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IVC BVBA

Sortimentserweiterung von IVC greift

IVC hat nach Jahren des immensen Kapazitätsausbaus und der Sortimentsdiversifizierung die Produktqualität und die Warenversorgung besser im Griff als zuvor. Angestammte Kunden im Handel sowie die neuen im noch jungen Objektvertrieb honorieren die Entwicklung.

IVC vertreibt in vielen Ländern Europas sowohl im Handels- als auch im Objektbereich - und dort wiederum in unterschiedlichen Segmenten wie unter anderem Büro, Hotel und Ladenbau. "Überall waren die Folgen des Corona-Lockdowns unterschiedlich stark ausgeprägt. Das ist für uns das Schwierigste gewesen. Jeden Tag kamen neue Informationen und die Situation änderte sich ständig", blickt Olivier Bossuyt, Geschäftsführer D/A/CH, Anfang Juni im Gespräch mit BTH Heimtex zurück.

CV-Werk zwei Wochen angehalten

Während das Teppichfliesenwerk in Mouscron praktisch durchlief, hatten die Verantwortlichen die LVT-Produktion in den drei Anlagen am Hauptstandort in Avelgem lediglich wenige Tage unterbrechen müssen. Die Bänder im Cushion Vinyl-Werk allerdings mussten rund zwei Wochen still stehen.

Gerade das CV-Geschäft, der Hauptumsatzbringer des Konzerns, habe unter den Corona-Auswirkungen "gelitten", so Bossuyt. Viele Abnehmer in der Großfläche mussten ihre Läden schließen. Im LVT-Geschäft - vor allem im Objektbereich - habe IVC in Deutschland und in einigen anderen Ländern, in denen Baustellen geöffnet waren und Handwerker weiterarbeiten konnten, von seiner hohen Lieferfähigkeit profitiert. "Wir haben deswegen sicherlich kurzfristig einige Aufträge bekommen, für die wir ursprünglich nicht vorgesehen waren. Wir waren einfach eine gut verfügbare Alternative", schätzt Uwe Leupold ein, der als Verkaufsleiter IVC Commercial seit Oktober 2017 die D/A/CH-Region verantwortet.

Insgesamt sei IVC "ganz gut durchgekommen", resümiert Bossuyt. Man werde sicherlich aber zwölf bis 18 Monate brauchen, um wirtschaftlich wieder zurück zur Normalität zu kommen, schätzt Ivo Schintz ein, der als Director IVC Commercial seit rund einem Jahr den Aufbau des Objektgeschäftes auf allen Märkten weltweit außerhalb der USA vorantreibt. Vorausgesetzt es gebe keine zweite Covid-19-Welle, schränkt er ein.

Whitepaper Nachhaltigkeit

Bossuyt, Leupold und Schintz haben sich zusammen mit ihren Teams nicht nur darum gekümmert, dass die Kunden von IVC Ware und Service erhalten und alles vorbereitet ist für die Zeit nach dem Lockdown. Sie haben auch ein Projekt zu Ende gebracht, welches bereits 2019 gestartet war: das IVC Whitepaper. In diesem wird die "IVC Group Sustainability Journey 2040" (Deutsch: Nachhaltigkeitsreise 2040, Anm. d. Red.) beschrieben.

Darin geht es in erster Linie um alle Aspekte von Nachhaltigkeit, die IVC als Hersteller von Bodenbelägen betreffen: Kreislaufwirtschaft, CO-Reduzierung, Nutzung von Windenergie, Abfallvermeidung, Recycling, sichere und nachhaltige Arbeitsplätze, Wohngesundheit und ähnliche Themenfelder. Das Unternehmen setzt sich das Ziel, bis 2040 unter anderem in allen Werken nach Gesichtspunkten der Kreislaufwirtschaft ohne Abfall zu produzieren. Außerdem wollen die Belgier weltweit das Unternehmen werden, mit dem Kunden "am leichtesten Geschäfte machen können" -also Kundenbeziehungen und die Auftragsabwicklung optimieren.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit

Das Whitepaper sei nötig gewesen, betont Bossuyt. "Denn in vielen Aspekten von Nachhaltigkeit sind wir weiter und erfolgreicher, als es Kunden, Endkonsumenten und Öffentlichkeit bisher bekannt ist." Dinge wie Hygieneschutz, Wohngesundheit, Globalisierung und Digitalisierung treiben die Menschen stärker um als früher. Die Anforderungen an einen Bodenbelagshersteller hätten sich verändert; es gehe nicht mehr allein um Dekor, Preis und Lieferung.

Man müsse "der Marke IVC ein Gesicht geben", wolle Antworten geben auf Fragen, die vor allem den Kunden wichtig sind: Für was steht IVC? Nach welchen Werten handeln das Unternehmen und seine Mitarbeiter? "Gerade in den Wochen und Monaten des Lockdowns haben viele Kunden stärker als sonst nach Sicherheit, Verlässlichkeit und Kontinuität gesucht", berichtet Bossuyt.

Expansionsphase abgeschlossen

Auch in Bezug auf das Portfolio hat es bei den Flamen viele Veränderungen geben in der letzten Zeit. IVC hat seit 2015 sein Sortiment und seine Produktionskapazitäten stark ausgeweitet. Innerhalb dieses Zeitraums sind zwei weitere Designbelagsanlagen, ein Teppichfliesenwerk sowie ein neuer großer Verwaltungs- und Showroomstandort in Flandern errichtet und umgestaltet worden. Das Sortiment wurde mit Teppichfliesen und Rigid-LVT ausgeweitet. Zwei Jahre - 2018 und 2019 - blieb der Konzern der Domotex fern; ein Novum in der 23-jährigen Geschichte des Herstellers. Der Hauptgrund: die dynamische Expansion. Dieses Wachstum führte dazu, dass Produktqualität und Lieferfähigkeit bei LVT zeitweise gelitten hatten. Es gab einigen Unmut im deutschen Großhandel und auch Auslistungen.

"Alle diese Hürden haben wir genommen. Diese Phase haben wir abgeschlossen. Wir haben jetzt einen langen Zeitraum wieder zuverlässig geliefert. Bei LVT im Großhandel haben wir das Vertrauen zurückgewonnen, haben neue Kunden gewonnen und sind auch wieder mit ehemaligen Kunden im Gespräch", zeigt sich Bossuyt zufrieden.

Die Grossisten interessierten sich für die Entwicklung, die IVC in den vergangenen Jahren genommen hat. Die neuen Produkte im Sortiment, beispielsweise Teppichfliesen und der Rigid-Designbelag Layred, kämen gut an. Sie werden bis Ende 2020 parallel zu den laufenden Kollektionen im Markt vorgestellt und platziert.

Objektarbeit erfolgreich

"Auch unsere Objektaktivitäten sind für unsere Partner im Großhandel hilfreich", sagt Bossuyt. Uwe Leupold sei mit seiner zehnköpfigen Mannschaft erfolgreich. Die Wachstumsraten im Projektgeschäft seien hoch und der Anteil, den die Sparte IVC Commercial zum Gesamtumsatz beiträgt, steige stetig an. "Wir haben einen Plan für die nächsten vier, fünf Jahre, in denen wir mit IVC Commercial durch verstärkte Aktivitäten sowohl in als auch außerhalb Europas profitabel wachsen wollen", blickt Schintz voraus.

IVC werde durch diese Dinge heute anders wahr genommen als früher, als man ausschließlich CV und heterogene Bahnenware im Angebot hatte, meint Bossuyt. "Unser breites Sortiment wird heute geschätzt", betont der D/A/CH-Geschäftsführer. Gleichzeitig nehmen die Kunden wahr, dass IVC als Organisation professioneller, verlässlicher und flexibler ist als in der Vergangenheit.

"Die Corona-Krise hat auch die Digitalisierung des Geschäftes vorangetrieben. Wir werden unseren Kunden in Zukunft eine digitale Plattform bieten. Dort können sie jederzeit und sehr einfach in Kontakt mit uns treten und alle Informationen abrufen, die sie benötigen", kündigt Bossuyt hat.
|jochen.lange@snfachpresse.de

IVC kurz notiert

Ausgezeichnete Krisen-Reaktion
Die wegen Corona getroffenen Hygienevorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen in den Werken und Firmengebäuden des Herstellers in Belgien waren so vorbildlich, dass die Region Ost-Flandern IVC als Best-Practice-Betrieb ausgezeichnet hat. Das Unternehmen hatte vom engen Austausch mit den Kollegen des italienischen Schwesterunternehmens und Fliesenherstellers Marazzi profitiert.

Messen
IVC wird auf der BAU 2021 ausstellen; auf der Domoex sind die Belgier hingegen nicht vertreten. Für den weiteren Ausbau des Objektgeschäftes seien spezialisierte Segment- und Designmessen sinnvoller. IVC spielt außerdem mit dem Gedanken, Events für Architekten und andere Entscheider selbst zu organisieren.

Flooring
Developement Center
Im ersten Jahr seines Bestehens haben mehr als 1.200 Architekten, Designern und Kunden aus elf Ländern das Center besucht.

Vielfalt
Bei der IVC Gruppe arbeiten weltweit 1.600 Mitarbeiter aus mehr als 30 Ländern.
aus BTH Heimtex 09/20 (Wirtschaft)