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Domotex + Bau 2019: Trends Verlegewerkstoffe

Universelle Produkte auf dem Vormarsch


Einfachere Verlegung und verbesserte Nachhaltigkeit sind die Hauptantriebe bei der Entwicklung neuer Spachtelmassen, Grundierungen und Klebstoffe. Die Industrie forciert vielseitig einsetzbare bzw. multifunktionale Produkte. Gesundheitsgefährdende Epoxidharz-Bestandteile werden weiter ersetzt.

Die Unternehmen der Bauchemie treibt vieles um. Beim Absatz ihrer Produkte stehen einer stabilen Baukonjunktur zuletzt überdurchschnittlich gestiegene Kosten für die Rohstoffversorgung ebenso gegenüber wie die zunehmenden Hemmnisse auf Baustellen und Straßen mangels Personal. Darüber hinaus beeinflussen neben den beiden großen Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung mehrere Verlagerungen in den Märkten das Geschäft: Fachhandwerk vs. mobiler Generalist und auch anspruchsvolle Parkettverklebung vs. schnell verlegte Designbeläge verändern die Anforderungen an das Produktportfolio.

Die daraus resultierende Tendenz in der Produktentwicklung ist nicht neu: Spachtelmassen, Grundierungen und Klebstoffe sollen auf der Baustelle möglichst einfach, schnell und flexibel zu verarbeiten sein. In diesem Kontext propagiert die Industrie schon länger das "Arbeiten im System" mit aufeinander abgestimmten Produkten. Zusätzlich rücken derzeit Verlegewerkstoffe weiter in den Vordergrund, die vielseitig einsetzbar sind bzw. multifunktional mehrere Aufgaben abdecken. So führten mehrere Hersteller zu den diesjährigen Messen neu entwickelte Klebstoffe ein, die universell für viele Bodenbelagsarten verwendet werden können (Kiesel Okamul Ki Fix, Mapei 4 Evolution, Thomsit UK 840). Und moderne Grundierungen fungieren als Reststaubabbinder unter SMP-Parkettklebern ebenso wie als Feuchtigkeitssperre auf Calciumsulfat- oder Zementestrichen (Bostik Hytec Vario).

Herstellerübergreifend bieten die Verlegewerkstoff-Sortimente Alternativen zu epoxidharzhaltigen Produkten, denen aus Gründen des Gesundheitsschutzes bekanntermaßen seit Längerem ein Verbot droht. Spachtelmassen, Grundierungen und Klebstoffe auf Silanbasis etablieren sich weiter.

Die modernen Klebstoffe sind nicht kennzeichnungspflichtig und in der Regel ausgelobt als lösemittelfrei und sehr emissionsarm gemäß GEV Emicode. In der Verarbeitung punkten sie mit Gebrauchsfertigkeit und einer lange offenen Zeit. Dank hartelastischer Einstellung kombinieren sie schubfeste und elastische Eigenschaften, auf die es gerade bei der Parkettverlegung ankommt: Zum einen werden hohe Scherfestigkeiten erreicht und Fugenbildungen vermeiden, zum anderen reagieren die Kleber ausreichend nachgiebig auf Quell- und Schwindvorgänge im Holz, heißt es dazu etwa von Mapei. Das Unternehmen wartete ebenso wie Thomsit mit einem entsprechenden Neuprodukt auf (Mapei Ultrabond Eco S958 1K, Thomsit P 699).

Feuchtesperren für alle Anwendungen

Uzin hingegen stellte eine neuartige Feuchtigkeitsabsperrung vor, die ohne Epoxidharz und Polyurethan auskommt: Dafür kombiniert der Hersteller zwei alkalibeständige Spezialgrundierungen und eine feuchtebeständige Spachtelmasse, die zur Absperrung von Restfeuchte bis 5 CM-% auf Zementestrichen freigegeben ist. Und Uzin liefert ein weiteres durchaus schlagkräftiges Argument: Der nachhaltige Verlegewerkstoff ermöglicht, ökologische Aspekte in Ausschreibungen für den Fußbodenaufbau zu integrieren (Uzin Hydro Block-System).

Um ein anderes Feuchtigkeitsgebiet geht es beim Verlegen von Parkett und Designbelägen im Bad. Voriges Jahr lancierte Mapei sein Komplettsystem begleitet von umfassenden Marketingaktionen. Jetzt griff Bostik den aktuellen Trend nochmals auf und zeigte Komplettsysteme für die jeweiligen Bodenaufbauten - fachgerecht angelehnt an die Richtlinien der DIN 18534 "Abdichtung von Innenräumen".

Der Service wird digitaler - und cleverer

Digitale Beratungs- und Service-Angebote für den Fachhandel und Verlegebetriebe werden von den Unternehmen der Bauchemie wie in allen anderen Segmenten der Fußbodentechnik auch weiter ausgebaut. Beispiel Kiesel: Mit der neuen Infothek der Esslinger erhalten Handwerker aus mehr als 1.700 Aufbauempfehlungen die für ihr Vorhaben passende Aufbauvariante, ein implementierter Verbrauchsrechner ermittelt den Materialbedarf. Analoge Funktionen bietet die neue Aufbauempfehlungs-App von Mapei. Als PDF- oder Textdatei angezeigt, können die Empfehlungen gespeichert, mit Bildern versehen und personalisiert versendet werden. Architekten und Planer können Systemaufbauten als Ausschreibungstext downloaden - ein Paradebeispiel dafür, wie Digitalisierung mit smarten Tools die Abläufe in der Bauplanung vereinfachen kann.| Imke Laurinat
aus Parkett Magazin 02/19 (Wirtschaft)