Infloor-Girloon setzt die Siegesserie fort

Teppichboden Großhandelsumfrage 2025

Im Vergleich zum Vorjahr noch etwas dichter zusammengerückt ist das Feld in der Großhandelsumfrage Teppichboden 2025. Differenzierter sind die Ergebnisse in den Einzelkategorien, teils mit Unterschieden von weit mehr als einer Note.

Auf den ersten Blick hat sich nicht viel getan, seitdem wir den Großhandel zuletzt vor einem Jahr darum gebeten hatten, seine Lieferanten textiler Bodenbeläge zu bewerten. Wie damals - und in den Umfragen zuvor - hat auch 2025 Infloor-Girloon die Nase vorn. Der Abstand zum Zweitplatzierten - diesmal Lano - ist gleichgeblieben. Was die Gesamtnoten angeht, liegt das Feld recht eng beieinander, sind eine Reihe von Plätzen gleich mehrfach besetzt. Den ersten und den letzten Rang trennt nur eine halbe Note. Nach wie vor steht bei alle Firmen eine 2 vor dem Komma.

Auf den zweiten Blick ist aber etwa die Dominanz von Infloor-Girloon nicht mehr ganz so groß wie vor Jahresfrist. Damals stand der Hersteller in neun Einzelkategorien ganz oben auf dem Siegertreppchen, diesmal sind es sechs erste Plätze. Statt sieben Firmen, können sich aktuell neun Lieferanten mit einer Goldmedaille in einer Einzelwertung schmücken. Die Notenspreizung in den Einzelrankings hat sich etwas vergrößert. Am deutlichsten ist sie beim Preis-Leistungs-Verhältnis: 1,6 Notenpunkte zwischen dem Erst- und Letztplatzierten sind ein signifikanter Unterschied.

Besonders gut fällt in diesem Jahr wieder die Bewertung der Produktqualität aus. Mehr als die Hälfte der Lieferanten bekommt hier vom Großhandel eine Einser-Note. Das gibt es in keiner anderen Einzelkategorie. Insgesamt nicht so gut beurteilt wird das Marketing, wo schon die Note 2,4 für den ersten Platz ausreicht.

Obwohl die Grossisten also insgesamt recht zufrieden mit ihren Lieferanten textiler Bodenbeläge sind, bewerten sie deren Leistungen durchaus differenziert. Für ihre Bereitschaft, sich Zeit für die Umfrage zu nehmen, danken wir ihnen an dieser Stelle herzlich. Die Teilnahme hilft uns, den Markt einzuschätzen. Sie hilft aber auch der Industrie, über das Feedback der Kundschaft die eigenen Leistungen, Erfolge und Defizite zu evaluieren.

Die Firmen im Detail in alphabetischer Reihenfolge:

Anker
Die Strategie ist nicht klar

Es gibt nur noch wenige Firmen, die in Deutschland textile Bodenbeläge produzieren. Anker in Düren gehört dazu, auch wenn das ehemalige Familienunternehmen inzwischen chinesische Eigentümer hat und seit dem Frühjahr 2025 auch vom Gesellschafter Dong Zhou geführt wird. In unserer Umfrage belegt der Hersteller wie im Vorjahr mit der Note 2,6 den achten Platz. In den Einzelkriterien sticht der erste Platz für die Qualität des Innendienstes heraus; da können die Kollegen vom Außendienst nicht mithalten. Bei der Lieferzuverlässigkeit reicht es noch für einen dritten Rang. Der Rest spielt sich dann eher im Mittelfeld ab.

Mit Blick auf die Noten sieht der Großhandel eindeutig Handlungsbedarf beim Marketing, dem Preis-Leistungs-Verhältnis sowie in der Vertriebspolitik. Und was die Zukunftsperspektiven angeht, hat sich die kritische Einschätzung gegenüber 2024 nicht verbessert. Zu wenige konkrete Informationen oder positive Signale kommen aus dem Unternehmen. Es wäre an der Zeit, dass der geschäftsführende Gesellschafter Dong Zhou seine Pläne für den traditionsreichen Hersteller von Objektbelägen erläutert.

Associated Weavers
Boden verloren

In der Gunst des Großhandels nochmals abgerutscht ist Associated Weavers. Nach den Plätzen zwei und fünf in den Vorjahren ist es aktuell Rang acht. Auch die Gesamtnote hat sich gegenüber 2024 von 2,4 auf 2,6 verschlechtert.

Überzeugen können die Belgier ihre Kunden aus dem Großhandel mit der Reklamationsbearbeitung und dem Preis-Leistungs-Verhältnis - jeweils Top 3 - und dem Innendienst (Note 2,2). Dem stehen jedoch schwache Bewertungen etwa für die Vertriebspolitik, Markenstärke, Produktinnovation, Lieferzuverlässigkeit und -schnelligkeit gegenüber. Für die Qualität seiner Produkte erhält der Tufting-Spezialist aus Ronse auch nur die Note 2,5 und die rote Laterne in einem Feld, das in dieser Kategorie ansonsten besonders gut bewertet wird.
Die Zukunftsperspektiven sind allenfalls durchschnittlich. Wobei man nicht vergessen darf, dass Associated Weavers als Teil der Belgotex-Gruppe durchaus in einem starken Netzwerk mit Schwesterfirmen wie Balsan, der Beaulieu International Group und Lano agiert. Und dass AW einen Fokus auf den Fachhandel richtet.

Balsan
Baustelle Logistik

Die gute Nachricht: Balsan hat die Gesamtnote 2,7 halten können und den Abstand zur Spitze sogar um 0,1 Notenpunkte verkürzt. Die weniger gute: Für die Franzosen reicht es nach Platz elf im Vorjahr diesmal nur für Rang 14, weil die Konkurrenz stärker geworden und teils vorbeigezogen ist. Als sehr gut wird vom Großhandel die Produktqualität bewertet, als gut die Reklamationsbearbeitung und sowohl Innen- als auch Außendienst. Doch zu häufig steht vor dem Komma eine 3. Die Schwächen bei Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit dürften für den Großhandel besonders schwer wiegen - sie wurden auch schon vor einem Jahr kritisiert.

Für die ebenfalls schwachen Zukunftsperspektiven des Tufting-Spezialisten gilt dasselbe wie für Associated Weavers oder Lano: Alle drei sind Teil der Belgotex-Gruppe, was eine gewisse Sicherheit garantieren sollte.

Belysse
(Marken Modulyss, ITC, Arc Edition)
Insgesamt verbessert

Belysse ist 2022 aus Teilen der Balta Group hervorgegangen und fährt in Europa mit Modulyss (Objekt-Teppichfliesen), ITC (textile Wohnraumbeläge) und Arc Edition (Objekt-Teppichböden) eine Drei-Marken-Strategie. Die ersten Jahre waren schwierig für das neu formierte Unternehmen, die Umsätze sind nach wie vor rückläufig. Aber zumindest gelang es dem Management, 2024 aus der Verlustzone zu kommen. Auch im deutschsprachigen Großhandel läuft es jetzt etwas besser. Die Durchschnittsnote wurde gegenüber 2024 von 2,7 auf 2,6 gesteigert. Das gilt auch für die Platzierung: Rang acht statt elf. Es springt sogar ein erster Platz für die Vertriebspolitik heraus. Außerdem überzeugt das Preis-Leistungs-Verhältnis, was dazu beiträgt, dass die Belgier in der aggregierten Kategorie Produkt den dritten Rang belegen.

Als besonders nachhaltig wird der Lieferant hingegen nicht wahrgenommen. Die Markenstärke ist ebenso ausbaufähig wie die Logistik. Innen- und Außendienst werden jeweils mit einer nicht herausragenden, aber soliden 2,5 bewertet. Während die einen damit das Schlusslicht der Tabelle bilden, landen die anderen in der oberen Hälfte.

Condor Carpets
Mal Platz eins, mal die rote Laterne

Alles in allem zufrieden mit dem Abschneiden in der Großhandelsumfrage kann Condor Carpets sein. Sowohl Note (2,6/2,7) als auch Platzierung (acht/elf) haben sich gegenüber 2024 verbessert. Dabei ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des niederländischen Herstellers zum wiederholten Male das beste in der Konkurrenz; die Vertriebspolitik schafft es auf Rang zwei. Zudem belegt Condor in den zusammenfassenden Kategorien Produkt und Management ebenfalls jeweils den zweiten Platz. Bei Logistik und dem Faktor Mensch (Innen-/Außendienst) schneidet der Lieferant hingegen weniger gut ab. Die Reklamationsbearbeitung lässt zu wünschen übrig und auch die Produktqualität ist unterdurchschnittlich, wenn auch keinesfalls schlecht.
Interessant ist, dass die Zukunftsperspektiven - die zweitbesten im Feld - deutlich besser eingeschätzt werden als die von Edel und Vebe. Dabei gehören alle drei zur Condor Group, die in den letzten Jahren stetig auf Expansionskurs liegt und mit Übernahmen wie Betap oder Findeisen ihre Marktbedeutung vergrößert.

Edel
(Marken Dura Living, TWN)
Einiges zu tun

Etwas schlechter als 2024 schneidet Edel ab. Die Durchschnittsnote sinkt um 0,1 auf 2,7. Dadurch ziehen einige Wettbewerber an den Niederländern vorbei, die daher nur noch Rang 14 erreichen. Ein Grund dafür könnte das Ausscheiden von Peter Leinweber sein. Als Vertriebsleiter für die deutschsprachigen Märkte hatte er mehr als ein Jahrzehnt das Verhältnis zum Großhandel geprägt; inzwischen ist er für Das Teppichwerk tätig. Allerdings sind die Veränderungen in der Wahrnehmung des Grossisten auch nicht gravierend. Hier gehen die Bewertungen ein Zehntel rauf, dort zwei Zehntel runter. Ausreißer in die eine oder andere Richtung gibt es im Vorjahresvergleich nicht.

Was allerdings auch bedeutet, dass die Schwachpunkte aus Sicht der Großhändler weiter bestehen. Das Marketing wird lediglich als befriedigend eingestuft. Die Markenstärke bleibt weit hinter den Spitzenreitern zurück, obwohl mit Dura Living und TWN zwei traditionsreiche Brands zum Portfolio gehören. Als sonderlich Innovativ wird Edel nicht wahrgenommen. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis besteht ein deutlicher Abstand zur Schwester Condor Carpets. Kurz: Es gibt einiges zu tun, wenn die Distanz zu den vorderen Rängen nicht größer werden oder besser schrumpfen soll.

Forbo Flooring
(Marke Flotex)
Guter dritter Rang

Forbo Flooring ist im Teilnehmerfeld mit Flotex am Start; kein klassischer Teppichboden, sondern ein wasserundurchlässiger Flockbelag, dessen Oberfläche aus Nylonfasern besteht. Das Produkt und die Leistungen der Vertriebsgesellschaft in Paderborn überzeugen den Großhandel, so dass sich der Lieferant mit der Gesamtnote 2,4 die Bronzemedaille sichern kann. Für den ersten Platz in einer Einzelwerung reicht es zwar nicht, aber in den aggregierten Kategorien Service und Produkt steht Forbo jeweils mit auf dem Siegertreppchen.
Besondere Stärken sehen die Befragten beim Außendienst und in der Reklamationsbearbeitung. Für die Produktqualität vergeben sie eine exzellente 1,9. Die Vertriebspolitik gefällt ihnen jedoch ebenso wenig wie das Marketing. Und was Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit angeht, sind die Paderborner auch nur im Mittelfeld zu finden. Um die Zukunft von Forbo Flooring macht sich der Großhandel dennoch keine Sorgen. Themen wie die zum Zeitpunkt der Umfrage schon mehrere Monate ungeklärte Nachfolge des erkrankten CEO Jens Fankhänel - inzwischen ist die geklärt - spielen im Tagesgeschäft keine Rolle.

Infloor-Girloon
Liebling des Großhandels

An Infloor-Girloon führt auch 2025 kein Weg vorbei. Zum wiederholten Mal lässt das Familienunternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Herzebrock-Clarholz die Konkurrenz in der Großhandelsumfrage Teppichboden hinter sich. Das Team um die geschäftsführenden Gesellschafter Ulrich Dresing und Stefanie Ritterbach bringt es diesmal auf sechs erste Plätze. Bei der Qualität des Außendienstes, Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit, Reklamationsbearbeitung, Produktinnovation und Sympathiewert macht dem Hersteller von Teppichböden und -fliesen niemand etwas vor. Zwar gingen die Top-Platzierungen aus 2024 bei Innendienst, Produktqualität und Vertriebspolitik verloren, aber die Noten in allen drei Kategorien sind nach wie vor gut bis exzellent. Kein Grund, Trübsal zu blasen, auch weil der Hersteller wie im Vorjahr in vier zusammenfassenden Kategorien den ersten Platz belegt - und bei der fünften (Image) den zweiten. Letzteres liegt mal wieder an der im Vergleich zu anderen etwas schwächer bewerteten Markenstärke. Wobei die Note 2,1 eben nur schwächer ist, nicht schwach.

Echte Defizite zu finden, ist bei Infloor-Girloon ohnehin schwer. An den eigenen Vorgaben gemessen, könnte man bei Preis-Leistungs-Verhältnis und Marketing (jeweils 2,5) vielleicht davon sprechen. Aber dazu braucht es schon Fantasie. Die Ostwestfalen sind einfach der Liebling des Großhandels. Dass sich die Produktion nach wie vor in Deutschland befindet, man sich in Herzebrock-Clarholz technisch und gestalterisch weiterentwickelt und inzwischen mit großer Expertise dem Digitaldruck widmet, dürfte dem weiter Vorschub leisten.

Interface
Kaum Schwächen

Ganz so erfolgreich wie im Vorjahr schneidet Interface in der aktuellen Großhandelsumfrage Teppichboden zwar nicht ab. Aber mit vier ersten Plätzen (2024: sechs), der Gesamtnote 2,4 (2,2) und Rang drei (zwei) darf man in Krefeld durchaus zufrieden sein. Nicht zu schlagen ist der Spezialist für Objekt-Teppichfliesen bei Produktqualität, Marketing und Zukunftsperspektiven. Außerdem konnte die Spitzenposition bei Nachhaltigkeit zurückgewonnen werden. Sie ist ein zentrales Thema für das Unternehmen, das seinem Ziel, zunächst klimaneutral und bis 2040 sogar CO-negativ zu werden, immer näher kommt. Natürlich, möchte man sagen, wird der Hersteller daher auch als innovativ wahrgenommen (Rang zwei).

Innen- und Außendienst werden als gut beurteilt. Das gilt auch für Logistik und Markenstärke. Nur mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis und der Vertriebspolitik sind die Großhändler nicht einverstanden. Überrascht hat uns der unterdurchschnittliche Sympathiewert, der im Gegensatz zu ansonsten überwiegend guten und sehr guten Bewertungen steht. Wobei dieser sich gegenüber 2024 kaum verändert hat, aber viele Wettbewerber in diesem Kriterium zulegen konnten.

Jab Anstoetz
Besonders sympathischer Lieferant

Der Textilverlag Jab Anstoetz ist als einziges Unternehmen im Feld kein Hersteller, ja nicht einmal ein Spezialist für (textile) Bodenbeläge. Neben Teppichböden, abgepassten Teppichen und Designbelägen gehören Möbel- und Dekostoffe, Sonnenschutz und Tapeten zum Portfolio. Das tut der Popularität der Abteilung Jab Anstoetz Flooring beim Großhandel aber keinen Abbruch. Der sieht in den Bielefeldern seinen sympathischsten Lieferanten und setzen ihn mit der Gesamtnote 2,4 erneut auf den dritten Rang. Ergänzt wird das gute Abschneiden durch zweite Plätze in den aggregierten Kategorien Service und Image.

Lediglich für die Vertriebspolitik erhält Jab Anstoetz eine 3,0; alle übrigen Kriterien werden gut oder sehr gut bewertet. Dabei sticht die Produktqualität besonders heraus. Die Belieferung des Großhandels klappt zügig und zuverlässig. Und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis der eher höherpreisigen Produkte ist überdurchschnittlich. In der zweiten Tabellenhälfte zu finden sind die Westfalen mit ihrem Außendienst, den Produktinnovationen und beim Thema Nachhaltigkeit. Zu Letzterem bietet sich ein Austausch mit der Abteilung Fabrics im eigenen Hause an: In der Fachhandelsumfrage Deko +Stoffe hat die gerade die entsprechende Kategorie gewonnen.

Lano
Jetzt schon auf Rang zwei

Alles richtig gemacht zu haben, scheinen sie im vergangenen Jahr bei Lano. Der Großhandel vergibt in unserer Umfrage wieder die Gesamtnote 2,3 - und die bringt die Belgier diesmal nicht auf den dritten, sondern sogar auf den zweiten Platz. Freuen dürfen sich Vertriebsleiter Dirk Berhorst und sein Team über Bestnoten für den Außendienst und den Sympathiewert; in vier der aggregierten Kategorien kann der Hersteller aus Harelbeke ebenfalls das Siegerpodest erklimmen.

Die Qualität der Produkte stimmt ebenso wie die Belieferung der Grossisten. Der Innendienst steht den Kollegen nur in der Platzierung, aber nicht in der Benotung (2,1) nach. Die Noten für Markenstärke und Marketing sind nicht schlecht, lassen aber noch Luft nach oben.

Unverändert geblieben ist die Einschätzung der Zukunftsperspektiven (2,4). Die nur wenige Wochen vor unserer Umfrage bekanntgewordene vollständige Übernahme von Lano durch die Belgotex-Gruppe hat hier keinen sichtbaren Effekt gehabt. Mit dem Verkauf der verbliebenen Anteile und dem Ausscheiden von CEO Joe Lano geht die Geschichte des Herstellers als Familienunternehmen zu Ende. Auslöser war ein Streit über die Ausrichtung des Produzenten, der vor Gericht landete. Ob sich nun unter der alleinigen Ägide von Belgotex und dem neuen CEO Olivier Decouttere Veränderungen ergeben werden und wie die dann möglicherweise den Großhandel betreffen, wird sich zeigen.

Object Carpet
Stark bei den Produkten

Auf Rang acht sehen wir in diesem Jahr Object Carpet mit der Gesamtnote 2,6. Beides ist etwas schlechter als 2024, im dicht gedrängten Feld der Umfrage aber auch kein Beinbruch. Der Spezialist für textile Objektbeläge hat seine Stärken eindeutig bei den Produkten, sie werden als innovativ und qualitativ hochwertig empfunden. In diesem Kontext muss auch der dritte Platz für das Kriterium Nachhaltigkeit gesehen werden, arbeiten sie in Denkendorf doch auf Hochtouren an kreislauffähigen Produkten und bieten inzwischen Mono- und trennbare Duo-Material-Qualitäten an. Das goutiert der Großhandel, bemängelt aber gleichzeitig das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ein anderer Kritikpunkt ist die Vertriebspolitik. Ob damit die Ausrichtung auf (Innen-)Architekten und Planer sowie die bundesweit fünf eigenen Showrooms gemeint sind und die daraus resultierende Befürchtung, das Geschäft vorbei am Großhandel zu machen? Mag sein. Aber solche Aktivitäten helfen natürlich auch, die Marke bekannter zu machen. Für die Markenstärke gibt’s dann nämlich wieder eine glatte 2. Vielleicht reicht es schon, wenn man die Strategie besser erklärt. Eine Aufgabe auch für den Außendienst, der nach Meinung seiner Kunden leider unterdurchschnittlich arbeitet.

Tarkett
(Marke Desso)
Gleiches Ergebnis wie 2024

2015 hat Tarkett den niederländischen Hersteller Desso übernommen, integriert und bietet heute unter der Marke objektgeeignete Teppichböden und -fliesen an. Auch wenn der Sympathiewert niedrig ist, macht der Lieferant im Großhandel nach wie vor eine gute Figur; Note (2,5) und Platzierung (Rang 7) sind gegenüber 2024 unverändert geblieben. Zwar werden die Produkte nicht unbedingt als innovativ empfunden, aber das reißen die Qualität und das Preis-Leistungs-Verhältnis wieder raus und Tarkett belegt in der aggregierten Kategorie den dritten Platz. Rang 2 für die Lieferzuverlässigkeit und die Zukunftsperspektiven sowie die Note 2,2 für die Markenstärke sind weitere Highlights in den Ergebnissen.

An sich arbeiten sollten Innen- wie Außendienst, Optimierungsbedarf gibt es bei der Reklamationsbearbeitung, meinen die Befragten. Das Marketing wird als ausbaufähig betrachtet; das gilt auch für die Vertriebspolitik.

Das Teppichwerk
(Marke Vorwerk)
Spürbar verbessert

Im Gesamtergebnis deutlich verbessert hat sich Das Teppichwerk mit der Marke Vorwerk. 2024 langte es bei einer Note von 2,7 lediglich für Platz elf. Unter neuem Namen, mit neuen Kollektionen und teils neuem Personal steht auf einmal eine 2,4 zu Buche und die bedeutet Rang drei. Über den Rückenwind wird man sich in Hameln freuen, war das letzte Jahr doch von Veränderungen - manche würden sagen Unruhe - geprägt, was vielleicht auch zu der nach wie vor zurückhaltenden Einschätzung des Großhandels hinsichtlich der Zukunftsperspektiven geführt hat. Kurz vor der Umfrage im vergangenen Jahr war der geschäftsführende Gesellschafter Martin Multhaupt ausgeschieden, hatte Tobias Arnold die alleinige operative Führung übernommen. Im Herbst 2024 wechselte mit Peter Leinweber ein ausgewiesener Branchenkenner als Verkaufsleiter Handel nach Hameln. Anfang 2025 dann die Nachricht, dass die einstigen Vorwerk Teppichwerke und zwischenzeitlichen Hamelner Teppichwerke nun als Das Teppichwerk firmieren.

Die Großhändler bewerten die Veränderungen zumeist positiv. Neben der verbesserten Gesamtnote kann Das Teppichwerk mit Markenstärke und Marketing diesmal auch zwei Einzelwertungen gewinnen. Außerdem gelingt das bei der aggregierten Kategorie Image, auch wegen des von 2,6 auf 2,2 gesteigerten Sympathiewertes. Innen- und Außendienst positionieren sich weit oben, Lieferungen kommen schnell und zuverlässig, die Produktqualität ist sehr gut. Was den Befragten bei diesem Anbieter fehlt, sind Produktinnovationen und eine bessere Bearbeitung von Reklamationen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis kommt ebenfalls nicht gut weg. Alles in allem ist das aber eine sehr gute Basis, auf der das neuformierte Team - im Juni kam noch Danijel Baric als Verkaufsleiter Objekt - aufbauen kann.

Vebe
(Marke Dura Contract)
Kein Schritt nach vorn

Nicht voran kommt Vebe beim Großhandel mit der Marke Dura Contract. Die Gesamtnote von 2,7 hat sich binnen Jahresfrist nicht verändert und so verharrt der Hersteller aus der Condor-Gruppe auf dem letzten Platz. Dabei ist der Sympathiewert gar nicht so schlecht, der Innendienst kriegt ebenso wie Produktqualität und Markenstärke eine gute Bewertung. In wichtigen Wertungen wie Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit oder Reklamationsbearbeitung ist die Konkurrenz aber stärker. Und der Außendienst hat gegenüber dem Vorjahr sogar noch weiter an Boden verloren.

Die Hälfte der Teilnehmer an unserer Umfrage hat Dura Contract im Sortiment. Die Großhändler wollen mit den Niederländern zusammenarbeiten. Daher sollte man sich bei Vebe besser auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden einstellen.

Weseler Teppich
(Marke Tretford)
Insgesamt unverändert

Mit zwei Dingen kann Weseler Teppich eine Sonderstellung im Markt für sich beanspruchen: Einerseits den textilen Bodenbelägen aus Ziegenhaar, die unter der Marke Tretford angeboten werden. Andererseits mit einem Agentursystem, das für Preisstabilität sorgen soll. Während die Produkte den Großhandel qualitativ überzeugen und auch unter dem Aspekt Nachhaltigkeit - Platz eins wie im Vorjahr - für Pluspunkte sorgen, wird die Vertriebspolitik des Herstellers inzwischen traditionell schlecht bewertet.

Auch sonst hat sich gegenüber 2024 nicht allzu viel verändert. Verloren gingen die beiden Spitzenpositionen bei Markenstärke und Produktqualität. Was aber nicht bedeutet, dass die exzellenten Noten schlechter geworden wären - es war diesmal nur jemand noch besser. Der Innendienst liefert erneut ein gutes Ergebnis ab, der Außendienst behält die rote Laterne. Hier sollte Lars Engelke, als Geschäftsführer seit November vergangenen Jahres auch für den Vertrieb in der Region D/A/CH verantwortlich, ansetzen. Und Achtung: Während sich die Lieferzuverlässigkeit leicht verbessert hat, ist die Bewertung für die Lieferschnelligkeit 0,6 Notenpunkte schlechter als vor einem Jahr. Auch das Verhältnis zwischen Preis und Leistung und die Zukunftsperspektiven haben sich in der Wahrnehmung des Großhandels verschlechtert. Zudem gilt Weseler Teppich als am wenigsten innovativ. Summa summarum ergibt das für den Lieferanten aber immer noch wie 2024 die Gesamtnote 2,6 und Rang 8.
| Thomas Pfnorr

BTH Heimtex Großhandelsumfrage Teppichboden
Panel und Methodik
Die Exklusiv-Umfrage von BTH Heimtex zur Qualität der Lieferanten von Teppichboden im deutschen Großhandel wurde im August 2025 schriftlich durchgeführt. Auf Produkt-, Segment- oder Vertriebsschwerpunkte geht die Befragung ebenso wenig ein wie auf Umsatzvolumina und Absatzmengen. Die Großhändler bewerten ihre Lieferanten mit Schulnoten zwischen 1 (sehr gut) und 5 (mangelhaft). Für jeden Anbieter werden 14 Kriterien abgefragt, darunter objektiv messbare wie Lieferschnelligkeit genauso wie subjektiv empfundene wie Sympathiewert und Zukunftsperspektiven. Anschließend werden sämtliche Noten zusammengezählt und durch die Anzahl der Bewertungen geteilt. Heraus kommen vergleichbare Durchschnittsnoten, aus denen die einzelnen Rankings und das Gesamtergebnis gebildet werden.
Teppichboden Großhandelsumfrage 2025
Foto/Grafik: SN-Verlag
Ranking nach
Durchschnittsnoten
Teppichboden Großhandelsumfrage 2025
Foto/Grafik: SN-Verlag
Sieger nach Kriterien
Teppichboden Großhandelsumfrage 2025
Foto/Grafik: SN-Verlag
Was ist Ihnen wichtig: Service, Image, Produkt?
Teppichboden Großhandelsumfrage 2025
Foto/Grafik: SN-Verlag
Die einzelnen Rankigs - Teil 1
Teppichboden Großhandelsumfrage 2025
Foto/Grafik: SN-Verlag
Die einzelnen Rankigs - Teil 2
aus BTH Heimtex 10/25 (Wirtschaft)