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BVPF Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe

"Mit Das ist Bodenhandwerk wollen wir das Coole am Handwerk zeigen"

Seit 2014 wirbt die Initiative "Das ist Bodenhandwerk" um Nachwuchskräfte. Projektleiterin Katja Schmidt von der Agentur Planit Digital erklärt die Arbeit in den sozialen Medien und berichtet über Erfolge der Online-Ausbildungsbörse, von der Handwerksbetriebe direkt profitieren.

BTH Heimtex: Frau Schmidt, 2014 wurde die Initiative "Das ist Bodenhandwerk" ins Leben gerufen. Was waren die Hintergründe?

Katja Schmidt: Der Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik (BVPF) hatte damals "Das ist Bodenhandwerk" als Ausbildungsinitiative gestartet, um den Nachwuchs zu fördern und aktiv Lehrlinge zu gewinnen. Ziel war es, junge Menschen für die Berufe des Bodenlegers, Parkettlegers und Raumausstatters zu begeistern sowie Ausbildungs- und Praktikumsplätze bei Handwerksunternehmen zu vermitteln. Zudem soll die Wahrnehmung und Wertschätzung der Berufe in der Öffentlichkeit verbessert werden. Später kam der Beruf des Estrichlegers hinzu. Unsere Agentur Planit Digital hat das Projekt im Jahr 2016 federführend übernommen.

BTH Heimtex: Warum war solch eine Kampagne notwendig?

Schmidt: Seit vielen Jahren hat die Zahl der Auszubildenden im bodenlegenden Handwerk kontinuierlich abgenommen. Eine erschreckende Tatsache für alle Handwerksbetriebe der Branche. Viele fanden keinen passenden Auszubildenden für ihr Unternehmen. Und immer öfter blieben die wertvollen Ausbildungsplätze sogar unbesetzt.

Unsere Kampagne soll Jugendliche fürs Handwerk begeistern, vor allem in Zeiten der Digitalisierung und den dazugehörigen neuen Berufen. Die Berufe des Parkett-, Boden- und Estrichlegers sowie des Raumausstatters bekannter und attraktiver zu machen, ist daher das Ziel unserer Initiative.

BTH Heimtex: Wie gehen Sie dabei vor?

Schmidt: Wir erreichen die Jugendlichen vor allem über unsere Social-Media-Kanäle. Wir sind auf Youtube, Facebook und Instagram aktiv, haben eine eigene Homepage: www.das-ist-bodenhandwerk.de. Auf den Kanälen teilen wir Videos und Fotos. So gibt es dort Clips von Azubis, die wir bei ihrem Arbeitsalltag begleiten. Wir wollen das Coole am Handwerk zeigen. Man kann in diesen Berufen viel erreichen und hat gute Perspektiven. Das Handwerk hat immer noch goldenen Boden und ist zukunftssicher.

Auf Events wie dem Bundesleistungswettbewerb der Parkett- und Bodenleger und auf Messen wie der Domotex sind wir ebenfalls präsent und drehen Videos und fotografieren. Möglich ist das nur durch die Unterstützung von zahlreichen Förderern aus Handwerk, Handel, Industrie, Branchenverbänden, Fachzeitschriften und Messegesellschaften, die uns seit Jahren finanziell unterstützen.

BTH Heimtex: Wie ist die Resonanz auf diese Social-Media-Inhalte?

Schmidt: Sehr gut. Unser "Dinosaurier-Video", mit dem wir vor einem Aussterben der Handwerksberufe warnen, erreichte rund 115.000 User. Wir veröffentlichen viermal im Monat Social-Media-Clips, in denen wir den Alltag in einem Gewerk vorstellen. Ein entsprechendes Video über einen Estrichleger wurde rund 340.000 Mal geklickt. Das war gigantisch.

BTH Heimtex: Was gibt es sonst noch für Aktivitäten Ihrer Initiative?

Schmidt: Wir führen gemeinnützige Projekte durch, bei denen wir die anfallenden Kosten für den Bodenbelag sowie die kompletten handwerklichen Arbeiten übernehmen. Dort bieten wir Jugendlichen und Azubis die Möglichkeit, sich einzubringen.

BTH Heimtex: Wie profitieren Handwerksbetriebe von "Das ist Bodenhandwerk"?

Schmidt: Wir ermöglichen ihnen, auf unserer Internetplattform kostenlos Ausbildungs- und Stellenanzeigen aufzugeben, auf die sich die Jugendlichen bewerben können. Jede Stelle wird automatisch auf der bundesweiten Ausbildungsplattform Aubiplus eingetragen. Der Handwerksunternehmer erhält hier kostenlos einen Service, für den er normalerweise 250 EUR bezahlen müsste.
Innerhalb eines Jahres verzeichnete unsere Stellenbörse rund 450.000 Seitenaufrufe. Bis zu 350 Stellen können wir gleichzeitig einstellen. Diese Kapazitäten werden bislang noch nicht voll ausgereizt. Meist sind es so an die 250 Anzeigen, die bei uns online sind. Da ist noch Luft nach oben - da wünschen wir uns, noch bekannter zu werden.

BTH Heimtex: Wie war die Resonanz auf die Stellenanzeigen?

Schmidt: Es gab rund 1.300 Online-Bewerbungen. Die tatsächliche Zahl der Bewerbungen liegt aber höher, da hier ja auch noch die Bewerbungen in Papierform hinzu kommen, von denen wir nicht wissen, wie viele es sind.

BTH Heimtex: Wie geht es weiter?

Schmidt: Viele in der Branche kennen uns, das ist sehr erfreulich. Wir sind auf zahlreichen Messen und Events vor Ort. Wir wollen künftig an den Berufsschulen noch präsenter sein. Es hat sich gezeigt, dass sich die Jugendlichen für unsere Gewerke interessieren und sich über diese informieren. Auch künftig wollen wir unsere Branche attraktiv darstellen. Dazu braucht es jedoch weiterhin die Unterstützung durch Förderer, die wir ebenfalls mit unseren Maßnahmen und Erfolgen überzeugen und für unsere Initiative gewinnen können.
aus BTH Heimtex 03/20 (Wirtschaft)