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Egger: Russland beflügelt Bodenbelags-Umsätze

Design- undComfort-Böden sollen mehr forciert werden


Egger bezeichnet in seiner Halbjahresbilanz 2018/2019 die Marktlage in Europa für seine Fußboden-sparte als unverändert schwierig, profitierte aber von einer positiven Entwicklung in Russland. Die 2018 eingeführte produktübergreifende Flooring Collection ist gut angelaufen, künftig will Egger seine Design- und Comfortböden mehr forcieren.

Mit einem Umsatzplus von 8,2 % auf 1,43 Mrd. EUR und einem bereinigten EBITDA von 231,4 Mio. EUR (+4 %) zieht die Egger-Gruppe ein grundsätzlich positives Fazit der ersten Hälfte ihres Geschäftsjahres 2018/2019 (31. Oktober). Ulrich Bühler, Leiter Vertrieb und Marketing des österreichischen Holzwerkstoffherstellers sprach auf der Bau in München von "zufriedenstellenden Umsätzen und Erträgen", ließ in einem Nebensatz dennoch anklingen, dass sich das Familienunternehmen "etwas mehr vorgenommen hatte". Stärkster Markt blieb Nordwesteuropa (Anteil 25,4 %), unter das Egger Deutschland und Skandinavien fasst, vor Zentral- und Osteuropa (23,3 %). Addiert man hier noch Russland mit 6,3 % dazu, rückt die Region an die Spitze. An dritter Stelle halten sich Großbritannien und Irland (15 %).

Die Sparte Decorative Products, sprich Möbel und Innenausbau, hat ihre Bedeutung weiter ausgebaut (76,5 %), Bodenbeläge kamen auf 14,1%, Sonstiges (u.a. Gruppenfunktionen, argentinische Aktivitäten, Sägewerk Brilon) auf 9,4 %. Die Marktlage für die Division Flooring Products sei unverändert schwierig, sagte Bühler ohne Beschönigung. "Dennoch ist es uns gelungen, die Mengen aus dem russischen Werk Gagarin vor allem am dortigen Markt zu erhöhen. Dadurch stiegen die Umsätze mit Bodenbelägen per 31. Oktober 2018 auf 225,3 Mio. EUR (+ 4,7 %).

Dr. Adrian Loinger, Leiter Vertrieb und Marketing Flooring Products, gab einen vertiefenden Einblick in die aktuelle Situation des Geschäftsbereichs. Unverändert dominiert hier Laminat mit 98 % Produktionsanteil bei "guter Auslastung" das Geschäft, doch künftig wolle Egger den kleineren Produktkategorien mehr Aufmerksamkeit widmen, zumal "unsere Kapazitäten von knapp 5 Mio. m2 noch nicht ausgelastet sind". Potenzial haben die Österreicher unter anderem in den USA ausgemacht.

Grundsätzlich entwickelten sich die Comfortböden auf Korkbasis gut, sagte Loinger, "künftig wollen wir hier individueller auf Kundenwünsche eingehen". Den Egger-eigenen, holzwerkstoffbasierenden Designboden sieht man als "überzeugende ökologische Antwort" - "und wir haben jetzt in Wismar die richtige industrielle Basis dafür geschaffen". Gut angelaufen ist laut Loinger die Anfang 2018 auf dem Markt eingeführte produktübergreifende Egger Pro-Kollektion mit über 140 Dekoren. "Im ersten Jahr der Laufzeit haben 240 Vertriebspartner in 82 Ländern schon 15 Mio. m2 verkauft."

Für ihr zweites Geschäftshalbjahr erwartet die Gruppe eine "stabile Entwicklung" in allen europäischen Märkten und Russland. Das gilt auch für Bodenbeläge, wobei in Russland und den angrenzenden Ländern mit einem Anstieg gerechnet wird.
aus Parkett Magazin 02/19 (Wirtschaft)