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FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.

Der FEB soll kommunikationsstärker werden


Andreas Kopf ist seit einem Jahr Vorstandsvorsitzender des Verbands der Hersteller elastischer Bodenbeläge. 2019 geht Geschäftsführer Hans-Joachim Schilgen in den Ruhestand. Der FEB ist im Umbruch, soll kommunikationsstärker werden und das Thema Nachhaltigkeit besetzen.

BTH Heimtex: Herr Kopf, Sie sind seit einem Jahr Vorstandsvorsitzender des FEB. Ist die Aufgabe so, wie Sie sich sie vorgestellt haben?

Andreas Kopf: Als langjähriger Leiter des Arbeitskreises Marketing ist Vorstandsarbeit für mich kein Neuland. Der FEB ist ein toller Verband, der seit seiner Gründung vor 16 Jahren viel erreicht hat.

Wir befinden uns aktuell in einer Umbruchphase. Das macht die Aufgabe zwar schwieriger, gleichzeitig aber auch spannender: Wir haben weniger Mitglieder als früher. Ein Beispiel ist DLW. Als ehemaliges großes Mitglied gibt es das Unternehmen als solches nicht mehr. Dann gibt es personelle Veränderungen. Ich bin auf Ivo Schintz gefolgt, der den Verband mit gegründet und geprägt hat. Im Sommer 2019 steht der nächste personelle Wechsel auf einer wichtigen Position an: Nach sechseinhalbjähriger Tätigkeit als Geschäftsführer hat Hans-Joachim Schilgen angekündigt, Ende Juli kommenden Jahres in den Ruhestand zu gehen.

BTH Heimtex: Steht bereits fest, wer seine Nachfolgerin bzw. sein Nachfolger wird?

Kopf: Wir sind mitten in der Kandidatensuche und führen Gespräche. Wer sich berufen fühlt für die Aufgabe, kann sich gerne bei uns melden. Zum FEB-Presse-Roundtable im März wollen wir den neuen Geschäftsführer vorstellen. Wir suchen jemanden, der oder die ausgleichend wirkt, sehr genau und präzise arbeitet und kommunikationsstark ist.

BTH Heimtex: Sie sprechen von Umbruchphase. Umbrüche eröffnen ja auch immer Chancen. Was sind die Stärken des FEB? Was muss anders werden?

Kopf: Stark ist der FEB bei den Themen Technik und Netzwerk aufgestellt. Hier haben wir eine unglaublich breite und tiefe Basis. Unsere technischen Informationen beispielsweise sind hoch angesehen und werden für die Berufsausbildung und Weiterbildung genutzt. Im Arbeitskreis Technik sind mehr als 20 Mitarbeiter unserer Mitglieder im ständigen Austausch und Kontakt.

BTH Heimtex: Wo sehen Sie Nachholbedarf?

Kopf: Nachholbedarf sehe ich auf den Feldern Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation nach außen. Es ist nicht immer leicht, alles und alle unter einen Hut zu bekommen. Es gibt aber grundlegende gemeinsame Interessen aller FEB-Mitglieder - die sollte man im Auge behalten und bedienen. Wir haben immer viele Ideen - sollten die auch kommunizieren, aber erst dann, wenn sie wirklich abgeklopft und spruchreif sind. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Das war nicht positiv und muss sich ändern.

BTH Heimtex: Welche Themen betreffen diese gemeinsamen Interessen aus Ihrer Sicht vor allem?

Kopf: Wir müssen uns gemeinsam das Recycling unserer elastischen Beläge auf die Fahnen schreiben. Das ist mir sehr wichtig. Es gibt zwar beispielsweise die AgPR (Anm. d. Red.: Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling mit Sitz in Troisdorf). Solche Systeme müssen aber ausgebaut werden. Die Fußbodenbranche hinkt anderen Branchen und anderen Ländern auf diesem Gebiet hinterher.

BTH Heimtex: Warum ist das Thema Ihrer Meinung so wichtig?

Kopf: Auftraggeber und Entscheider im Objekt, dem Hauptgeschäft der FEB-Mitglieder, fragen immer häufiger, ob der Lieferant die Bodenbeläge am Ende der Nutzungsdauer auch wieder zurücknimmt und ob die Ware dann recycelt und wiederverwendet wird. Nachhaltiges Bauen gewinnt allgemein stark an Bedeutung. Hier müssen unsere Mitglieder stimmige Lösungen und Konzepte anbieten können. Ich denke, dass gelingt am besten, wenn wir gemeinsam als FEB handeln. Ich habe auch personell ein Zeichen gesetzt und bin seit Mitte des Jahres im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt (AgPU). (Anm. d. Red.: Die AgPU ist die Interessenvertretung der PVC-Branche in Deutschland.). Ziel ist, den FEB und seine Mitglieder auch auf diesem Feld stärker zu vernetzen. Einige FEB-Mitglieder sind auch in der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB), um sich dort für ein gutes Image von elastischen Bodenbelägen allgemein einzusetzen.

BTH Heimtex: Was will der FEB konkret unternehmen?

Kopf: Wir haben uns vorgenommen, dass es auf der Mitgliederversammlung im März eine Absichtserklärung geben wird. Alle Mitglieder verpflichten sich, Systeme für die Rücknahme und das Recycling von elastischen Bodenbelägen zu unterstützen. Wir müssen sicherstellen, dass die Ware sinnvoll genutzt wird und nicht auf Deponien oder in der Verbrennung landet. Wir dürfen nicht darauf warten, dass wir gesetzliche Vorgaben bekommen, die uns zu etwas zwingen, das wir nicht mehr beeinflussen können. Ich sehe hier Parallelen zur Automobilindustrie und der Diesel-Problematik samt Fahrverboten. Solche Fehler sollten wir nicht machen.

BTH Heimtex: Die Anzahl der Fördermitglieder wächst kontinuierlich und liegt derzeit bei beachtlichen 26, während die ordentlichen Mitglieder immer weniger werden. Wie beurteilen Sie die aktuelle Mitgliederstrukur des FEB?

Kopf: Der Zuspruch durch Fördermitglieder zeigt, welchen Stellenwert der FEB hat. Dass wir aktuell nur noch neun ordentliche Mitglieder haben, hat individuelle Gründe. DLW ist beispielsweise in Gerflor aufgegangen, Altro und Debolon sind zusammengegangen, Nora Systems geht eigene Wege. Für andere Hersteller ist der D/A/CH-Fokus des FEB zu klein.

Wir sind aber bestrebt, Unternehmen, die zu uns passen und sich mit den Zielen und Werten des FEB identifizieren können, zurückzugewinnen bzw. in den Verband zu holen. All jenen mit Fokus auf das Objekt stehen wir offen gegenüber und bieten eine Heimat.

Es gibt aber unsererseits eine klare Forderung: Es darf keine gezielte diskriminierende Werbung geben. Und schon gar keine, die - wie in der Vergangenheit - zum Teil auf Falschaussagen gegen PVC beruht.

BTH Heimtex: Der FEB beansprucht für sich in seinem Leitbild für "Innovation, Qualität, Sicherheit und Design" zu stehen. Das Ü-Zeichen ist ja nun weggefallen. Wie drücken die FEB-Mitglieder Qualität und Sicherheit ihrer Produkte nach außen aus?

Kopf: Alle FEB-Mitglieder haben sich selbst verpflichtet, die Kriterien für die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, auf deren Grundlage ja das Ü-Zeichen vergeben wurde, auch weiterhin zu erfüllen. Dazu zählen unter anderem Emissions- und Brandprüfung. Für die Produktgattung LVT beispielsweise machen die FEB-Mitglieder mit dieser Selbstverpflichtung deutlich, dass unsere Designbeläge das AgBB-Schema erfüllen. Wir schützen die Produktgattung und grenzen uns zu anderen Anbietern ab.

Das Gespräch führte Jochen Lange. | jochen.lange@snfachpresse.de
aus BTH Heimtex 12/18 (Wirtschaft)