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Interview mit IVC-Anwendungstechniker Ralf Putze

Klicken oder Kleben? Fehler vermeiden


FussbodenTechnik: Sie bieten Designbeläge als Dryback- und Klick-Ausführung an. Warum ist das sinnvoll?

Ralf Putze: Es gibt viele Einsatzbereiche, in denen eine feste Klebung nicht gewünscht oder nicht durchführbar ist, beispielsweise wenn Räumlichkeiten für einen begrenzten Zeitraum genutzt oder gemietet werden. Ebenfalls kann es sein, dass der vorhandene Fußboden für eine dauerhafte Klebung nicht geeignet ist. Jetzt kann aber der Fall eintreten, dass Kunden sich zunächst für eine Dryback-Variante entscheiden und sich erst nach Zustandekommen des Vertrags die Undurchführbarkeit der Klebung des Designbelags inkusive Vorarbeiten herausstellt. Jetzt sucht man händeringend nach einer Alternative. Da wir im Moduleo-Sortiment jedes Dekor als Klick- und Dryback-Ausführung anbieten, kann der Kunde unkompliziert umschwenken, ohne ein neues Design wählen zu müssen. Die Kollektionen von Moduleo sind relativ umfangreich. Deshalb würde eine designorientierte Trennung beider Produktgruppen auch zu einer zu großen Kollektionierung und damit zu einem ungünstigeren Kosten-Nutzen-Verhältnis führen.

FT: Was sind die häufigsten Verlegefehler?

Putze: In der Regel ist in den wenigsten Fällen ein Produktmangel der Grund für eine Reklamation bzw. ein nicht fachgerechtes Verlegeergebnis. Vielmehr begründen sich die Beanstandungen in folgenden Sachverhalten: einem ungeeigneten Raumklima, einer nicht ausreichenden Ebenheit des Untergrunds sowie des nicht ausreichenden Akklimatisierens der Design-Klick-Elemente. Bei der Verlegung selbst sind unter anderem die fehlende Geradlinigkeit der zusammenverriegelten Reihen der Design-Klick-Elemente, die fehlende Genauigkeit beim mechanischen Verriegeln der Design-Klick-Elemente untereinander und ein nicht ausreichender Randabstand zu aufstrebenden Bauteilen Ursachen für Verarbeitungsfehler.

FT: Welchen Sinn machen vor diesem Hintergrund Verlegeschulungen? Welche Schwerpunkte setzen Sie hier?

Putze: Leider werden die Einfachheit und Leichtigkeit der Verarbeitung hin und wieder auf die allzu leichte Schulter genommen. Design-Klick-Elemente sind relativ dünne und hinsichtlich ihrer Stabilität flexible bzw. biegsame Produkte. Deren Verarbeitung ist bei der Berücksichtigung von gewissen Materialeigenschaften problemlos durchführbar. Wir setzen bei den Seminaren zuerst darauf, diese wesentlichen Eigenschaften vorzustellen sowie ihre Einflussmöglichkeiten sichtbar und verständlich zu machen. Diese Aspekte sind schon beim Verkaufsgespräch und später bei der Verarbeitung zu beachten, um Schäden und folglich Beanstandungen im Vorfeld zu vermeiden zu können. Auch ist es unser Ziel, die Grenzen unserer Design-Klick-Elemente klar und deutlich zu vermitteln.

FT: Welche Vorteile bringt eine Produktionsstätte in Belgien aus Sicht des Verarbeiters?

Putze: Diese lassen sich genau auf den Punkt bringen: Wir können unseren Kunden dadurch eine marktorientierte und zeitnahe Lieferfähigkeit garantieren und gewährleisten kurze Lieferwege. Das ist nicht zuletzt sowohl unter ökologischen wie ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll.
aus FussbodenTechnik 02/15 (Wirtschaft)