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Badenia Bettcomfort

Neubau als Bekenntnis zum Standort Friesenheim


Friesenheim. Mit rund 150 Gästen feierte Badenia Bettcomfort die Einweihung seines neuen Verwaltungsgebäudes am Standort Friesenheim. Nach mehreren Investitionen in die Infrastruktur ist das nächste Ziel bereits gesteckt: Der Umsatz soll die 100-Millionen-Euro-Marke knacken.

Ausruhen ist nicht!" Thomas Bußkamp weiß seine Ansagen in ein freundliches Lächeln zu verpacken. Das mindert nicht ihre Klarheit: "100 Millionen Euro Umsatz sind das nächste Ziel für Badenia", verkündete der CEO der EuroComfort-Gruppe auf der Feier seines Tochterunternehmens. "Und wer mich kennt, weiß: das geht!"

Die Einweihung des für 1,2 Millionen Euro kernsanierten Verwaltungsgebäudes in Friesenheim ist der vorläufige Höhepunkt der Zusammenarbeit von Konzernmutter und Badenia. 1946 wurde das Unternehmen als Stepp- und Daunendeckenfabrik gegründet und ging mit acht Mitarbeitern an den Start. Heute arbeiten 200 Menschen für das Unternehmen, das 2004 von EuroComfort übernommen wurde. Dazwischen lagen Jahre des kontinuierlichen Aufstiegs, aber auch der wirtschaftlichen Bedrängnis in Zeiten der Globalisierung, die an den Rand der Insolvenz führten.

Mit der Übernahme änderte sich das, auch wenn nicht immer alles einfach war. "Hier kamen zwei völlig unterschiedliche Unternehmenskulturen zusammen", erinnerte Bußkamp an die Anfänge der Zusammenarbeit:"Entmutigte Kollegen trafen auf forsche Westfalen." Elf Jahre später hat sich die Lage gewandelt: "Es ist uns mit harter Arbeit gelungen, das Unternehmen zu sanieren", so Bußkamp. Das neue Gebäude sei der "krönende Abschluss."

Der Umbau ist nicht die einzige Investition, die seit der Übernahme getätigt wurde. 2012 wurde bereits ein neues, zweigeschossiges Logistikgebäude mit 2.000 Quadratmetern Fläche errichtet. Seit 2007 werden am Standort Friesenheim neben Kissen und Decken auch Matratzen mit Kaltschaum- und Taschenfederkern gefertigt, zuletzt wurde in eine neue Schneideanlage für Matratzenschäume sowie in die automatisierte Klebefertigung der Matratzenstraße investiert. Hinzu kamen komfortable Maschinen und Anlagen, die den Näherinnen am Arbeitsplatz ein flexibles und gesundheitsoptimiertes Arbeiten erlauben und auch die Produktionsabläufe verbessern. Die Produktionsfläche beträgt heute mehr als 20.000 Quadratmeter.

Das ursprüngliche Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1966 wurde im Zuge des Umbaus bis auf die Grundmauern entkernt und um 200 Quadratmeter Bürofläche erweitert. Für die Mitarbeiter eine schwierige Zeit - sie mussten an provisorische Arbeitsplätze ausweichen. "Das waren kleine Kabuffs, aber die Kollegen haben das alle klaglos ertragen", lobte Bußkamp. Der moderne Neubau sei ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Und: "Er ist ein sichtbares Zeichen meines Commitments mit dem Standort."

Der hat es in sich: Täglich werden in Friesenheim 3.000 Steppbetten, 3.000 Kissen und 1.000 Matratzen der Marken Xdream, Irisette und Trendline gefertigt. Jährlich verlassen jeweils 750.000 Steppbetten und Kissen sowie 250.000 Matratzen das Werk im Ortsteil Oberschopfheim. Der Jahresumsatz liegt bei 90 Millionen Euro. Bußkamps Umsatzplanung scheint also nicht übertrieben.

Mit diesem Ziel vor Augen konnte auch Friesenheims Bürgermeister Armin Roesner die Einweihung des Verwaltungsgebäudes als "Festtag für die Gemeinde" bezeichnen. Er bescheinigte dem Unternehmen als einem der größten Arbeitgeber in der Kommune Mut, Innovationsgeist und -kraft. Und auch Bengt Braun von der Bonnier-Gruppe, einem der Gesellschafter der EuroComfort-Gruppe, zeigte sich optimistisch: "Wie in alten Zeiten steht Badenia erfolgreich da und liefert einen beachtlichen Beitrag zum Ergebnis der Gruppe."

Für Martin Auerbach, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Heimtextilien-Industrie, liegt dies maßgeblich an Thomas Bußkamp, den er als mutigen Vollblutunternehmer bezeichnete: "Wer in Deutschland im Textil-Umfeld produziert, muss etwas auf dem Kasten haben", erklärte Auerbach. Bußkamp sei nicht nur ein Mann der klaren Worte, "sondern auch der innovativen Entscheidungen."

Mit seinem Produktportfolio bedient Badenia heute nicht nur den Betten- und Möbelfachhandel, sondern alle Vertriebskanäle: Fachmärkte und Filialisten ebenso wie Discounter oder Warenhäuser, aber auch Versandhandel, TV- und Onlineshopping. Im Neubau wurde neben einem eigenen Fotostudio auch ein großzügiger neuer Showroom etabliert. "Ich hoffe, dass wir hier in Zukunft viele gute Geschäfte abwickeln können", erklärte Thomas Bußkamp zur Einweihung, bei der Kunden und Lieferanten gleichermaßen vertreten waren. Wie gesagt: Ausruhen ist nicht.
aus Haustex 10/15 (Wirtschaft)