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Who is who in der Anwendungstechnik

Calciumsulfat-Fließestrich in Feuchträumen – Details entscheiden


Mit Erscheinen der Abdichtungsnorm DIN 18534 wurden Feuchtebeanspruchungsklassen für Feuchträume und die dafür erforderlichen Abdichtungsmaßnahmen festgelegt. Kernstück für die Bewertung der Feuchtebeanspruchung ist die Tabelle 1, die zwischen den Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I entsprechend der beschriebenen Wassereinwirkung unterscheidet. Diese Zuordnung ist gut gewählt und zeigt, dass die Ersteller sich hierzu viele Gedanken gemacht haben.

Die Norm gibt aber nicht vor, welche Raumnutzungsklasse einem Raum zugeordnet werden muss. Dies ist die Aufgabe des Planers. Es werden jedoch in der Normtabelle Beispiele genannt und im Anhang durch Zeichnungen ergänzt, um dem Planer eine Entscheidungshilfe zu geben. Diese Beispiele verführen jedoch dazu, diese als Vorgabe zu verstehen. Die vernünftige Beurteilung nach der in Tabelle 1 beschriebenen Wassereinwirkung wird dann nicht mehr beachtet. So entstehen unnötige Diskussionen auf der Baustelle, wenn die baulichen Gegebenheiten nicht exakt einem der Beispiele entsprechen. Dies ist kein Plädoyer gegen die Beispiele, sondern eine Aufforderung an die Nutzer der DIN 18534, die Zuordnung der Wassereinwirkungsklassen nach der Wassereinwirkung in Tabelle 1 verantwortungsvoll zu nutzen.

Der Hintergrund
Einsatz von CAF nach Norm
in W0-I und W1-I vorgesehen

Der Einsatz von CAF wird nach der Norm für die Wassereinwirkungsklassen W0-I (geringe Wassereinwirkung) und W1-I (mäßige Wassereinwirkung) vorgesehen. Hier entsteht oft ein Streitpunkt, wenn in einem Bad eine bodengleiche Dusche ausgebildet wird und der Boden außerhalb der Dusche mit Calciumsulfat-Fließestrich (CAF) ausgeführt wurde. In der Tabelle 1 wird das Anwendungsbeispiel "Bodenflächen in Räumen mit bodengleichen Duschen" der Wassereinwirkungsklasse W2-I zugeordnet. Also kein Einsatz von CAF. In den Zeichnungen des Anhangs wird dagegen unterschieden, ob die bodengleiche Dusche durch eine Türe abgetrennt ist (W1-I) oder nicht (W2-I). Dies ist nicht als Widerspruch in der Norm zu sehen, da es sich um Beispiele handelt. Kritik kann aber an dem Beispiel bodengleiche Dusche ohne Tür geübt werden, da man sie aufgrund des dargestellten, kleinen Duschbereichs als Fehlplanung deuten könnte. Das Duschwasser kann als Brauchwasser auf den gefällefreien Bereich einwirken und zur Badezimmertür hinausfließen. Dabei ist es dem Wasser gleichgültig, welcher Estrich sich unter Belag und Abdichtung befindet.

Mein Tipp
Bei Brauchwasser keinen CAF;
Spritzwasser ohne Gefälle:
CAF freigegeben

Mit einer einfachen Sichtweise kann leicht beurteilt werden ob CAF eingesetzt werden kann oder nicht. Dort, wo häufig Brauchwasser anfällt (W2-I) wird ein ausreichendes Gefälle benötigt, um das Wasser abzuleiten; hier keinen CAF verwenden. In den anderen Bereichen, wo nur Spritzwasser anfällt und kein Gefälle benötigt wird, kann CAF verwendet werden. Ausnahme sind gewerbliche Bereiche, wie Wellness oder Schwimmbad, wo dauernd hohe Luftfeuchten herrschen.

Literatur-Tipp: Über DIN 18534 hinausgehende Beispiele zu Einsatzbereichen sind in den Merkblättern von IGG (Merkblatt 5) und VDPM/IGE (Merkblatt 1) zu finden. Auch für den gefällefreien Bereich muss bei Spritzwasserbeanspruchung abgedichtet werden. Die Abdichtungssysteme nach DIN 18534 haben eine hohe Qualität, sodass der Estrich und alles was darunter ist, gut geschützt sind.
aus FussbodenTechnik 03/19 (Wirtschaft)