VdL Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.
Farben-Verband erwartet weiteren Rückgang
Nach dem Rekordjahr 2020 sanken die Verkaufszahlen für Farben, Lacke und Putze stetig. Für 2023 wird ein erneutes Minus von 4 % erwartet.Während der Corona-Pandemie verzeichneten die Hersteller von Farben, Lacken und Putzen noch Verkaufszahlen auf Rekordniveau. Doch anschließend ging es stetig bergab, wie der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) mitteilt. Nach Rückgängen von 8,5 und 8,9 % in den Jahren 2021 und 2022 wird für dieses Jahr mit einer weiteren Abnahme des Verbrauchs um rund 4 % gerechnet.
2020 war noch gekennzeichnet von einer Sonderkonjunktur für Bautenanstrichmittel. Davon profitierte der DIY-Bereich mit einem Anstieg von 17,6 % deutlich mehr als das Profi-Geschäft. Der Grund: Private Haushalte konnten im Corona-Jahr ohne Einschränkungen heimwerkern, während Maler und Lackierer außer mit Kapazitätsproblemen auch mit Behinderungen durch die Corona-Maßnahmen zu kämpfen hatten. So stieg der DIY-Anteil am Gesamtvolumen auf fast 30 %, ging aber in der Folgezeit wieder auf aktuell rund ein Viertel zurück.
Vor allem 2021 schrumpfte der DIY-Markt von Lacken und Farben in den Baumärkten, Fachmärkten, Discountern und im Onlinehandel. Nach VdL-Einschätzung wird der Sektor voraussichtlich auch in diesem Jahr stärker zurückgehen als der Profi-Bereich. Denn die Arbeitslosigkeit sei niedrig, so bleibe wenig Zeit für das Heimwerken, die Freizeit werde für andere Aktivitäten genutzt.
Während der Verbrauch von Dispersionen unter Ausblendung des Sonderkonjunkturjahres 2020 seit 2019 um 12 % sank und hier insbesondere die Fassadenfarben mit mehr als 20 % Rückgang, blieb der Verbrauch von Spachtelmassen und Putzen nahezu konstant. Der Anteil der Dispersionen verringerte sich von 64 % im Jahr 2019 auf 61,5 % im vergangenen Jahr.
Bei Lacken und Holzschutz hat sich der Anteil der wässrigen Systeme gegenüber den lösemittelhaltigen Produkten leicht erhöht. Insgesamt habe sich jedoch wenig getan, betont der VdL. Die Dispersionen dominieren aufgrund ihrer mengenmäßigen Bedeutung den Technologie-Mix. Der Anteil von DIY, der traditionell mehr wasserbasierte Produkte anbietet, ging im Vergleich zum Profi-Sektor zurück. Dadurch sank der Anteil an wässrigen Produkten insgesamt minimal.
Christoph Maier, Leiter Wirtschaft und Finanzen beim VdL, sieht aktuell keine durchgreifende Verbesserung der Situation: "Die Nachfrage im Neubau bleibt verhalten, auch wegen der relativ hohen Zinsen, die bis ins nächste Jahr hinein wohl kaum sinken werden." Doch auf mittlere Sicht könne die Renovierung an Fahrt aufnehmen, wenn der Druck zu nachhaltiger Gebäudedämmung im Rahmen der Energiewende zunehme.
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BTH Heimtex 10/23
(Wirtschaft)