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Fachhandelsumfrage Teppichboden

Infloor und Girloon verteidigen Spitzenstellung


Die Schwesterunternehmen Infloor und Girloon entscheiden die Fachhandelsumfrage Teppichboden für sich - das dritte Mal in Folge. Jab Anstoetz und Vorwerk haben auf Platz 2 nur einen geringen Abstand zur Spitze.

Aller guten Dinge sind drei: Seit drei Jahren werden Infloor und Girloon im exklusiven Fachhandelsbarometer der Hamburger Marktforscher von United Research im Auftrag von BTH Heimtex mit abgefragt. Und jedes Mal gewinnen die Vertriebsgesellschaften von Inhaber Ulrich Dresing und Stefanie Ritterbach die Umfrage. 2017 erreichen sie die Gesamtnote 2,06. Das Ergebnis fällt schwächer aus als vor zwölf Monaten (1,94). Jab Anstoetz und Vorwerk, die wie im vergangenen Jahr hinter den Siegern landen, teilen sich den zweiten Platz (2,08). Sie können den Abstand auf Infloor/Girloon allerdings verringern - obwohl sie selbst ebenfalls schwächer eingeschätzt werden.

Dahinter folgen Anker (2,15) und Tretford (2,19) auf den Plätzen vier und fünf. Object Carpet erreicht Rang sechs mit der Durchschnittsnote 2,29, gefolgt von Associated Weavers auf Position 7 (2,30). Die rote Laterne hat wie auch schon im vergangenen Jahr die Dura mit der Note 2,51.

Anker und Tretford werden als einzige Lieferanten besser bewertet als 2016. Alle anderen kommen bei den Befragten diesmal schlechter weg.

Die Reihenfolge beim Verbreitungsgrad unterscheidet sich von der im Gesamtergebnis. Vorwerk ist und bleibt in Deutschland der Lieferant mit der stärksten Marktdurchdringung im dreistufigen Vertrieb. 88 % kaufen Teppichboden in Hameln. Die Weseler Teppichfabrik erreicht mit ihrer Marke Tretford stolze 74 %. Der Hersteller überflügelt damit auch die Gesamt-sieger Infloor/Girloon, die von 69 % der Befragten Raumausstattern und Fachhändlern geführt werden.

Dann folgt die Dura. Sie ist bei zwei von drei Händlern vertreten - genauso wie Object Carpet. Das ist hervorzuheben. Steht diese Marktverbreitung doch im Widerspruch zu der Beurteilung der Arbeit des Unter-nehmens aus Fulda durch dieselben Kunden. Hier wird die Dura im Vergleich zu den Wettbewerbern kritisch gesehen.

Bei rund der Hälfte der Befragten finden sich Anker (55 %), Jab Anstoetz (53 %) und Associated Weavers (46 %) im Sortiment.

Die Bedeutung von Großhändlern und Einkaufs-kooperationen für deutsche Raumausstatter und Fachhändler als Lieferant von Teppichboden ist immer noch groß - 57 % (Großhändler) bzw. 52 % (Kooperationen) -, wenn auch niedriger als vor einem Jahr. Damals bezogen 68 % Teppichboden vom Grossisten; Einkaufskooperationen waren für 63 % Ansprechpartner für den Einkauf von Auslegeware.

Wie schon in der Vergangenheit, zeigen auch die aktuellen Bewertungen, dass die Raumausstatter und Fachhändler insgesamt gerne mit ihren Teppich-bodenlieferanten zusammenarbeiten. Zufriedenheit herrscht beim Service. Man fühlt sich schnell und zuverlässig beliefert, schätzt die Innendienstmit-arbeiter der Industrie - mehr als die Kollegen im Außendienst. Verbesserungen wünschen sich die Händler hingegen - auch das ist nichts Neues - beim Preis-Leistungs-Verhältnis, bei der Markenstärke, der Innovations-kraft und der Marketingunterstützung.

Bei der vorliegenden Fachhandelsumfrage wurden 154 klassische Fachhändler und Raumausstatter-betriebe interviewt. 75 % von ihnen beschäftigen bis zu zehn Mitarbeiter. Mehr Details zur Durchführung des Kundenbarometers finden Sie im Info-Kasten "Panel und Methodik" am Ende dieses Artikels..

Die aktuellen Ergebnisse im Detail:

Infloor/Girloon
Schwächer, aber immer noch die Stärksten

Die befragten Raumausstatter und Fachhändler finden, dass die Schwesterunternehmen Infloor und Girloon in elf von 13 Kategorien einen Hauch schwächer sind als vor einem Jahr. Trotzdem verteidigt die Mannschaft der Inhaber Ulrich Dresing und Tochter Stefanie Ritterbach ihre Spitzenstellung in der Umfrage mit der Note 2,06 und gewinnt sie zum dritten Mal in Folge. Denn die Arbeit des Herstellers wird nur minimal schlechter bewertet als vor zwölf Monaten (1,94). Das führt aber auch dazu, dass die Ostwestfalen die ersten Plätze bei Produktqualität und Reklamationsbearbeitung abgeben müssen. Nichtsdestotrotz sind sie immer noch die Sympathischsten, haben die beste Vertriebspolitik, liefern am schnellsten und zuverlässigsten, haben den kompetentesten Außendienst und die besten Zukunftsaussichten. Infloor und Girloon beweisen mit der selbstentwickelten und selbsthaftenden Rückenkonstruktion Liftbac für Teppichmodule zudem, dass auch Teppichbodenhersteller innovativ sein können. Das wird in Raumausstattung und Fachhandel honoriert: Die Innovationskraft steigt und ist mittlerweile mit 2,06 die zweitbeste.

Jab Anstoetz
Erneut zweitbester Lieferant

Jab Anstoetz wird zum zweiten Mal abgefragt. Und wieder erreicht der Editeur, der in mehr als jeder zweiten Ausstellung zu finden ist, den zweiten Rang mit der Durchschnittsnote 2,08 (2016: 2,01) und verkürzt den Abstand auf Sieger Infloor/Girloon. Gleichzeitig büßt man den Vorsprung auf Vorwerk ein und muss sich mit den Hamelnern diesmal den zweiten Platz teilen. Bei der Premiere 2016 hatten die Bielefelder Vorwerk noch auf den dritten Platz verweisen können. Dennoch dürfte es die Inhaber Claus, Ralph und Stephan Anstoetz freuen, dass Jab Anstoetz aktuell gleich in drei strategisch wichtigen Kriterien erste Plätze belegt: Zukunftsperspektiven - zusammen mit Sieger Infloor/Girloon - Innovations-kraft und Marketing. 2016 war dem Unternehmen ein erster Platz noch nicht vergönnt - bei elf (!) zweiten Plätzen. Jeweils unter den besten drei Anbietern von Teppichboden ist Jab Anstoetz derzeit in den zusammengefassten Kategorien Mensch, Image und Management. Letztere setzt sich zusammen aus Marketing, Vertriebspolitik und Zukunftsperspektiven und wird wieder von den Bielefeldern gewonnen. Mehr Anstrengungen fordern die Kunden in Raumausstattung und Fachhandel beim Preis-Leistungs-Verhältnis und bei der Bearbeitung von Reklamationen. Beides hat sich jeweils um rund eine drittel Note verschlechtert.

Vorwerk
Kleine Schritte zurück nach oben

Lange war Vorwerk Branchenprimus bei Teppich-boden im deutschen Fachhandel. Im mittlerweile dritten Jahr müssen sich die Hamelner mit Plätzen jenseits von Rang eins begnügen. 2017 sehen die Befragten sie "nur" auf dem zweiten Platz, vergeben aber immerhin drei erste Plätze und die Gesamtnote 2,08 - gleich auf mit Jab Anstoetz. Kirstine Seitzberg, Chefin der Teppichwerke, wird die neuerliche Bewertung durch die oft langjährigen Kunden in Raumausstattung und Fachhandel aber als Erfolg werten. Denn der traditionsreiche Hersteller hat sich in diesem Vertriebs-kanal trotz Umsatzeinbußen und Restrukturierungs-programm im Zuge der Nordpfeil-Übernahme auf hohem Niveau stabilisiert: Man schafft es mit 88 % Marktabdeckung, die größte Verbreitung zu halten. Das Unternehmen hat das beste Image und die Marke Vorwerk - die einzig wirkliche Teppichboden-Marke der Branche - bleibt die mit Abstand stärkste. Dennoch verwundert das ein wenig, weil sich die Hamelner seit rund anderthalb Jahren rar machen: Domotex und Bau wurden aus Kosten-gründen gemieden, der neue Gesamtvertriebsleiter Christian Otte nach nur anderthalb Jahren entlassen, das Restrukturierungsprogramm wird immer noch abgearbeitet und nach eigener Aussage ein Schwerpunkt auf die Online-präsenz gelegt. Bleibt zu hoffen, dass der Fachhandel dabei mitgenommen wird und davon profitiert. In allen fünf aggregierten Kategorien - Mensch, Service, Produkt, Image und Management - zählt Vorwerk jedenfalls wieder zu den besten drei Lieferanten des Fachhandels.

Anker
Hier gibt es wieder die beste Qualität

Der Dürener Teppichbodenhersteller kann den vierten Platz verteidigen und seine Position zudem ausbauen im Vergleich zur Befragung 2016: Anker verbessert die Gesamtnote auf 2,15 und die Marktdurchdringung auf 55 % . In mehr als der Hälfte der 13 Kategorien kommt die Mannschaft aus Sicht der Kundschaft im Fach-handel besser weg. Bei Service und Produkt gehören die Rheinländer zu den Besten in diesem Vertriebs-kanal. Und die Qualität der Teppichböden und -fliesen wird auch wieder als führend angesehen. Die Kunden loben außerdem die Anstrengungen im Marketing. Das alles hat zu tun mit dem vor rund zwei Jahren eingeführten Markenkonzept. Seitdem vertreiben die Dürener ausschließlich unter Industriemarke, haben mit vielen Großhändlern Premium-Partnerschaften geschlossen und verteilen die neuartige Cube-Kollektion in Würfelform. Davon profitiert der Fachhandel, der von Anker zusammen mit den Grossisten umgarnt wird. Wie das Konzept in Zukunft weiterläuft, wird sich zeigen, nachdem Ende Mai der langjährige Vertriebsgeschäftsführer Erwin Landherr das Unternehmen überraschend verlassen hat.

Weseler/Tretford
Immer gut

Die "Rippe" von Tretford aus der Weseler Teppich-fabrik ist seit Jahren ein kleiner, aber fester Bestandteil des Teppichbodensortiments des Fachhandels. 74 % listen die Produkte aus dem Niederrheinischen. Man hat ein gutes Image im Einzelhandel. Das besondere Vertriebskonzept, das so genannte Agentursystem, engt den Gestaltungsspielraum des Händlers zwar ein. Andererseits hält es den Preis stabil. Denn bis zum Verkauf bleibt der Tredford-Teppichboden im Besitz des Herstellers, und der gibt den Preis vor. Mit diesem bei textilen Bodenbelägen einzigartigen Arrangement leben die Beteiligten gut. Das zeigen auch wieder die Ergebnisse der aktuellen Fachhandelsumfrage von BTH Heimtex. Tretford wird erneut mit einer guten Note belohnt: Mit 2,19 (2,21) macht man sogar einen Platz gut und erreicht Rang 5.

Object Carpet
Etabliert im Fachhandel

Object Carpet erreicht die Durchschnittsnote 2,29 (2016: 2,19). Damit verlieren die Denkendorfer einen Platz und kommen auf Rang 6. Im vergangenen Jahr haben wir das Unternehmen als "heimlichen Sieger" bezeichnet. Schließlich hatten sich die Geschäftsführer Roland und Daniel Butz sowie Lars Engelke damals in allen 13 Kriterien verbessert. Zwölf Monate später wird davon ein Teil eingebüßt, aber immer noch ist Object Carpet besser als vor zwei Jahren. Gleichzeitig führen mit 68 % etwas mehr der be-fragten Raumausstatter und Einzelhändler die Produkte als 2016. Unter dem Strich wird Object Carpet zufrieden sein. Denn man hat sich als Lieferant, der ursprünglich ausschließlich im Objektgeschäft tätig war, im Fachhandel etabliert. Die Kundschaft bewertet die Zukunftsperspektiven mit der Note 2,33 nach wie vor als gut. Auch das Unternehmen selbst glaubt an sich und kümmert sich um seine Zukunftsfähigkeit: Erst kürzlich gab Object Carpet bekannt, in der Nähe von Stuttgart seine Unternehmenszentrale neu zu bauen. Auf dem 20.000 m2 großen, unter Nachhaltigkeits-aspekten geplanten "Object Campus - City of Visions" mit Gastronomie sowie Begegnungs- und Kommunikationsflächen sollen sich auch andere Unternehmen ansiedeln.

Associated Weavers
Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Der siebte Platz (2,3) für Associated Weavers (AW) im aktuellen Fachhandelsbarometer wird bei den ehr-geizigen Flamen keinen Jubel auslösen. Doch den Ver-antwortlichen in Ronse sei der Blick auf die Details empfohlen. Denn die Raumausstatter und Fachhändler in Deutschland honorieren die Arbeit des Tufting-spezialisten immer stärker. Wer unter den Fachhändlern in erster Linie Wert legt auf ein gutes Produkt, für den gehört AW mittlerweile zu den drei ersten Adressen. Denn in der aus den Kriterien Preis-Leistungs-Verhältnis, Innovationskraft und Produktqualität aggregierten Kategorie "Produkt" erreicht der Hersteller den dritten Platz zusammen mit Vorwerk - nur Infloor/Girloon und Anker sind besser. In acht Einzelkriterien hat man sich zudem innerhalb der vergangenen zwölf Monate verbessert. Dazu gehören wichtige Kategorien wie Innovationskraft und Markenstärke. Bei Letzterer hat AW zur Konkurrenz aufgeschlossen. Das wird im dreistufigen Vertrieb wahrgenommen und zahlt sich auch im Verbreitungsgrad aus: Der steigt von 43 auf 46 %. Traditionell führend ist AW im Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch 2017 kommt hier kein Wettbewerber an den Belgiern vorbei. Beglückwünschen sollte man die Mitarbeiter im Innendienst. Ihre Arbeit kommt so gut an, dass die Bewertung vom letzten auf den zweitbesten Rang empor schießt.

Dura
Schwaches Ergebnis

In neun Kategorien der Fachhandelsumfrage 2017 liegt die Dura auf dem letzten Platz. Das sind noch einmal zwei mehr als vor zwölf Monaten. Die daraus resultierende Platzierung im Gesamtergebnis bleibt gleich: Achte und letzte Position mit einer noch einmal verschlechterten Note von 2,51. Das reicht eigentlich nicht, um im scharfen Wettbewerb bei textilen Boden-belägen in Raumausstattung und Fachhandel in Deutschland oben mitzuhalten. Doch es gibt für Inhaber Dr. Christian Schäfer und Gesamtvertriebsleiter Markus von Keitz einen Lichtblick: 68 % der Befragten kaufen immer noch Teppichboden in Fulda. Zudem werden die Zukunftsperspektiven leicht besser eingeschätzt als 2016. Es sind Zweifel angebracht, ob das allein für eine Trendwende im dreistufigen Vertrieb taugt. In der aktuelle Marktsituation reicht es nicht, nur Altbekanntes neu aufzulegen wie in der aktuellen Service-Kollektion Living - auch wenn es Altbewährtes ist. Inspiration muss her, sonst verliert man dauerhaft den Anschluss.
jochen.lange@snfachpresse.de


BTH Heimtex/United Research Fachhandelsumfrage Teppichboden

Panel und Methodik


Das BTH Heimtex Kundenbarometer Teppichboden wird in zwei Schritten durchgeführt. Zuerst wird erfragt, bei welchen Anbietern von Teppichboden die Raumausstatter und Fachhändler einkaufen. Diese Befragung erfolgt gestützt, aber offen. Die Fachhändler können also weitere Lieferanten zu den von BTH Heimtex vorgegebenen Unternehmen nennen. Im zweiten Schritt bewerten die Befragten acht Lieferanten von Teppichboden im Detail. Für jedes Unternehmen werden 13 Kriterien abgefragt und Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft) vergeben. Darunter sind objektiv messbare wie die Lieferschnelligkeit, aber auch subjektiv empfundene wie der Sympathiewert. Aus den Antworten hat das Hamburger Befragungsinstitut United Research eine Durchschnittsnote für das jeweilige Kriterium errechnet, welche die Reihenfolge der Lieferanten bestimmt. Ende Mai, Anfang Juni 2017 wurden 154 klassische Fachhändler und Raumausstatter befragt, im Norden und Süden, im Osten und Westen der Republik. 75 % von ihnen beschäftigen bis zu zehn Mitarbeiter. Nicht in die Befragung eingeschlossen sind Filialisten, Großhändler und Kooperationszentralen sowie der Handel auf Großflächen wie Discounter oder C+C-Betriebe.
aus BTH Heimtex 07/17 (Wirtschaft)