Scheucher Holzindustrie GmbH

Eingangskontrollzeit von Räuchereiche drastisch reduziert


"Was früher drei Tage gedauert hat, schaffen wir heute in einer Minute", sagt Klaus Bauer, Entwicklungsleiter bei Scheucher. Gemeint ist die Wareneingangskontrolle von Räuchereiche. Dabei geht es vor allem um den veränderten pH-Wert des Holzes, der die Verleimqualität beim Mehrschichteinsatz direkt beeinflusst. Bauer: "Ist der Ammoniak-Restgehalt zu hoch, wird die Aushärtung des Leims schlechter."

Scheucher setzte schon 2011 eine aufwändige Warenkontrolle um: Geruchsprobe, Probeverleimung, danach Prüfung der Abhebefestigkeit und Emissionstests mit Merck-Titriersets gehörten dazu. "Weil das überwiegend zerstörende und zeitraubende Prüfungen sind, die pro Jahr einen Verlust von 800 m2 Parkett mit einem Umsatzvolumen von bis zu 40.000 EUR brachten, haben wir das Forschungsprojekt Salmiakki zur zerstörungsfreien Prüfung ins Leben gerufen", erklärt Bauer. Grundlage ist die Infrarotmessung mittels Spektroskopie zur Ermittlung, wie viel emittierbares Ammoniak im Eichenholz ist.

Das Resultat ist vielversprechend: "Wir konnten eine wiederholbare Messmethode entwickeln, um bei 20 bis 30 °C die Restammoniakemission bei kerngeräucherten Decklagen zuverlässig zu bestimmen", sagt Bauer. Seit April 2017 setzt Scheucher diese neue Methode ein. Bauer: "Die Ergebnisse lassen sich noch steigern, bisher liegt die Erfolgsquote bei 88 %." Noch besser für die Branche ist folgende Nachricht: Der sogenannte Scheucher-Scan wurde nicht patentiert und steht somit zur Nutzung frei.
aus Parkett Magazin 02/18 (Wirtschaft)