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TFI Instiut für Bodensysteme an der RWTH Aachen e.V.

TFI lässt Teppichboden leuchten


Das TFI hat die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, getuftete Bodenbeläge zum Leuchten zu bringen oder diese aus Metallfaser- und Basaltgarnen herzustellen.

Das TFI hat im Rahmen der "Zuse-Tage" in Berlin eine Reihe aktueller Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf der Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel präsentierten sich neben dem Aachener Instiut für Bodensysteme noch weitere Mitglieder der Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse, insgesamt mehr als 60.

TFI-Leiter Dr. Ernst Schröder hatte zwei Entwicklungen seines Institutes mit nach Berlin gebracht, die den Herstellern getufteter Teppichböden neue Funktionalität für ihre Produkte versprechen. So ist den Entwicklern die Integration von technischen Leitern oder Verbindungstechniken in getuftete Beläge gelungen. In einem vom TFI entwickelten Verfahren werden beim Tuften zusätzliche Stehfäden in Längsrichtung zugeführt und in den Teppichboden eingearbeitet. Alleine mit diesem System sei es möglich, elektrolumineszente (lichtaussendende) Kabel in den Tuftingprozess zu integrieren. Die Einarbeitung in Längsrichtung biete den zusätzlichen Vorteil, dass für mehrere Meter produzierter Ware nur eine Kontaktstelle für die elektrische Verbindung notwendig ist.

Die zweite Entwicklung ermöglicht den Einsatz von Metallfaser- oder Basaltgarnen beim Tuften. Sie sind steifer bzw. dehnungsärmer als normale textile Garne, konnten bislang aber nur in der Produktion technischer Textilien verwendet werden. Dass dies nun auch für Tuftingbeläge möglich wird, ist einer neuen Jerkerbarre zu verdanken, mit der vorhandene Maschinen nachgerüstet werden können. Ihre elektronische Steuerung berücksichtigt individuelle Werte für das Elastizitätsmodul und erlaubt damit eine nahezu freie Parametrierung für verschiedenste Garne, so das TFI. Dies ermögliche den Herstellern neue Anwendungsbereiche, etwa zur Isolierung, Dämmung oder der Herstellung von Filtermaterialien bzw. leitfähiger Textilien.

Außerdem in Berlin zu sehen: eine akustische Kamera. Mit ihr lassen sich Geräuschquellen im Raum auffinden, am PC sichtbar machen und anschließend durch geeignete Maßnahmen ausschalten, etwa die Verlegung schallreduzierender Bodenbeläge.
aus BTH Heimtex 10/16 (Wirtschaft)