JAB Josef Anstoetz KG

Digitale und analoge Vielfalt bei Jab Anstoetz


Um dem Verbraucher die Berührungsangst mit dem Raumausstatter zu nehmen, hat Jab Anstoetz den Online-Stoffkofigurator entwickelt. In der realen Welt zeigt der Textilverlag sein breites Sortiment im fortlaufend neu gestalteten Showroom der Bielefelder Zentrale.

Im Rahmen eines zweitägigen Presse-Events mit einem Rundumblick auf das Portfolio der Jab Anstoetz Group ging auch der neue digitale Stoffkonfigurator live, der es Endkunden erleichtern soll, ihre Fenster zu Hause mit Stoff zu verschönern - in enger Zusammenarbeit mit den Raumausstattern vor Ort. Unter www.jabmarket.com können Verbraucher Stoffe aus dem Webshop für ihr Fenster verplanen, mit verständlicher Kostenübersicht inklusive Zubehör und Nähservice. "Wir haben rund 20.000 Positionen aus unserem Programm digitalisiert und hoffen, den Raumausstattern damit Kunden zuzuführen, die sonst nie auf sie zugekommen wären", erklärte Marketingleiter Martin Stukenkemper.

Bevor der Kunde bestellt, muss er aus einer Liste einen Raumausstatter auswählen, über den der Kauf später abgewickelt wird. Das heißt, er kann auch zur Beratung in das Ladengeschäft vor Ort gehen, falls beispielsweise Unsicherheiten bei den Maßen bestehen. Aber er hat schon eine genaue Kostenkalkulation in der Tasche und muss keine finanziellen Überraschungen fürchten.

Kommt der Verbraucher nicht ins Geschäft, erhält der vermittelnde Raumausstatter dennoch die beim Bestellvorgang erhobenen Daten. "Dann ist es an ihm, diesen Kundenkontakt auszubauen und zu pflegen", zeigte sich Stukenkemper von dem Ansatz überzeugt. Gestartet wurde mit rund 500 Raumausstattern in Deutschland und Österreich, die zunächst für ein Jahr gegen eine Monatsgebühr gelistet sind.

Showroom zeigt 3.500 Artikel

Wie die Stoffe in Einrichtungssituationen aussehen, das können Kunden in den Ausstellungsräumen von Jab Anstoetz in Bielefeld sehen. Neben der Stoffpräsentation an Bügeln werden einzelne Kojen gezeigt, die mit jeder neuen Kollektion von zehn Innenarchitekten neu gestaltet werden. "Wir sind als Textilverlag breit aufgestellt und wollen mit unseren verschiedenen Marken alle erreichen", sagte Nadine Evering-Heitbrink, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. In den Einrichtungsbeispielen werde sofort ersichtlich, dass sich beispielsweise die Marke Gardisette umkomplizierter präsentiert und Carlucci einen opulenteren Geschmack anspricht.

Im Schauraum der Jab Anstoetz Group sind 3.500 Artikel in 25.000 Farben zu sehen. Das Bielefelder Lager bevorratet 3 Mio. m Stoff, von denen Coupons auf bis zu 2.500 Rollen am Tag verschickt werden. "Wir haben den Anspruch, 97 % der Kollektion innerhalb von 24 Stunden zu versenden", erläuterte Martin Stukenkemper. Davon gehen rund 45 % nach Deutschland, der Rest in mehr als 80 Länder weltweit. Die insgesamt 500 Mitarbeiter aus den verschiedenen Abteilungen am Standort Bielefeld sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

14 eigene Designer gewährleisten, den Kunden regelmäßig interessante textile Neuheiten anbieten zu können. "Jeden Montag bekommen wir die Zahlen zu jedem einzelnen Artikel auf den Tisch - dadurch verlieren wir bei unserer Arbeit nie die Realität aus den Augen", so Designerin Susanne Schimmel, seit 15 Jahren bei Jab Anstoetz. Denn nicht immer entwickele sich der Favorit der Designer auch zu dem der Kunden.

Spektakuläre Neuerungen in der Textilindustrie fänden sich genauso im Programm wieder wie klassische Dauerbrenner: "Ein Meilenstein war für mich beispielsweise, als erstmalig Metallfäden mit verwoben werden konnten und so Stoffe entstanden, die richtig formbar waren." Schimmels Kollege Thomas Fenn ergänzte: "Der Digitaldruck ist eine weitere Entwicklung, die in unserem Bereich wahnsinnig viele Möglichkeiten gebracht hat."
antje.lueckingsmeier@snfachpresse.de
aus BTH Heimtex 04/17 (Marketing)