Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG

Marburger Tapetenfabrik ist fit für die Zukunft

Die Marburger Tapetenfabrik setzt auf außergewöhnliche und zeitgemäße Designs, Nachhaltigkeit sowie Digitaldruck. Paul Eitel übernimmt im Januar 2024 in sechster Generation die Leitung der Kreativschmiede, die ihre Neuheiten auf der Heimtextil zeigt - darunter die Kollektion Felix Diener Eclectic.

Bei der Marburger Tapetenfabrik laufen die Vorbereitungen auf die Messe Heimtextil, die vom 9. bis 12. Januar 2024 in Frankfurt stattfindet, auf Hochtouren. Die Druckmaschinen arbeiten mit voller Kraft, schließlich sollen bis Messebeginn drei weitere Kollektionen fertig sein. Mit der Präsenz auf der Heimtextil, den Neuheiten, einem breit aufgestellten Sortiment, der Nachhaltigkeitsstrategie und Investitionen in Digitaldrucktechnologien wollen Inhaber Ullrich Eitel und sein Sohn Paul die Botschaft aussenden: Der Tapetenhersteller aus Kirchhain hat trotz der derzeitigen Krisen eine Zukunft. Die Übertragung der Geschäftsführung auf Paul Eitel im Januar unterstreicht dies.

"Das Beste von Marburg"

"Unsere neue hochwertige Kollektion Felix Diener Eclectic wird das Highlight an unserem Stand sein", sagt Ullrich Eitel über die vom Art Director entworfene Karte. "Sie fasst alles zusammen, was Marburg in Design und Technik auszeichnet, also das Beste von Marburg," erläutert Diener. Die 70 cm breiten Tapeten sind sehr wohnlich und präsentieren sich sowohl in natürlichen als auch leuchtenden und kräftigen Farben.

Eine weitere Neuheit ist die im Naturtrend liegende Kollektion Travertino, die natürliche Oberflächen wie Travertin, Bast und Holz mit Präge präsentiert. Sie stellt sich damit dem Trend zu natürlichen Materialien in zurückhaltenden Farbtönen wie Weiß, Sand und Beige. Die dritte im Bunde ist die Kollektion Struktura, die ebenfalls Naturoberflächen wie Gras und Bast zeigt, aber auf grobe Strukturen setzt.

Mit den drei Neuheiten will die Marburger Tapetenfabrik dazu beitragen, dass künftig nicht nur eine Akzentwand tapeziert wird, sondern alle Wände eines Raumes. "Wir sind insgesamt breit aufgestellt, haben für jeden Geschmack und Wohnstil die passende Tapete", hebt Eitel hervor und verweist darauf, dass nicht nur im herkömmlichen Verfahren, sondern auch digital bedruckt wird: "Das gibt uns die Möglichkeit, kostengünstiger und in kleinen Losgrößen zu produzieren."

Investition
in Digitaldruck

Wie eine solche Kollektion aussieht, demonstriert der Hersteller am Messestand mit der neuen Karte Heritage. Sie wird mit einem wasserbasierten Farbsystem auf einer modernen Digitaldruckmaschine gedruckt. Die Anlage druckt mit einer Geschwindigkeit von 70 m pro Minute, ist hoch effizient, spart Energie und schont Ressourcen.

Paul Eitel will den von seinem technikbegeisterten Vater mit Erfolg eingeschlagenen Weg fortsetzen und im kommenden Jahr in neue Digitaldrucktechnologien investieren. "Wir stehen vor vielen Veränderungen", sagt der künftige Geschäftsführer. Im Frühjahr soll eine der neuesten Maschinen in Betrieb gehen, die in der Lage ist, auf doppelter Breite digital zu drucken. "In meinen Augen gehört dem Digitaldruck die Zukunft. Marburg ist seit jeher als Innovationsführer bekannt. Ich möchte, dass das auch bei diesem Thema so bleibt", macht Paul Eitel deutlich.

Generationswechsel
im Januar

Sein Vater gibt zwar die Geschäftsführung an seinen Sohn ab, zieht sich nach eigenen Angaben aber nur dann komplett aus dem Unternehmen zurück, wenn dieser es will. "Wir sind eng miteinander verbunden", erzählt der Senior und lobt die bisherige Arbeit seines Sohnes, der die Fabrik in sechster Generation führen wird. "Paul ist gut vernetzt im Betrieb, wird vom Management unterstützt und ist tapetenaffin." Das seien ideale Voraussetzungen für die Führung des 1845 gegründeten Familienunternehmens.

Paul Eitel wird ab Januar als Geschäftsführer Einkauf und Produktion die Marburger Tapetenfabrik in die Zukunft führen. Ihm zur Seite stehen Geschäftsführer Wolf Kappen (Vertrieb, Marketing) und der kaufmännische Geschäftsführer Alexander Kubsch. Auch Paul Eitels Schwestern Constanze und Katharina arbeiten im Unternehmen und unterstützen ihren Bruder nach Kräften.

Eine wichtige Säule sind die von Ullrich Eitel begonnenen Nachhaltigkeitsaktivitäten. Dies soll sich auch auf der Heimtextil widerspiegeln. Dort werden außer den neuen Kollektionen Produkte aus natürlichen Materialien aus der näheren Umgebung von Kirchhain eine große Rolle spielen wie Tapeten aus Lehm. Das Motto lautet für die nächsten Jahre: Weniger Energieverbrauch, kurze Transportwege, regionale Rohstoffe.

Darunter fällt auch die von Ingenieur Ullrich Eitel ausgetüftelte Tapete Celsius. Sie strahlt im Winter Wärme durch Reflexion in den Raum zurück und senkt damit die Heizkosten. Insgesamt wird die Marburger Tapetenfabrik mit ihrem technisch, ökologisch und optisch anspruchsvollem Sortiment ihrem Ruf als Kreativschmiede gerecht, die in der Vergangenheit immer wieder mit ausgefallenen Künstler- und Designertapeten für Furore sorgte.

Plädoyer
für die Heimtextil

Allerdings ist sie nur einer von wenigen Tapetenherstellern, die auf der neuen Ausstellungsfläche der Heimtexil in Halle 3 Wandbeläge präsentieren. Außer den Kirchhainern werden gesichert die deutschen Unternehmen A.S. Création, Hohenberger Manufaktur für Tapeten, Komar und Erfurt & Sohn zum kleinen Ausstellerkreis gehören. "Diese geringe Präsenz ist kein Aushängeschild für die deutsche Tapetenindustrie", kritisiert Ullrich Eitel.

Die Messe sei die Plattform für die Tapetenhersteller, meint er und ruft die Unternehmen dazu auf, die Veranstaltung zu unterstützen und sie für Kunden attraktiv zu machen. "Wenn die Heimtextil wegen mangelnder Präsenz nicht mehr in Deutschland stattfindet, wandert sie ab. Und das kann nicht in unserem Sinn sein", ist der 75-Jährige sicher.
Gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten ist es nach Ansicht Eitels geboten, die unter Nachfrageschwäche leidende Tapete in einem attraktiven Umfeld zu präsentieren. "Wir glauben an die Zukunft der Tapeten und investieren in das Produkt", erläutert der umtriebige Noch-Geschäftsführer. Dass etwas für das Produkt getan werden muss, macht er an der aktuellen Entwicklung deutlich. "Die Tapete hat an Bedeutung verloren. Wir haben sowohl im In- als auch im Ausland derzeit kein Wachstum." Eitel hofft auf eine Trendwende nach dem Winter.

Deutschland ist für die Marburger Tapetenfabrik nach wie vor der wichtigste Markt. Ihre Exportquote liegt bei rund 60 %, die Eitel erhöhen will. "Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben extreme Auswirkungen", macht er klar. Nach seinen Angaben sind die Ausfuhren in das einst wichtige Exportland Ukraine eingebrochen. Auch nach Israel, in den Iran, den Irak und nach Syrien liefern die Kirchhainer nicht mehr.

Um so bedeutsamer sei es, in Deutschland, aber auch in anderen Absatzmärkten auf die Tapete aufmerksam zu machen. "Sie muss ihren Charakter als Gestaltungselement zurück gewinnen." Das müsse nicht nur dem Endkunden klar gemacht werden, sondern auch dem Maler. Die Marburger Tapetenfabrik hat deshalb mit der Malermarke Pufas, dem Zierprofilhersteller Nol & Marquet und dem Malerwerkzeughersteller Friess das Wandwerk gebildet, das Malern im kommenden Jahr an vier Orten Möglichkeiten der Wandgestaltung aufzeigt.

Testimonial aus der Modebranche

Auch den Fachhandel ruft Eitel auf, die Tapete voranzubringen. "Wir haben ein vielfältiges Angebot, aber der Verbraucher findet es nicht", bedauert er. Das läge vor allem daran, dass die Zahl der auf Tapete konzentrierten Fachhändler stark geschrumpft sei. "Uns bleibt nur, gezielt auf diese verbliebenen Händler zuzugehen sowie auf den Großhandel und die Maler."

Das wird die Marburger Tapetenfabrik im kommenden Herbst wieder mit einer Higlight-Kollektion mit Testimonial umsetzen. Wer dies sein wird, will Eitel noch nicht verraten. Nur eines: "Es wird jemand aus der Modebranche sein."
| Cornelia Küsel



Daten + Fakten Marburger Tapetenfabrik
Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG
Bertram-Schaefer-
Straße 11
35274 Kirchhain
Tel.: 06422 / 81-0
contact@marburg.com
www.marburg.com

Geschäftsführender
Gesellschafter:
Ullrich Eitel
Geschäftsführer:
Wolf Kappen
Alexander Kubsch
Gegründet: 1845
Marburger Tapetenfabrik ist fit für die Zukunft
Foto/Grafik: Marburger Tapetenfabrik
Die Kollektion Struktura besteht
aus natürlichen Materialien,
aber in groben Strukturen.
Marburger Tapetenfabrik ist fit für die Zukunft
Foto/Grafik: Marburger Tapetenfabrik
Paul Eitel übernimmt im Januar die Geschäftsführung des Traditionsunternehmens Marburger Tapetenfabrik in sechster Generation. Sein Vater Ullrich Eitel steht seit mehr als 40 Jahren an der Spitze der Kreativschmiede.
Marburger Tapetenfabrik ist fit für die Zukunft
Foto/Grafik: Marburger Tapetenfabrik
Paul Eitel und Art Director Felix Diener überprüfen die druckfrischen Tapeten der Kollektion Eclectic.
Marburger Tapetenfabrik ist fit für die Zukunft
Foto/Grafik: Marburger Tapetenfabrik
Die neue Kollektion Travertino präsentiert
natürliche Oberflächen wie Travertin, Bast und Holz in zurückhaltenden Farbtönen.
aus BTH Heimtex 12/23 (Wirtschaft)