügigen Materialtransport und eine kontinuierliche Verarbeitung auch über größere Distanzen innerhalb des Gebäudekomplexes.
Auf dem vorbereiteten Estrich wurde ein hochwertiger Natursteinbelag verlegt. Die Wahl fiel auf einen schnell erhärtenden, zementären Natursteinkleber: Sopro VarioStone schnell VST 429. Dieses Produkt eignet sich sowohl für Dünnbett- als auch für Mittelbettverfahren und wurde im vorliegenden Projekt insbesondere wegen seiner kristallinen Wasserbindung eingesetzt. Diese Eigenschaft minimiert das Risiko von Verfärbungen und Ausblühungen - ein kritischer Faktor bei empfindlichen oder hellen Natursteinmaterialien.
Die Verarbeitung erfolgte in Schichtdicken zwischen 5 und 15 mm, abhängig von Maßtoleranzen und Plattenformat. Verlegt wurden großformatige Natursteinplatten mit einer durchschnittlichen Abmessung von 60 60 cm. Aufgrund des zu erwartenden Publikumsverkehrs im Objekt wurde auf eine vollflächige Bettung (> 90 %) geachtet, um Punktbelastungen und Hohlstellen zu vermeiden.
Die gesamten Estrich- und Belagsarbeiten wurden von der Firma Marmor Stettinger aus Weißenburg-Dettenheim ausgeführt, einem Fachbetrieb mit langjähriger Erfahrung im Bereich Natursteinverlegung und bauchemischer Sonderlösungen. Die Koordination mit anderen Gewerken sowie die Einhaltung enger Terminpläne im laufenden Verwaltungsbetrieb wurden durch präzise Baustellenlogistik und abgestimmte Materialbereitstellung sichergestellt.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie durch den gezielten Einsatz aufeinander abgestimmter bauchemischer Produkte ein funktional und optisch anspruchsvolles Ergebnis erzielt werden kann. Die Kombination aus einem früh belegreifen, spannungsarmen Fließestrich und einem natursteinverträglichen Klebemörtel mit kristalliner Wasserbindung stellt eine zuverlässige Lösung für hochwertige Bodenaufbauten im öffentlichen Bereich dar. Die Ausführung mit BigBag-Logistik und maschinellem Einbau reduzierte nicht nur die Baustellenzeiten, sondern trug auch zur sauberen Umsetzung innerhalb eines sensiblen Verwaltungsgebäudes bei.
aus
FussbodenTechnik 05/25
(Referenz)