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IVC BVBA

IVC professionalisiert sein Objektgeschäft

Firmenzentrale, Strategie, Strukturen, Köpfe: Bei IVC ist vieles neu und in Bewegung. Die Branchenpersönlichkeit Ivo Schintz soll die organisatorische Professionalisierung der Belgier im noch jungen Objektvertrieb vorantreiben.

Der belgische Bodenbelagshersteller IVC wurde vor nicht einmal 22 Jahren gegründet. Doch seitdem hat das Unternehmen seinen weltweiten Umsatz auf rund 900 Mio. EUR in die Höhe geschraubt. Seit vier Jahren ist die International Vinyl Company Teil des weltweit größten Bodenbelagskonzerns Mohawk aus den USA und produziert heute an zehn Standorten in Nordamerika, Europa und Russland mehr als 180 Mio. m2 Bodenbeläge - hauptsächlich CV, heterogene PVC-Bahnenware und LVT, seit 2018 auch Teppichfliesen.

Speziell in den vergangenen zehn Jahren haben Schlagzahl und Wachstumsdynamik rasant zugenommen bei den Flamen. Haupttreiber dieser Entwicklung sind CV- sowie Designbeläge. IVC hat in diesem Zeitraum mehrere neue Werke gebaut und beispielsweise die LVT-Marke Moduleo im deutschen und europäischen Handel etabliert.

CEO Jan Vergote und Olivier Bossuyt, General Manager D/A/CH, etablierten 2017 dann ein zweites strategisches Standbein: IVC Commercial, eine eigenständige Vertriebsorganisation für das Objektgeschäft - parallel und unabhängig vom klassischen Handelsvertrieb, in dem IVC vor allem mit Cushion Vinyl, heterogener Bahnenware, später auch mit LVT und einer professionellen Produktions- und Vertriebsorganisation groß geworden ist und mit Abstand ihre meisten Umsätze erwirtschaftet.

Neun Mitarbeiter im Objektvertrieb

Die Verantwortlichen sehen im Objekt noch viel Wachstumspotenzial. Allein in D/A/CH führt der im Oktober 2017 bei IVC gestartete Uwe Leupold als Vertriebsleiter Objekt deswegen heute, zwei Jahre später, bereits eine Außendienstmannschaft von neun fest angestellten Mitarbeitern plus zwei Handelsagenten. Sie sind in allen wichtigen Regionen und Metropolen unterwegs und platzieren mit dem Türöffner Teppichfliese ausgehend vom Bürosegment IVC-Objektbodenbeläge bei Architekten, Planern, Bauherren und Objekteuren. Alle Objektberater verfügen über Vertriebserfahrung mit textilen Böden.

IVC hat seine neue Strategie unter der neuen Objektmarke IVC Commercial Anfang des Jahres auf der BAU offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Branchenbeobachter halten diesen Schritt für richtig. "Erstmals überhaupt Objektgeschäft zu betreiben, bedeutet für einen Hersteller, der bisher auf den Handel fokussiert gewesen ist, allerdings, den Vertrieb seiner Bodenbeläge komplett neu und anders zu denken, als er es gewohnt ist", erklärt Bossuyt.

Supply Chain-Management etabliert

Deswegen gehen die Verantwortlichen jetzt den nächsten Schritt in der Unternehmensentwicklung. "Wir passen unsere interne Struktur unserem enormen Umsatzwachstum und unserer zusätzlichen Vertriebsausrichtung weiter an" verkündet Bossuyt. Ob Einkauf, Vertrieb, Marketing, Produktmanagement, Lager, Transport oder Logistik - die einzelnen Abteilungen tauschen sich produkt-, segment- und vertriebsübergreifend noch intensiver aus. Zudem wurde der Bereich Supply Chain-Management neu gegründet.

In einem besonderen Maße erfordert der noch junge Objektvertrieb von IVC diese moderne Organisationsstruktur. Denn Bauprojekte ziehen sich oft viele Monate bis zur Realisierung hin; häufig ändern Architekten oder Objektentscheider noch kurzfristig Art und Menge der benötigen Bodenbeläge. Nur eine effizient strukturierte Organisation, die schnell und flexibel reagiert, kann in einem solchen Geschäft bestehen.

IVC hat deswegen seit Juni 2019 Ivo Schintz als Direktor IVC Commercial ROW (Rest of the World) damit betraut, eine solche professionelle Organisation für alle Märkte außerhalb Nordamerikas aufzubauen. Der 61-Jährige ist eine angesehene Persönlichkeit der europäischen Bodenbelagsbranche und war bis 2017 rund 20 Jahre für Tarkett tätig, zuletzt als Geschäftsführer Deutschland und Vice President Central Europe. Zudem hat der Niederländer den FEB mit gegründet und als erster Vorstandsvorsitzender rund 15 Jahre geprägt. "Ich habe die Entwicklung von IVC über viele Jahre verfolgt. Das Unternehmen hat viel erreicht, hat mit Mohawk eine finanzstarke Mutter im Rücken und ist dabei, den nächsten wichtigen Schritt zu gehen. Dabei mitzuwirken, ist eine spannende Aufgabe für mich. Deswegen bin ich zu IVC gekommen", sagt Schintz.

Objektleiter Leupold wird weiterhin an Bossuyt berichten, der als General Manager für D/A/CH insgesamt zuständig bleibt. Objektthemen aus diesen Märkten berichtet Bossuyt an Schintz. | jochen.lange@snfachpresse.de


IVC - kurz notiert
Flooring Development Center
Ende 2018 haben rund 90 Mitarbeiter von IVC unter anderem aus den Abteilungen Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Marketing im neuen Flooring Development Center im flämischen Waregem ihre neuen Arbeitsplätze bezogen. Der imposante pyramidenartige Bau, der wegen seiner Architektur in der Region Kultstatus hat, wurde auf seinen 5.000 m2 umfangreich saniert und umgestaltet. Das den nachhaltigen LEED-Kriterien entsprechende Gebäude soll laut IVC ein inspirierender Ort für Kunden, Designer und Architekten aus der ganzen Welt werden. Auf rund 1.250 m2 präsentiert das Unternehmen dort sein gesamtes Sortiment jetzt unter einem Dach; im Zuge des starken Wachstums waren die Räumlichkeiten am Hauptstandort in Avelgem zu klein geworden. Zudem stehen Flächen für Verlegung und Anwendungstechnik zur Verfügung und es gibt ein Schulungszentrum, einen Veranstaltungssaal, eine Kantine und einen Kreativraum mit Panoramablick ganz oben unter der Gebäudespitze.

Layred
IVCs Antwort auf die unübersichtliche Lage auf dem Markt für Rigid- bzw. Multilayerdesignbeläge heißt Layred. Die in Belgien produzierten "Engineered Vinyl Floors" mit der auffallend roten Unterseite sollen ab Herbst 2019 in der D/A/CH-Region in den Markt kommen. Der Klick-Designbelag besteht aus insgesamt zwölf Schichten und soll nicht nur robust, sondern auch weich und leise sein. In hausinternen Vergleichstests mit Vollvinylklick, WPC und SPC aus China habe Layred in zwölf Kategorien entweder gleich gut (sieben) oder besser (fünf) abgeschnitten. Untersucht wurden unter anderem das Durchtelegrafieren von unebenen Untergründen, die Dimensionsstabilität, das Resteindruckverhalten, die akustischen Eigenschaften, der Gehkomfort, die Kratz- und Fleckenbeständigkeit sowie die Qualität von Design und Oberflächenstruktur.

Domotex
Nach zwei Jahren Abstinenz stellt IVC 2020 wieder auf der Domotex aus. Das wird dann den Start für einen Zwei-Jahres-Rhythmus in Hannover markieren. In den ungeraden Jahren dazwischen werden die Belgier ihre Zelte ausschließlich auf der BAU in München aufschlagen.
aus BTH Heimtex 09/19 (Wirtschaft)