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Dr. Murjahn-Preis für Malermeister und Berufsschullehrerinnen

Digitalisierung auf der Baustelle, eine Aktion gegen Rassismus und Faschismus sowie ein außergewöhnliches Gestaltungskonzept - für diese vorbildlichen Projekte wurden die Initiatoren mit dem Dr. Murjahn-Förderpreis 2016 ausgezeichnet.

Große Auszeichnung für die Malermeister Frank Oswald, Michael Heil und Frank Kudraß sowie die Berufsschullehrerinnen Katrin Graf und Henriette Fritzke. Sie erhielten für ihre wegweisenden Projekte für das Maler- und Lackiererhandwerk den jeweils mit 15.000 EUR dotierten Dr. Murjahn-Förderpreis 2016. Die Preisverleihung fand im Meistersaal des Zentralverbands des Deutschen Handwerks in Berlin statt.

"Fit für die Zukunft - eBusiness Tools und Geschäftsprozesse für Maler- und Lackiererbetriebe" heißt es bei Frank Oswald (Adam Oswald, Geisenheim) und Michael Heil (Erfolg im Handwerk, Landstuhl). Damit können die Mitarbeiter alle wichtigen Daten auf der Baustelle digital erfassen, was die Arbeitsprozesse optimiert und die Produktivität insbesondere kleinerer und mittlerer Betriebe fördern. "Die aus der Digitalisierung resultierenden Möglichkeiten, die neuesten Methoden und Werkzeuge speziell für die Anforderungen der Malerbranche nutzbar zu machen, wurden in diesem Projekt eindrucksvoll realisiert", sagte Laudator Klaus Leithäuser, Landesinnungsmeister Hessen.

Um die Sensibilisierung junger Menschen für die Folgen von Rassismus und Faschismus ging es in dem Projekt "Lernen und Arbeiten im ehemaligen KZ Sachsenhausen" der beiden Berufsschullehrerinnen Katrin Graf und Henriette Fritzke. Im Rahmen ihrer Initiative arbeiteten 28 Auszubildende des Handwerks eine Woche lang in der Gedenkstätte Sachsenhausen und setzten sich dort mit der Geschichte auseinander. Maler, Maurer, Tischler und Gebäudereiniger aus Bremen und Brandenburg halfen bei der Instandsetzung und Restaurierung der noch vorhandenen Bauten. "Ein solches Projekt ist ein eindringliches Zeichen in Zeiten rechtsradikaler Übergriffe und aktueller denn je. Auch heute gilt es, rechtspopulistischen Wortführern Einhalt zu gebieten, die versuchen, die demokratischen Werte in Frage zu stellen" heißt es in der Begründung der Jury.

Frank Kudraß (Maler Kudraß, Emsdetten) wurde für die Entwicklung des Gestaltungskonzepts für den Umbau der VR-Bank in Emsdetten geehrt. Er hatte die Aufgabe, den sieben Besprechungsräumen eine Atmosphäre zu verleihen, die dem Leitbild "Verantwortung - Verlässlichkeit - Vertrauen" gerecht wird. Hot-Spots der Stadt standen Pate für die Gestaltung der Räume. "Betriebe, die sich mit dieser Intensität Aufträgen dieser Art widmen, schaffen sich völlig neue Geschäftsfelder und Möglichkeiten, marktpreisunabhängig anbieten zu können", zitierte Laudator Roland Brecheis aus dem Juryurteil.

Lehmexperimente und Patina waren das Thema von Malermeisterin Mareike Wurster aus Eckernförde bei ihrer Meisterprüfung. Dafür erhielt sie den mit 5.000EUR dotierten Sonderpreis der Jungmeister.
aus BTH Heimtex 03/17 (Marketing)