Saum & Viebahn
"Wir brauchen das Zwiebel-Prinzip fürs Wohnen"
Saum & Viebahn hat eine eingängige Social Media Kampagne zum Thema Energie sparen mit Textilien auf die Schiene gesetzt, in der durch Vorher-Nachher-Bilder dargestellt wird, wie heimeliger und wärmer ein Raum mit Textilien wirkt. Jeden Sonntag wird hierzu unter der Überschrift Textile Energiesparer über den Saum & Viebahn
Account bei Instagram und Facebook sowie über die angeschlossenen Facebookseiten der S&V+ Partner neuer Content gestellt. Wir haben darüber mit Geschäftsführer Andreas Klenk gesprochen.
BTH Heimtex: Saum & Viebahn lanciert zum Thema Energie sparen eine Social Media Kampagne. Was ist die Botschaft?
Andreas Klenk: Unser Ansatz ist es, dieses für viele Bürger sorgenbesetzte Thema so klar und unkompliziert wie möglich zu kommunizieren, zu visualisieren und ganz konkrete Lösungen aufzuzeigen.
Wir haben uns dafür die Bekleidung als Vorbild genommen. Was heißt das? Wenn die Temperaturen runter gehen, ziehen wir uns nach dem Zwiebel-Prinzip an: Wir ziehen über das T-Shirt einen Pulli und darüber eine Jacke. Wenn die Sonne wieder rauskommt und die Temperaturen steigen, legen wir Jacke und Pulli schichtweise wieder ab.
Unser Ansatz ist es, dieses Zwiebel-Prinzip auf das Thema Wohnen zu übertragen: tagsüber wenn die Sonne scheint, fahren wir die Rollläden hoch, öffnen unsere Gardinen bzw. Dekovorhänge und lassen die Räume durch die Sonnenstrahlen wärmen, wenn es kühler wird, nutzen wir, wie beim Zwiebel-Prinzip Schicht für Schicht, um die Wärme und das Wärmegefühl zu speichern. Die Kernaussage unserer Kampagne ist: Neben dem T-Shirt für das Fenster liefern wir den Pulli und die Jacke für die Herbst-/Winterzeit.
Außerdem visualisieren wir über Vorher-Nachher-Situationen, wie ein Raum ohne und wie er mit Textilien aussieht. Da kann man bereits über das Bild erkennen, was Textilien im Raum bewirken - wie der Zwiebel-Look bei unserer Bekleidung.
Gardinen und Dekorationsstoffe sozusagen als Pulli und Jacke fürs Interieur.
Klenk: Genau so. Unsere Branche hat viele Produkte, mit denen wir unsere Wohnung, unsere Räume nach dem Zwiebel-Prinzip einkleiden können. Angefangen beim Teppichboden, der für Wärmegefühl am Boden und Kälteschutz zu Füßen sorgt. Dann Dekorationsstoffe, die über die gesamte Fensterfront zum Zuziehen sind und durch den Lufteinschluss wie eine Dämmung wirken. Wichtig dabei ist, die Heizkörper frei zu lassen.
Anders formuliert: Im Sommer ist die leichte Gardine das Interieur-T-Shirt, im Winter sind Gardinen mit Dekovorhängen der Pulli und die Jacke fürs Zimmer. Zusätzlich helfen schwere Stoffe vor Eingangstüren, beispielsweise bodenaufstehende Thermochenille, Veloure oder Samte, Energie einzusparen. Und wer noch mehr tun möchte, für den hat die Branche auch das Richtige, nämlich Wandbespannung aus Textilien.
Textilien im Zusammenhang mit Wärme speichern ist eingängig, weil körperlich wahrnehmbar. Weshalb kommt das erst jetzt?
Das ist ja vom Prinzip her kein neues Thema. Schon in alten Schlössern hat man mit schweren Velouren, Samten, Brokaten und Dekostoffen Kälteschutz praktiziert, indem man die damals sehr leichten Glasfenster mit diesen Stoffen zugehängt und damit die Wärme im Raum gehalten hat. Das geht ja in die Historie und Handwerk hat auch Historie. Umso unbegreiflicher, dass dieses Thema nicht viel stärker kommuniziert wurde.
Wir haben es verlernt, die historischen Aspekte in der Kommunikation zu berücksichtigen oder in den Fokus zu rücken. Das haben wir ja bereits im Kontext Nachhaltigkeit festgestellt: Wir müssen alle wieder lernen, Qualität und damit Langlebigkeit zu kaufen. Energie sparen und Nachhaltigkeit hängen extrem zusammen. Die Tatsache, dass jeder einzelne Bewohner in seiner Wohnung unter diesem Energiepreisdruck steht, bietet unserer Branche die besten Verkaufschancen für unser Fachhandwerk und den Fachhandel, die wir seit langem hatten.
Wäre das nicht ein guter Ansatz, als Branche zum Thema Energie sparen
gemeinsame Sache zu machen?
Unser Problem ist die Branchenstruktur mit vielen kompetenten meist Klein- und Handwerksbetrieben, in der das Thema Werbung schon immer stiefmütterlich behandelt wurde. Hinzu kommt, dass wir in Großhandel und Industrie zu klein sind, um direkte Verbraucher Werbung im großen Stil betreiben zu können.
Die fehlende Kommunikation zum Verbraucher ist jedoch der Knackpunkt. Wüsste der Verbraucher, was wir in dieser konkreten Situation alles leisten, damit er Energie sparen kann, hätten wir keinerlei Absatzprobleme. Ein aus meiner Sicht guter Ansatz zur Stärkung der Kommunikation war die Initiative "Gib dir Stoff". Diese ist jedoch am Ende an der Kleinteiligkeit in der Diskussionen über sämtliche Ebenen gescheitert.
Ich denke, dass wir uns alle in der Branche wünschen, die Vorteile des textilen Wohnens, vom Boden, Wand bis zum Stoff am Fenster mit nachprüfbaren Fakten unterstützt, zu kommunizieren. Aber ich sehe leider nicht, dass es hierfür eine neue, übergeordnete Initiative geben wird.
Mit der Social Media Kampagne kommunizieren Sie direkt an den Verbraucher. Gibt es hier weitere Ideen und gibt es Marketingansätze, mit denen Saum & Viebahn den Handel zum Thema Energiesparen unterstützen kann?
Klenk: Mit unserem SV+ Konzept sind unsere Partner gut aufgestellt: Von der Printwerbung über Facebook, Newsletter und Homepage nehmen wir Fachhandwerk und Fachhandel die Kommunikation ab und greifen mit unserem Vorher-Nachher-Konzept das Thema Energie sparen mit Textilien auf. Und zwar mit unterschiedlichsten Stories und der Vorstellung verschiedener dicht gewebter Unistoffe, denn nicht nur Thermochenille eignet sich hierfür.
Das kommunizieren wir außerdem auch jeden Sonntag unter der Überschrift Textile Energiesparer über Saum & Viebahn und alle angeschlossenen Facebookseiten unserer SV+ Partner. Das ist unser Energy Saving Sunday.
Die Fragen stellte Michaela Fischer
aus
BTH Heimtex 10/22
(Wirtschaft)