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Neue Marke K-Sentials für Estrichbindemittel

Europäische Top-Estrichleger besuchen Knauf-Werk Niederaußem

Den ersten Auftritt der neuen Knauf-Marke K-Sentials konnten rund 50 Estrichleger aus ganz -Europa bei der Besichtigung des Knauf-Werks in Niederaußem erleben. An zwei Tagen erfuhren sie, wie aus REA-Gips, der im benachbarten RWE-Kraftwerk anfällt, in einem 24-stündigen Prozess Alphagips entsteht, der anschließend in Silos und mit Mischanlagen zu Estrich-Compound verarbeitet wird.

K-Sentials heißt die neue Marke von Knauf Compounds. Das "K" steht zum einen für Knauf und auch für Know-how. Der zweite Teil des Namens drückt als Kurzform von "Essentials" das Wesentliche aus, ohne das ein Produkt - hier der Estrich - nicht vollständig wäre. So soll der Begriff die Schlüsselrolle der Knauf-Produkte für die industrielle Weiterverarbeitung deutlich machen. "Der neue Auftritt für Estrichbindemittel stellt die seit Jahrzehnten bekannten Produkte unter ein neues Dach und unterstreicht damit deren Stellenwert als wesentlicher Bestandteil hochwertiger Bodenlösungen", sagt Ernesto Remiro, Knauf-Verkaufsleiter Export und Industriekunden für Bindemittel und Füllstoffe.

Mit einem breit gefächerten Angebot an Bindemitteln auf der Basis von thermischem Anhydrit oder Alphahalbhydrat versorgt Knauf seit Jahrzehnten weltweit industrielle Weiterverarbeiter und Estrichleger, die im Objektgeschäft auf selbst hergestellte Estrichmischungen setzen. Die Compounds legen den Grundstein für hochwertige Estrichmörtel, die die Knauf-Kunden nach DIN 18560 Estriche im Bauwesen selbst rezeptieren und im Fahrmischer oder mit dem Mixmobil für den Einsatz an der Baustelle aufbereiten. "Mit dem neuen Markennamen wollen wir unsere Wahrnehmung und Position im Markt deutlich ausweiten", kündigte Remiro an.

Duralpha und Durhydrit neue Produktnamen

Mit der Markenausrichtung hat Knauf mit den Bezeichnungen Duralpha und Durhydrit auch seinen Produkten eine neue einheitliche Linie gegeben. Das Präfix "Dur" steht für Stabilität, Stetigkeit und Beständigkeit, während der zweite Namensteil "-alpha" beziehungsweise "-hydrit" den unmittelbaren Bezug zum Hauptproduktbestandteil deutlich macht - dem Bindemittel. Die ergänzenden Buchstaben F oder M weisen aus, ob es im Fahrmischer bei der Anfahrt oder im Mixmobil direkt am Einsatzort gemischt wird. Die weiteren Namensbestandteile wie Nummern werden von bisherigen Artikeln übernommen, was langjährigen Kunden nach der Umstellung die Identifikation der Produkte erleichtert, die Knauf an vier Standorten produziert.

An den Produkten selbst und ihren bewährten Rezepturen soll sich ebenso wenig ändern wie am gewohnten Knauf-Service. Mit Rat und Tat wollen die Knauf-Experten weiterhin ihre Kunden bei der Auswahl des Bindemittels, bei der Entwicklung und Optimierung ihrer Rezepturen und Produkte unterstützen. Erster Ansprechpartner für Kunden ist Holger Frieß, verantwortlich für den Vertrieb von K-Sentials in Deutschland.

Estrichleger staunten über hohen Automatisierungsgrad

Bei der Compound-Veranstaltung in Niederaußem konnten sich die Estrichleger in zwei Führungen über die Entstehung der Bindemittel informieren: Sie besichtigten sowohl das RWE-Kraftwerk als auch das Knauf-Werk. Im Kraftwerk konnten sie die REA-Gipsproduktion kennenlernen. Es handelt sich dabei um Gips, der aus den Abgasen von Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) gewonnen wird. Dabei reagiert das in den Abgasen enthaltene Schwefeldioxid mit zusätzlich beigemengtem Kalkstein zu Gips. Der so gewonnene Gips ist chemisch identisch mit dem in der Natur vorkommenden Pendant. Er wird für die Herstellung von Baustoffen wie Putzen, Gipskartonplatten und Estrich eingesetzt, wobei Letzteres im Fokus stand.

Beeindruckend waren die großen Ausmaße der beiden Werke, die riesigen Materialmengen und der hohe Automatisierungsgrad. Das Kraftwerk beispielsweise verbrennt täglich ungefähr 95.000 t Braunkohle. "Die Menge des täglich dabei anfallenden Gipses ist abhängig vom Kraftwerksbetrieb: Das können 200 bis 2.000 t sein", erklärte Werksleiter Josef Wilden. Um den anfallenden Gips zu einem Estrichbindemittel zu verarbeiten, wird er in einem 24-stündigen Prozess zu Ziegeln gepresst, gebrannt und wieder aufgemahlen. Die so entstehenden Kristalle werden schließlich in Silos transportiert und mit verschiedenen Additiven zu einem hochwertigen Estrich-Compound vermischt. Das Knauf-Werk könnte im Vollbetrieb rund 240.000 t Alphahalbhydrat pro Jahr produzieren, so Wilden.

Die Estrichleger lauschten am zweiten Tag diversen Fachvorträgen: Andres Seifert und Ernesto Remiro stellten die Knauf-Bindemittel und deren Details vor, Armin Bürgler, Vertriebsleiter bei Estrichmaschinenhersteller Ludger Glaap und Fritz Brinkmann, erläuterte die Möglichkeiten neuester Maschinentechnik. Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Prof. Peter Zellmann vom Institut für Freizeit- und Tourismusforschung in Wien. Er klärte darüber auf, wie sich Europa bis zum Jahr 2030 wandeln wird.

Knauf im Überblick
Knauf Gips KG
Am Bahnhof 7 97346 Iphofen
Tel.: 0 93 23 / 31-0
Fax: 0 93 23 / 31-2 77
Web: www.knauf.de
E-Mail: zentrale@knauf.de

Vertrieb Bindemittel Deutschland: Holger Frieß
Verkaufsleiter Export und Industriekunden Bindemittel und Füllstoffe: Ernesto Remiro
Verkaufsleiter Boden und Bindemittel Deutschland: Gerd Greger
Exportleiter Knauf Gips, verantwortlich für Bindemittel und Boden: Till Becker

Produkte: Estrichbindemittel
Marken: Duralpha und Durhydrit
Weitere Produktfelder von Knauf: Trockenbau, Putz, Fassade und Boden
aus FussbodenTechnik 02/16 (Wirtschaft)