Nachgefragt bei Christian Zaha und Markus Höhn, Schattdecor

"Die Haptik spielt eine Hauptrolle für die Qualität einer Oberfläche"


Welche Rolle spielt die Oberfläche für die Qualität eines Laminatbodens?

Christian Zaha: Die Komponenten Optik und Haptik sind entscheidend für den ersten qualitativen Eindruck. Stimmen das professionelle Druckbild und die Haptik überein - ist diese sogar synchron - entsteht ein täuschend echtes Ergebnis. Das ist entscheidend. Das Thema Haptik spielt mittlerweile eine der Hauptrollen, was die Qualität der Oberfläche betrifft.

Welche Rolle spielt für Sie der Trend zur Individualisierung? Wie können Sie dem begegnen?

Zaha: Individualisierung oder Customization sind natürlich Themen, die uns in Zusammenarbeit mit unseren Kunden beschäftigen. Individualisierung bedeutet in diesem Zusammenhang Entwicklungen, die auf einen Kunden zugeschnitten sind, sich aber dennoch in Masse abbilden und verkaufen lassen.

Sowohl unsere Kunden als auch wir sind an einer gewissen Losgröße interessiert, um Kosten wie Entwicklung und Produktion amortisierbar zu machen. Dennoch streben die Kunden einen gewissen USP an. So etwas lässt sich beispielsweise durch exklusive Entwicklungen mit passendem Synchronblech zu der von uns designten Oberfläche abbilden. Hier können wir mit unserem Digitaldruck in industriellem Maßstab spannende Lösungen anbieten.

Mit dem Digitaldruck kann etwa die Aussage eines Dekores, für das ein Synchronblech entwickelt worden ist, durch das Hinzufügen von Materialmerkmalen wie Sägespuren so verändert werden, dass es unter Verwendung desselben Synchronbleches nach wie vor synchron, aber neu wirkt. So entstehen in einer Entwicklung mehrere Dekorneuheiten mit demselben Pressblech. Hier können wir individuell die Anforderungen unserer Kunden bedienen und dennoch Dekore produzieren, die sich in Masse verkaufen.

Welche besonderen Serviceleistungen bieten Sie Ihren Kunden?

Markus Höhn: Wir bieten individuelle Lösungen aus erster Hand. Als Oberflächenspezialist ist es an uns, unsere Kompetenzen zu bündeln und Ideen zu Ende zu denken. Dabei setzen wir auf Qualität, Vielfalt, Tradition und eine individuelle Beratung. Kurzum: ein weltweites Gesamtpaket, hinter dem ein internationales Team steht. Dadurch generieren wir einen unendlichen Pool an Oberflächenlösungen. Unser Ziel sind bedarfsorientierten Lösungen für unsere Kunden - und das zum Start ihrer Produktentwicklung. Unser Extra: Mit einem großen Produktportfolio garantieren wir ein umfangreiches Anwendungsspektrum in Form von Printed Surfaces, Impregnated Surfaces und Finished Surfaces.

Speziell für unsere Fußbodenkunden wollen wir Ansprechpartner entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses sein: von der Ideenfindung und Beratung bis hin zu Design, Entwicklung, Produktion und Vermarktung.

Welche Rolle spielt der Digitaldruck inzwischen für Sie? Wie positionieren Sie die unterschiedlichen Technologien?

Höhn: Mit dem Digitaldruck haben wir sicherlich neue Dimensionen erschlossen. Als erstes Unternehmen in der Branche, das auf einer industriellen Breite von 2,25 m mit einer Auflösung von 1.200 x 1.200 dpi und das bei einer Geschwindigkeit von bis zu 162 m/min druckt, haben wir einen Meilenstein gelegt.

Dabei hat der Digitaldruck unterschiedliche Vorteile, wobei wir ihn als Ergänzung zum Tiefdruck verstehen. So lassen sich beispielsweise unterschiedliche Produktzyklen, von der Markteinführung eines Dekores, über die Hauptabnahmephase ideal abbilden. Mit dem Digitaldruck schaffen wir Farbvielfalt, großformatige Dekore, im Fußbodenbereich eine große Dielenvielfalt und das in präziser Optik mit feinsten Strukturen oder Negativporen. Das Thema Dielenvielfalt ist gerade im Bereich der Synchronverpressungen spannend. Wie schon gesagt, hat es viele Vorteile, wenn man ein Basic-Paket aus Design und Synchronblech möglichst vielfältig einsetzen kann: Ein Kostenaufwand - mehrere Dekore.

Christian Zaha ist Leiter Dekormanagement Schattdecor, Markus Höhn Bereichsleiter Vertrieb bedruckte Oberflächen
aus Parkett Magazin 05/21 (Wirtschaft)