Hammer-Fachmärkte

Investor mit neuem Geschäftsmodell

Für gut die Hälfte der Hammer-Fachmärkte hat sich ein Käufer gefunden, wodurch auch rund 1.200 Arbeitsplätze gerettet werden. Mit der neuen Firma Hammer Raumstylisten will das Rethink-Konsortium den Fokus auf Handwerkerleistungen richten.

Immerhin für Teile der insolventen Firmengruppe Schlau/Hammer gibt es eine Zukunft. Bereits Mitte September 2025 war bekannt geworden, dass einige der 61 Standorte des Schlau Großhandels von Wettbewerbern übernommen werden. Ende des Monats dann die Meldung von einem Asset-Deal zur Übernahme von 93 der gut 170 Hammer-Fachmärkte durch das Rethink-Konsortium, von dem bislang nicht mehr als der Name bekannt ist. Unterstützt werde der Investor durch GA Europe - nach eigener Darstellung "darauf spezialisiert, herausfordernde Situationen im Handel durch Einsatz von Retail-Know-How und Kapital zu lösen" -, heißt es in einer Pressemitteilung der in Gründung befindlichen Hammer Raumstylisten GmbH mit Sitz in Porta Westfalica.

Strategische Neuausrichtung

Nicht nur die Firma ist neu, auch das Geschäftsmodell soll sich verändern vom klassischen Fachmarktkonzept hin zu einem "Alles aus einer Hand"-Angebot, bei dem der Fokus auf der Vermarktung von Handwerkerleistungen der Raumausstattung liegt. Diese werden durch ein passendes Warenangebot flankiert. Bestehende Kundenaufträge können durch die fortgeführten Filialen erfüllt werden.

Kontinuität herrscht hingegen bei der Leitung des neuen Unternehmens. Sie wird gebildet vom bisherigen Hammer-Geschäftsführer Christopher Wackerbauer sowie Carolin Neffe aus der Inhaberfamilie von Brüder Schlau und bis November 2024 ebenfalls bereits Geschäftsführerin des Filialisten.

Wer die Großhandelsstandorte fortführt, welche es sind und welche Hammer-Fachmärkte am Netz bleiben, war bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht bekannt.

Masseunzulänglichkeit
im Insolvenzverfahren

Die 1921 als Farbengroßhandlung gegründete Brüder Schlau Firmengruppe wird hingegen abgewickelt. Anfang Oktober 2025 wurde im Rahmen des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Bielefeld zudem mehrfach Masseunzulänglichkeit angezeigt. Betroffen sind unter anderem die Brüder Schlau GmbH & Co. KG, die Schlau Großhandels GmbH & Co. KG, die Schlau Großhandels GmbH Süd-West und die Hammer System Management GmbH.

Masseunzulänglichkeit bedeutet, dass Masseverbindlichkeiten wie die Kosten des Verfahrens und des Insolvenzverwalters gegenüber denen der Insolvenzgläubiger priorisiert werden. Das Insolvenzverfahren läuft weiter, aber während Massegläubiger zumindest noch eine Quote ihrer Gesamtforderungen erstattet bekommen, gehen Insolvenzgläubiger unter Umständen leer aus.
Investor mit neuem Geschäftsmodell
Foto/Grafik: Carolin Neffe
Christopher Wackerbauer und Carolin Neffe sollen die neue Firma Hammer Raumstylisten führen: "Die Rettung von 1.200 Arbeitsplätzen und die klare Zukunftsausrichtung sind ein starkes Signal – für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unsere Kunden und unsere Partner."
aus BTH Heimtex 11/25 (Wirtschaft)