ePrivacy and GPDR Cookie Consent by CookieConsent.com

Interzum

Ideenschmiede für die Matratzenbranche

Köln. Mit einem sehr guten Ergebnis endete Anfang Mai die Möbelzubehör-Messe Interzum in Köln. Über 57.500 Fachbesucher aus 143 Ländern zählte die Kölnmesse an den vier Messetagen, das entspricht einem Plus von 8,5 Prozent gegenüber der Veranstaltung vor zwei Jahren. Schwerpunkt für die Matratzen-Industrie war die Halle 10, in der Hersteller von Matratzenkern-Materialien zu finden waren sowie Lieferanten von Matratzenbezugstoffen.

Die Kölnmesse wurde kurz vor Beginn der Interzum fast auf dem falschen Fuß erwischt, als die GDL erneut einen bundesweiten Bahnstreik ankündigte. Da unter diesen Umständen ein Rückgang der Besucherzahlen zu befürchten war, setzte die Messe alle Hebel in Bewegung, um den Besuchern eine möglichst reibungslose Anreise zu ermöglichen und organisierte in Windeseile einen Busshuttle-Service. Im Stundentakt fuhren Busse von den Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf die Kölnmesse an, zusätzlich wurde ein Shuttle-Service zwischen Bielefeld und Köln eingerichtet, damit auch die Möbelregion Ostwestfalen direkt an die Messe angebunden war. Der Service wurde laut Messe sehr gut angenommen.

"Das Plus bei den Besuchern spricht nicht nur für die Attraktivität der gezeigten Innovationen und Lösungen unserer Aussteller, sondern unterstreicht auch die Bedeutung der Interzum für die Branche. Es gibt weltweit keine zweite Veranstaltung, die so wichtige innovative und wirtschaftliche Impulse für diese Industrie setzt wie die Interzum", lautete nach Messeschluss das Fazit von Katharina C. Hamma, Geschäftsführerin der Kölnmesse. Die Interzum knüpfe nahtlos an die guten Resultate der Orgatec, der imm Cologne und der LivingKitchen an, wodurch die Kölnmesse ihre Position als weltweit führender Messeplatz für das Thema Furniture und Interior Design unterstreiche.

Mit 41.000 Besuchern aus dem Ausland (plus 17 Prozent) war die Interzum 2015 wieder eine sehr internationale Messe. Zum einen kamen nach Messezählung deutlich mehr Besucher aus Europa, hier vor allem aus Italien und den traditionell starken Ländern Großbritannien, Spanien, den Niederlanden sowie aus Polen, zum anderen wurde ein deutliches Plus bei Messegästen aus Asien, hier besonders aus China, registriert. Sehr gut entwickelt haben sich auch die Besucherzahlen aus den USA (plus 25 Prozent) Südamerika (plus 21 Prozent) und Indien (plus 34 Prozent).

Mit 1.561 Unternehmen aus 57 Ländern waren in Köln nicht nur alle marktführenden Unternehmen vertreten, sondern auch viele kleine Ideenschmieden. Nirgendwo anders als auf der Interzum würden so viele markt- und trendführende Unternehmen ihre Innovationen zum Thema Möbelfertigung, Innenausbau und Materialität zeigen, stellt die Kölnmesse fest. Das mache die Interzum zu dem Branchentreff für Entscheider.

Auffallend war beim Besuch auf den Ständen der Matratzen-Zulieferer, das man dort zwar eine große Vielfalt an Produktideen vorstellte, diese aber häufig lediglich als Ideengeber für die Kunden dienen sollten. Individuelle Entwicklungen und kundenspezifische Produktgestaltungen statt Angebote von der Stange dominierten eindeutig das Messeangebot. Die Stimmung auf den Ständen war allgemein sehr gut, besonders allerdings bei den Anbietern von Latex-Kernen. Sie wittern aktuell für den deutschsprachigen Raum wieder Morgenluft, nach einer langen Durststrecke.

>h2>Ausgezeichnete Produkte
Wichtiges Ereignis im Rahmen der Interzum ist die Verleihung des Interzum Award durch die Kölnmesse zusammen mit Red Dot. Der Wettbewerb kürt die besten Gestaltungen der internationalen Zulieferbranche der Möbelindustrie und des Innenausbaus. In diesem Jahr verzeichnete der Wettbewerb insgesamt 269 Anmeldungen aus 21 Ländern. Gefragt waren innovative Gestaltungen für die Möbelindustrie und den Innenausbau: von Materialien und Oberflächen über Beschläge, Glas und Licht bis hin zu Polstermöbelfertigung und Bedding. Unter den Einreichungen vergab die Jury - bestehend aus fünf renommierten Design-Experten - 59 Auszeichnungen.

Die Auszeichnung "Hohe Produktqualität" vergab die Jury für besondere Designleistungen in Form und Funktion für 50 Produkte, die sich nach Ansicht der Jury durch ihre Gestaltung deutlich von vergleichbaren Produkten abheben konnten. Zu den Preisträgern zählen unter anderem Bodet&Horst für den Gelstreeetch-Stoff, Deslee Clama für das textile Wandsystem Metamorphosis und den Matratzenstoff Double Sided, Latexco für seinen Latex-Schaum Pulse Fusion, die OKE-Group für ihr Unterfederungssystem iSleep und Setex für seine Matratzenbezugstoffe Pure Air und Antirutschbeschichtung.

Nur neun Produkte wurden als "Best of the Best" geehrt. Damit würdigt das Expertengremium Produkte, die mit ihrer herausragenden und wegweisenden Gestaltung in Form und Funktion neue Maßstäbe in ihrer Branche setzen. Zu den Besten des Teilnehmerfelds zählen aus der Bettenbranche Octo Actuators (ehemals Bionical Design) mit seinem zentralen Antriebssystem Octoflex sowie DesleeClama für seinen Matratzenbezugstoff Biaxial.

Ausgewählte Austeller der Matratzenbranche



Kabelwerk Eupen
Eupen/B. Ganz im Mittelpunkt des Interesses stand in Köln beim belgischen Schaumhersteller Eupenfoam die Neuentwicklung Eucafeel HT 4515. Durch eine spezielle chemische Formel ist es dem Unternehmen gelungen, einen Schaum zu entwickeln, der mehrere Vorteile in sich vereint.

Der Schaum wirkt nach Auskunft von Vertriebsleiter Pascal Timmermann hydrophil und ist gleichzeitig besonders offenporig. Eucafeel ist dadurch in der Lage, bis zu viermal mehr Feuchtigkeit während der Nacht aufzunehmen als herkömmlicher Kaltschaum. Auf der anderen Seite gibt der Schaum die Feuchtigkeit schnell wieder ab, wenn der Schläfer das Bett verlassen hat. Da hohe Feuchtigkeit in der Schlafhöhle ein wichtiger Grund für unruhigen Schlaf ist, sorgen die Eigenschaften der Schaum-Innovation für ein trockenes und optimales Schlafklima. Das alles wird erreicht, ohne Gel- oder PCM-Bestandteile in den Schaum einzuarbeiten. "Darauf haben wir bewusst verzichtet", erklärte Timmermann auf der Interzum.

Gleichzeitig nimmt der Schaum durch seine spezielle Zellstruktur weniger Wärme auf, sodass beim Schläfer so schnell kein Hitzegefühl aufkommt. Auch dieser Punkt trägt zu einem guten Schlafklima bei. Nun nützen einer Matratze die besten Eigenschaften nichts, wenn der Schläfer nicht gut auf ihr Liegen kann. Aber auch bei diesem Aspekt kann die Neuentwicklung des Kabelwerks punkten. Der Schaum bietet eine sehr weiche Oberfläche, sodass der Körper weich aufgenommen wird. Gleichzeitig bietet er eine sehr gute Körperunterstützung, sodass im Endergebnis eine erstklassige Druckentlastung bei optimaler Körperbalance erreicht wird. Dank einer überdurchschnittlich hohen Rückprall-Elastizität (größer 62) unterstützt der Schaum den Körper aktiv bei den Schlafbewegungen.

Trotz der hohen Offenporigkeit ist es den Technikern beim Kabelwerk Eupen gelungen, einen sehr robusten und strapazierfähigen Schaum zu entwickeln. Dank sehr stabiler Zellen erreicht Eucafeel neben einer hohen Rückprall-Elastizität auch Bestwerte bei der Bruchdehnung und keine Haarrisse.

Schon im Vorfeld der Messe konnten sich erste Kunden von der Qualität des neuen Schaumes überzeugen und haben ihn in ihr Produktprogramm aufgenommen. Auf der Messe bestätigte sich laut Timmermann das große Interesse an der Neuentwicklung, sodass man sich entschlossen hat, weitere Stauchhärten bei Eucafeel zu entwickeln. Derzeit gibt es den Schaum in Stauchhärte 1,5, Härte 2,5 befindet sich in der Entwicklung. Weitere Stauchhärten seien auf Kundenwunsch möglich, so Timmermann.

Foampartner
Wolfhausen/CH. Kontrastprogramm beim Schweizer Produzenten Foampartner: Nach einem eher dunkel gehaltenen Stand auf den letzten Interzum-Messen, präsentierte sich das Unternehmen in diesem Jahr auf einem modernen, strahlend hellen, überwiegend in Weiß gehaltenen Stand. Das zur Schweizer Conzzeta-Holding gehörende Unternehmen wird innerhalb des Konzern im Geschäftsbereich Schaumstoffe geführt und kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von umgerechnet rund 157 Mio. Euro. Das Kompetenzzentrum für Matratzen-Schäume befindet sich bei der Firma Fritz Nauer in Wolfhausen und wird innerhalb der Schaumstoff-Sparte im Geschäftsbereich Komfort-Schaumstoffe geführt. Er steuert nach Angaben von Rita Kollbrunner, im Unternehmen verantwortlich für Marketing und Kommunikation, zwischen 20 und 25 Prozent des Schaumstoff-Umsatzes bei. Der Konzern insgesamt erzielte einen Umsatz von umgerechnet rund 1,15 Mrd. Euro.

Foampartner, erläuterte Rita Kollbrunner, versteht sich als Systemlieferant der Matratzen-Industrie. Gemeinsam mit seinen Kunden entwickelt man Vermarktungskonzepte, die von der Wahl des Schaumstoffs über das Design der Matratzenkerne bis zur Vermarktung des Endproduktes reichen. Bekannt ist Foampartner vor allem durch seinen Schaum Evopore HRC, der unter seinem Markenzeichen schon seit längerem prominent vermarktet wird. Angelehnt an die Optik dieses Signet sind wegen der besseren Wiedererkennbarkeit die Marken der Schäume AventO2 und ViscoPore.

Passend zum Thema Systempartner, stellte Foampartner auf der Interzum erstmals verschiedene Ideen zu Federungssystemen innerhalb der Matratze vor. Man arbeitet auf diesem Gebiet mit dem belgischen Kooperationspartner Bekina zusammen, der Plastikfedern im Spritzgussverfahren herstellt. Aber durch aufwändige Schnitttechniken ist Foampartner auch selbst in der Lage, interessante Federelemente aus Schaumstoff für das Innenleben eines Matratzenkerns herzustellen.

Außerdem kündigte Rita Kollbrunner für die Zukunft die Veröffentlichung einer neuen Schaumstoff-Innovation an. Man arbeitet bei Fritz Nauer intensiv an der Serienreife des neuen Produktes, das wahrscheinlich noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll.

Eurofoam
Wien/A. Als nach eigenen Angaben führender PU-Hersteller und -Verarbeiter in Europa durfte Eurofoam auf der Interzum nicht fehlen. In diesem Jahr stellte sich die Eurofoam Gruppe erstmalig zusammen mit den fünf großen Länderorganisationen Polen, Rumänien, Ungarn, Österreich und Deutschland auf einem gemeinsamen Messestand vor. Hierfür wurde die Standfläche im Vergleich zum Vorjahr auf rund 170 Quadratmeter verdoppelt.

Die umfassenden Möglichkeiten rund um den Schaum zeigte Eurofoam auf der diesjährigen Messe auf einem blau-weißen Eurofoam-Messestand. Neben der internationalen Präsenz und dem neuen, frischerem Look wurde auch der Claim "Straight into foam" erstmalig zusammen mit einem einprägsamen Visual der Öffentlichkeit vorgestellt. Es zeigt eine Welle bestehend aus vielen einzelnen Schaumwürfeln. Nach rechts verdichtet sich die Welle. Sie soll exemplarisch für die Umwandlung vieler in eine konkrete Idee stehen, die letztendlich direkt in Schaum umgewandelt wird.

Ein wichtiges Thema auf dem Stand war der Schaum HybridPur Yogadrops von Eurofoam Deutschland. Der High-Tech-Schaumstoff, der aus einem thermoelastischen Schaumstoff und den elastischen multifunktionalen Yogadrops besteht, werde seit der letztjährigen Markteinführung von den Kunden sehr geschätzt, heißt es. Der Schaum vereint nach Firmeninformationen mehrere Vorteile in sich. Das Material ist außergewöhnlich beweglich, denn die Yogadrops erfassen das Körpergewicht und transformieren die einwirkenden Kräfte in eine flexible Rückbewegung. Die enorme Zellelastizität des Schaumes ermöglicht damit hohe körperliche Anpassungsfähigkeit und ein angenehmes Liegegefühl.

HybridPur Yogadrops ist laut Eurofoam außerdem außerordentlich weich, bündelt angenehme Softness mit sehr hoher Elastizität - auch bei starker Beanspruchung und unterschiedlichen klimatischen Bedingungen. Darüber hinaus ist der neuartige Schaum sehr langlebig, denn durch die Verbindung von Schaumstoff und Yogadrops entsteht ein Materialniveau mit sehr guten Dauergebrauchseigenschaften: hohe Flexibilität und markante Elastizität. Auch bei unterschiedlichem Klima behält HybridPur Yogadrops seine Form und Stabilität.

Bodet&Horst
Elterlein. Der Spezialist für Matratzenbezug-Stoffe hatte auf der Interzum allen Grund zur Freude: Für das Produkt Gel Streeetch (mit drei e) wurde Bodet&Horst mit dem Interzum Award für hohe Produktqualität ausgezeichnet. Gel Streeetch ist ein neu entwickelter Stoff, der durch seine einzigartige punktuelle Gel-Beschichtung auf der Unterseite des Bezugstoffes das Schlafklima verbessern soll. Dank der punktuellen Verwendung ist er nach Auskunft von Marketingleiterin Ute Schmiedel gleichzeitig atmungsaktiv und elastisch und wirkt angenehm kühlend. Die Ableitung der Körperwärme liegt um bis zu 30 Prozent über den Messwerten ähnlicher Materialien, sodass sich der Schlafkomfort insbesondere bei höheren Außentemperaturen deutlich erhöhen lässt. Durch Auftragen des Kühlgels auf die Unterseite des Stoffes kommt Gel Streeetch eng mit dem Menschen in Kontakt, um seine Kühlwirkung effektiv zu entfalten. Das neue Material ist waschbar und außerdem frei von Lösemitteln, Emissionen und Geruch.

Auf dem neu gestalteten, 220 Quadratmeter großen Stand hatte das Unternehmen weitere Neuheiten, wie beispielsweise der Slipcover genannte Bezug. Seine Besonderheit: Dem Unternehmen ist es gelungen, Spiegel und Border in einem Strickprozess herzustelllen. Dadurch entfällt eine Naht, was zwei Vorteile bietet: Der Bezug trägt nicht so auf, außerdem wird der Stretcheffekt durch die fehlende Naht nicht gemindert.

Speziell für Boxspringbetten hat Bodet&Horst eine Kollektion von besonders schweren Bezugstoffen entwickelt, mit Grammaturen bis zu 1.000 Gramm/Quadratmeter. Die Stoffe wirken an der Oberfläche wie gesteppt, sind laut Schmiedel dennoch in einem Prozess gestrickt.

Generell hat sich das Unternehmen sehr stark mit technischen Lösungen befasst, unter anderem, um Boxspringbetten eine neue Optik in der Matratze zu verleihen. So bietet man beispielsweise einen Matratzenbezug mit einem seitlich geschwungenen Reißverschluss an. Technisch aufwändig zu realisieren, setzt sich solch ein Bezug in der Gestaltung doch deutlich gegenüber herkömmlichen Matratzenbezügen ab.

Pressless
Falkenau. Der Experte für Abstandsgewirke stellte auf der Interzum erneut gemeinsam mit Bodet&Horst aus, schließlich ist das Unternehmen ein Joint-Venture zwischen dem Unternehmen aus Elterlein und Spiga. "Die 3D-Gewirke sind dem Markt inzwischen hinlänglich bekannt, sodass wir uns für diese Messe verstärkt Design auf die Fahne geschrieben haben", erklärte Pressless-Geschäftsführer Nico Mach. Das Abstandsgewirke werde inzwischen nicht nur in der Matratzen-Industrie verarbeitet, sondern setze sich auch vermehrt bei der Ausstattung von Booten und bei hochwertigen Outdoor-Möbeln durch. Bei Matratzen wird das Material wegen seiner sehr hohen Luftdurchlässigkeit überwiegend im Border eingesetzt, gerne auch in Form von zwei Streifen, um dazwischen Griffe fixieren zu können.

In Köln stellte Pressless vor allem zwei interessante Neuheiten vor. Zum einen unter Hitzeeinfluss geprägte Abstandsgewirke, die auf diese Weise vielfältige, sehr interessante Optiken ermöglichen. Eine weitere Neuheit sind 3D-Gewirke in Verbindung mit hochwertiger Jacquard-Technik. Diese Technologie, so Geschäftsführer Mach, sei bei Pressless mittlerweile serienreif, allerdings befinde man sich erst am Anfang der Anwendung. Ganz neu in Köln waren erste Abstandsgewirke mit einem Elasthan-Anteil. Er verleiht dem Gewirke ein ganz neues, angenehmes Oberflächen-Feeling.

Mach schaute in Köln aber auch schon in die Zukunft. Derzeit arbeite man bei Pressless an einer Kombination aus Jacquard-Technik mit Elasthan, was eine besondere Herausforderung darstelle.

Setex
Greven. Vor zwei Jahren gab es auf der Interzum unter dem Namen der Konzernmutter Setex mit einem kleinen Stand einen Neustart für das ehemalige Unternehmen Anton Cramer. Seitdem hat sich viel verändert, berichten Jens Hochstrat, Gesamtvertriebsleiter, und Katja Reinl, Sales Managerin bei Setex. "Wir haben sehr viel mit unseren Kunden zusammen gearbeitet und sind auf ihre Wünsche eingegangen. Wir sind generell offen für Kundenwünsche", erzählte Hochstrat. "Webe Deinen Traum" lautete daher auch das Setex-Motto auf der Messe. Man wolle damit ausdrücken, dass sich die Kunden komplett entspannen könnten, weil Setex für sie alles Nötige unternimmt und abwickelt, erklärte Hochstrat.

Zwei Interzum Awards in der Kategorie "Intelligent Material & Design" sind der beste Beweis für die Anstrengungen, die das Unternehmen seit der letzten Interzum unternommen hat. Einen Preis erhielt das Unternehmen für seine Ausrüstung Anti-Rutsch, besonders für Boxspring-Betten ohne Halterung entwickelt, bei denen der Topper gerne mal bei der Benutzung seine Lage auf der Matratze verändert. Bei Anti-Rutsch handelt es sich um ein vollflächiges Spezial-Finish, das dieses Verrutschen effektiv verhindern soll. Es kann sowohl auf dem Spiegel der Box als auch auf der Unterseite der Matratze aufgebracht werden. Ein weiterer Vorteil: Das Material kann bei 60 Grad gewaschen werden.

Einen weiteren Preis erhielt Setex für Pure Air, ebenfalls eine Finish-Variante. Wie der Name schon andeutet, soll ein mit Pure Air versehener Matratzenbezugstoff die Raumluft reinigen - egal ob von Formaldehyd, Nikotin oder Schweißgeruch. Das Finish funktioniert über Mineralsalze, sodass die Wirkung nicht von UV-Licht abhängt und rund um die Uhr aktiv ist. Die Wirksamkeit des Finishings sei geprüft, stellt das Unternehmen fest. Pure Air sei außerdem sehr gut waschbar.

Ein drittes neues, wenn auch nicht prämiiertes Produkt ist Micro Modal, mit dem Setex das Thema Nachhaltigkeit abdeckt. Der Rohstoff für MicroModal, Buchenholz, wird in Österreich gewonnen und auch dort verarbeitet. Durch die Vollintegration am Standort Österreich ist es möglich, aufgrund von Energieüberschüssen und der Gewinnung von Holzwertstoffen die Faser umweltfreundlich zu produzieren. Sogar die Zellstoffherstellung in Lenzing ist energieautark und fungiert selbst als wichtigster Energielieferant für die gesamte Produktion. Dass die Faser eine sehr angenehme Haptik aufweist, kommt erschwerend hinzu.

Traditionell ist Setex auch ein Anbieter von Matratzendrellen, hauptsächlich ab einer Fadendichte von 32 pro Zentimeter und höher. Diese Gewebe sind besonders im Hochwertbereich gefragt und bieten eine gute Ergänzung im Produktprogramm zu den Gestricken. "Bei Setex bekommt man alles aus einer Hand", erklärt Katja Reinl.

Deslee Clama
Zonnebeke/Geluveld/B. Deslee Clama konnte konnte beim Interzum Award in diesem Jahr gleich dreimal punkten. Entsprechend gut war die Laune auf dem Messestand des belgischen Matratzenstoff-Herstellers.

Mit seinem Material Biaxial gelang es dem belgischen Unternehmen, einen von insgesamt neun Preisen in der sehr begehrten Kategorie "Best of the Best" zu gewinnen. Biaxial ist ein Material, das der Flexibilität und Elastizität einer Matratze in jeder Hinsicht folgt, nicht nur eindimensional sondern in jede Richtung. Darüber hinaus ist die Elastizität des Produktes nach Firmenangaben um bis zu 50 Prozent höher als herkömmliche Matratzenbezüge. Die Funktion des Gestricks wurde vom Ergnonomie Institut München auf seine Funktionalität überprüft.

Den Interzum Award für hohe Produktqualität bekam Deslee Clama für seinen Bezugstoff Double Sided. Bei diesem Gestrick gibt es zwar auch Rechts und Links, aber beide Seiten sind als Oberfläche verwendbar. Der Matratzenhersteller kann also mit ein und demselben Bezugstoff zwei optisch unterschiedliche Matratzen herstellen.

Den dritten Interzum Award, ebenfalls in der Kategorie hohe Produktqualität, erhielt das Unternehmen für seinen Messestand beziehungsweise für das Material, mit dem der Stand verkleidet wurde. Sein Name: DC Metamorphosis. Es ist schallschluckend und in seiner Kieselstein-Optik sehr attraktiv.
Das sehr breite Produktspektrum von Deslee Clama für vielfältige Anwendungen im Matratzen-Bereich zeigte das Unternehmen anhand eines Rundgangs in zehn Themen. Es beginnt bei Handwerkskunst und Luxus, unter anderem mit der Premium-Linie Maurice D, geht weiter über Schlafeffizienz und Hygiene&Allergie bis zu Druckentlastung und Unterstützung und Öko&Nachhaltigkeit, um nur einige zu nennen.

Bekaert Textiles
Waregem/B. Kurz vor der Interzum wurde bekannt, dass der Bekaert-Konzern durch die deutsche Haniel-Gruppe übernommen wurde. Hans Kreemers, Group Sales Manager Key Accounts bei Bekaert, begrüßte diese Entwicklung auf der Messe ausdrücklich und setzt große Erwartungen in die neuen Eigentümer (siehe auch unseren gesonderten Artikel im Aktuell-Teil der Haustex). Entsprechend herrschte gute Stimmung unter dem Messeteam des Weltmarktführers bei Matratzenbezugstoffen.

Mit dem Slogan "Bekaert Textiles at Your Service" verdeutlichte das Unternehmen auf der Messe seine Kundenorientierung. Was immer der Kunde wünsche, Bekaert sei bemüht ihm diesen Wunsch zu erfüllen, erklärte Lien Sinnesael auf der Messe, Leiterin Marketing und Kommunikation im Unternehmen. Auch wenn viele Produkte auf den Kunden maßgeschneidert zugeschnitten sind, zeigte das Unternehmen anhand von vier Themen, angeordnet in den Ecken des großen, offenen Messestandes, was Bekaert leisten kann.

Beeindruckend war unter anderem die Simulation eines Matratzenbezugs mittels einer 3D-Brille als Virtual Reality. Auf diese Weise kann der Kunde den von ihm gewünschten und gemeinsam mit Bekaert entwickelten Matratzenbezug auf einem Bett quasi life erleben und von allen Seiten betrachten. Er kann sogar virtuell in ein Boxspring-Bett eintauchen und den Spiegel der Box näher betrachten. Der Vorteil liegt auf der Hand, denn auf diese Weise erspart man sich die aufwändige Anfertigung von Materialproben und kann unkompliziert entscheiden, ob die Neuentwicklung überhaupt in die engere Auswahl kommt.

Bekaert wagt aber auch Farbe, ein auf dem deutschen Markt allerdings noch eher unterbelichtetes Thema, und zeigte Materialien in bunten Farben, kombiniert mit dem neuen Produkt "Bounce Airpad". Bounce ist eine dreilagige Kombination aus Abstandsgewirke auf den Außenseiten, die einen speziellen, besonders offenporigen Schaum umschließen.

Wellness symbolisierte das Bett Terre Ambiente, mit einem besonders großen Kopfteil, bezogen mit dem Material Galan. Besonderer Clou dieses Betts war ein Topper, der mittels Magneten mit der Matratze verbunden war, die an der Unterkante des Toppers vernäht waren. Auch wenn man den Topper leicht anheben und entfernen kann, liegt er doch absolut rutschsicher auf der Matratze auf. Ein Wechsel des Toppers fällt so ganz leicht.

Das vierte Thema befasste sich mit der Natur. Besonderes Feature bei diesem Thema ist die Verarbeitung von einer speziellen Alge in den Matratzenbezug in Form von Mikrokapseln. Durch die Bewegung im Schlaf werden die Kapseln nach und nach aufgebrochen und die Algenmoleküle freigegeben. Der Schlaf soll auf diese Weise zu einem kleinen Wellness-Ereignis werden.

Innofa
Tilburg/NL. Das niederländische Unternehmen Innofa produziert nach Auskunft von Lars Goedhart, Verkaufsleiter international bei Innofa, alles, was man mit einer Strickmaschine realisieren kann. Das Unternehmen verfügt über Produktionsstandorte in Europa, den USA und Mexiko. Die Niederlassungen von Innofa stricken und rüsten die Stoffe selbst aus. Jede Niederlassung hat ihre eigene Kollektion.

Durch den gegenseitigen Austausch von Wissen, Verarbeitungstechniken, Prozessen und Kreativität sei man in der Lage, mit großer Flexibilität auch höchste Qualität bieten zu können, erklärt das Unternehmen. Erstmals hat Innofa auch die amerikanischen Kollektionen mit nach Köln gebracht, um der Internationalität der Messebesucher Rechnung tragen zu können.

Als Neuheit präsentierte das Unternehmen in Köln Satin Stretch, ein Gestrick mit Drelloptik, das als Nachfolger oder Alternative zu dem klassischen Doppeltuch dienen soll. Die preislichen Gestaltungsräume reichen von bis, je nach Materialeinsatz. Satin Stretch kann aus 100 Prozent Polyestergarn gestrickt werden, aber auch aus 100 Prozent Baumwollgarn und den verschiedenen Mischungen. Der Kunde entscheidet über die Wertigkeit des Produktes.

Für Goedhart und Innofa verlief die diesjährige Messe besser als vor zwei Jahren. Vor allem die ersten drei Tage hätten eine gute Besucherfrquenz auf dem Stand gebracht. Auffallend sei die hohe Zahl an Südeuropäern auf der Messe gewesen.

Leggett&Platt
Für Leggett&Platt, Weltmarktführer für Federkerne, war die Interzum eine durchweg positive Messe. "Die Leute suchen für ihre Matratzen-Kerne mal etwas anderes, und dafür bieten wir bei Leggett&Plett ein breites Sortiment", stellte Martin Lill auf der Messe fest, Verkaufsleiter für die DACH-Region, Benelux und Polen. Nach seinem ersten Eindruck kurz vor Messeschluss konnte die diesjährige Messe die letzte Veranstaltung vor zwei Jahren für L&P noch einmal toppen.

Lill erkennt bei den Boxspring-Betten in der Nachfrage der Kunden einen Trend zu noch höheren Federkernen in der Matratze und dafür zu flacheren Kernen in der Box; vermehrt werden auch wieder Bonnellfederkerne für die Box nachgefragt.

Wichtiges Thema bei L&P ist auch die gute Durchlüftung der Matratze, eine Domäne der Federkern-Technologie gegenüber den anderen Kern-Materialien. Gefragt sind häufig individuelle Lösungen, denn die Matratzen-Produzenten möchten sich vom Einerlei der Billiganbieter abheben.

Interessant ist auch die sogenannte Modultechnik bei Federkernen, sodass ein Hersteller die Module nach unterschiedlichen Anforderungen passend kombinieren kann.

Ein Versuchsballon von L&P war auf der Interzum die Präsentation eines Kissens mit Federkern. Der Kern aus sehr dünnem, nachgiebigem Draht biete einerseits die nötige Weichheit. Auf der anderen sorgt die Konstruktion gleichzeitig für Formstabilität und für eine gute Belüftung. Besonders wichtig für Schläfer, die zum Schwitzen neigen. Diese Innovation wurde laut Lill von den Besuchern mit großem Interesse aufgenommen.

Hartmann Kunststofftechnik
Herford. Hartmann Kunststofftechnik blickt auf eine 40 jährige Erfolgsgeschichte zurück. Seit 1973 setzt das Herforder Unternehmen erfolgreich auf die Entwicklung anspruchsvoller technischer Lösungen für einen gesunden Schlaf und bringt kontinuierlich clevere, wegweisende Produkte auf den Markt. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben führend in der Herstellung von Standard- und Spezialteilen für die Lattenrost-, Betten- und Möbelindustrie und agiert mit weltweiten Vertretungen.

Ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens war 2013 der Bau der dritten Produktionsstätte in Herford, der durch die ständige Weiterentwicklung notwendig geworden ist. "Über 100 Mitarbeiter leisten an hochmodernen Produktionsmaschinen einen entscheidenden Beitrag dazu, dass die Menschen weltweit erholsam und ruhig schlafen", stellt das Unternehmen fest.

Auf der diesjährigen Interzum präsentierte Hartmann wieder zahlreiche Neuheiten für Lattenroste, Matratzen und Boxspringbetten. Eines der Highlights ist die neue Mikrofeder MATF-F6 für Matratzen und Polstermöbel. Hergestellt wird die Feder aus Hochleistungskunststoff, der neben verschiedenen Härtegraden auch eine sehr gute Federrückstellung bietet. Der Clou hierbei ist, dass die Feder zukünftig nicht nur einzeln, sondern auch als "Federmatte" geliefert werden kann, bestehend aus mehreren hundert Mikrofedern. Dies erspare den Matratzenherstellern aufwändige Schnitt- und Montagearbeiten und der Endkunde profitiert von einer hervorragenden Punktelastizität.

Ein weiterer Ausstellungs-Schwerpunkt ist Belitec, das motorisch angetriebene Schrankbettsystem mit hochwertigem Lattenrost und Kaltschaummatratze, das in jeden Schrank oder Raumteiler eingebaut werden kann, wobei Lattenrost und Matratze im Sockel und hinter einer senkrechten Trennwand im Schrank verschwinden.

Latexco
Tielt/B. Auf dem Messestand von Latexco herrschte beste Stimmung. Nicht nur, dass man als Hersteller von Matratzenkernen aus Latex auf dem deutschen Markt wieder Morgenluft wittert. Außerdem wurde das Material Pulse Fusion von Latexco mit dem Interzum Award für intelligentes Material und Design ausgezeichnet. Kein Wunder, wenn Nathalie Verheye, Verkaufsleiterin für die DACH-Region bei Latexco, urteilt: "Wir konnten viele neue Kontakte auf der Messe knüpfen, auch mit Interessenten aus dem deutschen Markt. Für uns war diese Interzum sogar noch besser als wir erhofft hatten."

Pulse Fusion ist eine Weiterentwicklung des patentierten Sonocore Verfahrens von Latexco. Die Technologie gibt Latexco die Möglichkeit, seinen Pulse Latexschaum mit jedem anderen technischen Schaum oder Material zu verschmelzen, ohne dass herkömmliche Leimverfahren oder zusätzliche Bearbeitungsschritte erforderlich sind. "Durch die Kombination dieses Verfahrens mit der verfeinerten Zusammensetzung von Pulse Latexschaum wird Latexco in der Lage sein, starke, langlebige Matratzenlösungen herzustellen, die Schläfern maßgeschneiderten Schlafkomfort bieten", ist Verheye zuversichtlich

Die Pulse-Fusion-Produkte, eine Weltpremiere auf dem Markt, sollen Lösungen für den wachsenden Trend zu kombinierten Schlafprodukten bieten, wodurch die individuellen Bedürfnisse jedes Schläfers (Komfort, Körpergewicht, persönliches Schlafprofil usw.) befriedigt werden.

Aber auch der Pulse-Latex als solcher wurde von Latexco weiter entwickelt. Neben den bisher erhältlichen Raumgewichten 55 und 65 führt man nun auf Kundenwunsch auch die Raumgewichte 80 und 90 im Sortiment. Eine weitere Variante ist Pulse Latex mit eingearbeiteten Gel-Partikeln. Speziell für Anbieter von TFK-Matratzen bietet das Unternehmen Pulse Latex mit einer Jute-Fläche auf der Unterseite.

Auch an der Höhe des Pulse-Latex arbeitet man weiterhin. Maximale Höhe einer Pulse-Schicht sind derzeit sieben Zentimeter. Es war geplant, zur Interzum noch höhere Varianten anbieten zu können, aber die sehr gute Auftragslage habe intensivere Entwicklungsarbeiten an der Maschine verhindert, erklärte die Verkaufsleiterin. Aktuell wird aufgrund der hohen Nachfrage eine zweite Linie für Pulse Latex in Tielt aufgebaut. Verheyes Fazit: "Pulse ist für uns ein Volltreffer."

Dass man eine sehr schöne Matratze nur aus Pulse Latex fertigen kann, zeigte der Prototyp einer Matratze aus vier Lagen des Materials. Der Körper wird sanft von der Matratze aufgenommen und doch gut an den entscheidenden Stellen unterstützt.

Bei der weiteren Entwicklung des Pulse-Materials arbeitet Latexco mit einem Entwicklungsbüro zusammen, das dem Unternehmen innovativen Input gibt. Ein Ergebnis ist beispielsweise, dass die Optik der Latexkerne variiert wird. So gibt es jetzt beispielsweise Latexco-Kerne mit abgerundeten Kanten. Die Optik wirkt wesentlich gefälliger als die herkömmlichen, scharfkantigen Kerne.

Vormerken: Die nächste Interzum findet statt vom 16. bis 19. Mai 2017
aus Haustex 06/15 (Wirtschaft)