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ABK

Erfolgreiche Digitalisierung braucht Kompetenz

Gütersloh. Die Krise als Chance sehen - nach diesem Motto nutzt der Einfkaufsverband ABK die Corona-Zeit, um das Thema Digitalisierung für seine Mitglieder intensiv voranzutreiben. Geschäftsführer Thomas Fehr erklärt, welche digitalen Tools seit März 2020 entwickelt wurden.

So viel ist klar: Die Pandemie hat die ohnehin stetig steigende Bereitschaft der Kunden, online einzukaufen, noch einmal beschleunigt. Um zukunftsfähig zu sein, da ist auch Thomas Fehr sich sicher, ist es für stationäre Geschäfte unumgänglich, digital sichtbar und aktiv zu sein. "Das soll nicht heißen, dass Online das neue Geschäftsmodell des Fachhandels ist", erklärt der ABK-Geschäftsführer. Die Digitalisierung öffne aber ein weiteres Fenster zum Kunden, schaffe eine neue Möglichkeit, mit ihm in Kontakt zu treten und ihm darüber hinaus auch etwas zu verkaufen. Grundvoraussetzungen, um digital erfolgreich zu sein, seien einerseits eine gute Strategie und geeignete Tools, vor allem aber die Bereitschaft und die Kompetenz, diese im Arbeitsalltag auch umzusetzen.

"Um das zu gewährleisten, haben wir bereits mit dem Start des ersten Lockdowns im März 2020 das Thema Online-Schulungen und Seminare für unsere Häuser stark ausgebaut", so der Verbands-Chef weiter. Natürlich gehe es in den Zoom-Meetings auch um den Umgang mit der aktuellen Situation, im Fokus stehe aber ganz klar das Thema Digitalisierung. Wo genau hier der Bedarf an Informationen und Unterstützung liegt, hat der Verband in ausführlichen Einzelgesprächen mit allen Mitgliedshäusern geklärt. Eine wesentliche Erkenntnis daraus war: Das Interesse an der Digitalisierung ist bei den Fachhändlern und ihren Mitarbeitern groß - die Scheu vor dem Thema häufig aber auch.

"Daran haben wir gearbeitet", erklärt der ABK-Geschäftsführer. Eine erste Maßnahme des Verbandes war das Angebot, für die Händler einen Online-Shop aufzubauen. "Das hat gleich gut funktioniert, im Mai 2020 waren zehn Shops im Netz", erinnert sich Thomas Fehr. Bis heute sind zehn weitere dazugekommen, in unterschiedlicher Ausführung. Der ABK bietet ein Modulsystem an, das dem Händler die Wahl lässt, ob er sich vom Verband den kompletten Shop einrichten lässt oder nur den Zugang zum zentralen Datenpool bucht.

Ebenfalls neu im ABK Digitalangebot ist die Daten- und Kommunikationsplattform "Bitrix". "In unterschiedlichsten Kombinationen, von der Erfa- bis zur Chef-Gruppe ist es hier möglich, sich per Chat oder Videokonferenz auszutauschen", beschreibt Fehr. Zudem biete "Bitrix" eine Bild- und Textdatenbank, auf die die Händler zugreifen können, um beispielsweise Material für Werbung herunterzuladen.

Schließlich hat der ABK für seine Mitglieder ein neues Social-Media-Tool entwickelt. "Geschäfte, die den eigenen Online-Shop bewerben oder mit den Kunden in Kontakt bleiben wollen, kommen um die sozialen Medien heute nicht mehr herum", unterstreicht der Geschäftsführer. Ihm ist aber auch klar, dass Facebook, Instagram und Co. regelmäßig mit Posts zu versorgen, für viele Händler eine eher lästige Pflicht ist, die im Arbeitsalltag allzu häufig vernachlässigt wird. "Deshalb bieten wir unseren Häusern an, in Absprache mit ihnen für ein Grundrauschen in den Sozialen Medien zu sorgen", ergänzt Fehr. Konkret heißt das, dass der Verband für ausreichend Content sorgt, der in den jeweiligen Kanälen ausgespielt wird und von den Händlern beliebig um persönliche Posts ergänzt werden kann.

Das, so der Experte weiter, sei ein ganz neuer, pragmatischer Ansatz. "Wir müssen die Händler da abholen, wo die stehen", meint er. Und wenn es um Digitalisierung gehe, das habe das vergangene Jahr gezeigt, sei in vielen Fällen eben noch sehr viel Unterstützung nötig. "Wir sehen aber auch, wir sehr die Bereitschaft, das Thema anzugehen, gewachsen ist." Dementsprechend plant der ABK, seine Händler bei der Umsetzung der digitalen Tools weiterhin intensiv zu begleiten - vor allem in Form von Schulungen und Seminaren. Teilweise werden dafür externe Dienstleister mit ins Boot geholt, etwa Marketingexperten oder Partner aus der Industrie.

Beibehalten will der Verband auf jeden Fall auch die seit Ende 2020 zwei- bis dreimal wöchentlich stattfindenden Blitzseminare, die in der Regel 30 bis 45 Minuten dauern und jeweils morgens vor der Ladenöffnungszeit stattfinden. vBeispiele vor", erklärt Thomas Fehr. "Das heißt, Händler, die etwa erfolgreich einen Online-Shop betreiben oder sich besonders in den sozialen Medien engagieren, erklären den Kollegen ihre Vorgehensweise."

Die aktuellen Online-Seminare richten sich an die Fachhändler selbst, aber auch an die Erstverkäufer und weitere Mitarbeiter. Vor allem, wenn es um den wichtigen Bereich Social-Media-Marketing geht, empfiehlt Fehr, ein Teammitglied auszuwählen, das sich dauerhaft um das Thema kümmert. Auch bei Neueinstellungen könne es sinnvoll sein, gleich jemanden zu suchen, der sowieso eine emotionale Bindung zu den sozialen Medien habe. Denn worauf es bei der Digitalisierung jetzt ankomme, sei vor allem dranzubleiben. "Und dafür", so Thomas Fehr, "ist es wichtig, dass sich das gesamte Team fit für die Zukunft macht. Die findet natürlich im stationären Fachhandel statt, aber zusätzlich eben auch online."
Erfolgreiche Digitalisierung braucht Kompetenz
Foto/Grafik: ABK
Thomas Fehr, ABK-Geschäftsführer
"Im Mai 2020 waren zehn Shops im Netz."
Erfolgreiche Digitalisierung braucht Kompetenz
Foto/Grafik: ABK
Neuer Alltag: Online-Schulungen und Austausch finden im Lockdown per Zoom-Meeting statt.
aus Haustex 04/21 (Wirtschaft)