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Haustex/B+L-Kundenbarometer – Teil 2

Traumina nähert sich Idealpunktzahl

Hamburg. Im vergangenen Jahr, bei der Premiere des Kundenbarometers der Haustex, ging Traumina bei der Bewertung durch seine Kunden als Sieger aus dem Rennen. Dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war, zeigt die aktuelle Handelsumfrage zu den Bettwaren-Anbietern, denn das Unternehmen konnte seinen Titel als bester Lieferant des Bettenfachhandels erfolgreich verteidigen. Mehr noch: Im Vergleich zur letzten Umfrage hat das Unternehmen sogar die Zahl der ersten Plätze im Ranking noch einmal gesteigert. In elf von 16 Kategorien ist das Unternehmen aus Renchen das Maß aller Dinge.

Erneut haben wir in den letzten Wochen wieder das Urteil von 170 Einzelhändlern eingeholt um zu erfahren, wie sich die wichtigsten Lieferanten von Bettwaren im deutschen Bettenfachhandel präsentieren. In diesem Jahr haben wir aus methodischen Gründen in unserem Kundenbaromter nur sieben Unternehmen einer näheren Betrachtung unterzogen, statt acht wie im letzten Jahr. Nach der Umfrage hatte sich herausgestellt, dass die Datenbasis für das achte Unternehmen zu gering war, als dass wir daraus valide Werte hätten ableiten können.

Wenn man sich das Ergebnis anschaut, wird klar, warum die Firma Traumina aktuell die Nummer eins in der Verbreitung im Bettenfachhandel ist: Denn sie ist nach dem Urteil der Interviewten auch schlicht die Beste nach den 16 Kategorien, die wir haben abfragen lassen. Elf erste Plätze sprechen eine deutliche Sprache. In allen Kategorien gehört das Unternehmen außerdem zu den besten drei. Und der Notendurchschnitt über sämtliche 16 Disziplinen guter Unternehmensführung liegt bei 1,79. Das entspricht einer Schulnote von 2+.

Platz zwei kann in diesem Jahr die Firma Sanders mit der Gesamtdurchschnittsnote 2,09 erringen, sie wird also mit einem glatten "gut" von ihren Kunden bewertet. In zwei Kategorien haben die Bramscher Platz eins erringen können, dazu kommen fünf zweite und zwei dritte Plätze. In insgesamt neun Kategorien steht Sanders somit auf dem Siegertreppchen.

Garanta haben wir in diesem Jahr neu in die Umfrage aufgenommen. Der gute Verbreitungswert im vergangenen Jahr (Platz sechs gemeinsam mit Irisette mit 14 Prozent) legte diese Entscheidung nahe. Und das war gut so, denn in der aktuellen Umfrage ist sogar Platz vier in der Verbreitung herausgesprungen. Offenbar schätzen die Fachhandelspartner des Hofer Unternehmens dessen Leistung sehr. Wie Sanders landet das Unternehmen neunmal auf dem "Stockerl", unter dem Strich sind drei erste Plätze in der Umfrage herausgekommen, zwei zweite und vier dritte Plätze. Macht summa summarum eine Durchschnittsnote von 2,15, was immer noch eine gute 2 als Schulnote wäre.

Fast hätte sich Spessarttraum den dritten Platz im Gesamtranking mit Garanta geteilt, dafür fehlte in der Gesamtnote von 2,16 nur ein Quäntchen. Das Unternehmen konnte zwar in keiner Kategorie den ersten Platz erringen, wurde aber immerhin zweimal Zweiter und fünfmal Dritter. Macht in der Gesamtabrechnung nach Noten Platz vier.

Wiederum nur zwei Hundertstel dahinter folgt Centa-Star auf Platz fünf im Notenranking mit der Note 2,18. Der Unterschied zwischen Platz drei und Platz fünf beträgt also gerade mal drei Hundertstel, eine "knappe Kiste" also, nur kleine Veränderungen könnten im nächsten Jahr die Rangfolge schon wieder ganz anders aussehen lassen. Centa-Star ist auch das Unternehmen, welches sich in der Gesamtnote am stärksten verbessert hat. Im letzten Jahr lag die Gesamtnote noch bei 2,25. Darin könnte sich widerspiegeln, dass das Unternehmen unter der neuen Inhaberschaft von Frankenstolz-Chef Herbert Neumeyer wieder zu alter Stärke strebt.

Auf Platz sechs folgt Kauffmann mit etwas deutlicherem Abstand und der Note 2,29. Im letzten Jahr stand bei der Endabrechnung eine 2,30 als Gesamtnote, aber für ein Unternehmen mit dem Anspruch Premiumanbieter zu sein ist eine 2- im Prinzip nicht unbedingt adäquat. In keiner der 16 Kategorien konnte sich Kauffmann unter den besten drei platzieren.

Irisette/Badenia erreichte in den Einzeldisziplinen zwar je einen zweiten und dritten Platz, musste sich allerdings mit der Note 2,36 doch hinter Kauffmann mit dem letzten Platz bescheiden. Auch dieses Unternehmen hat sich gegenüber der ersten Umfrage leicht um drei Hundertstel in der Gesamtnote verbessern können. Dies zumindest können die vorne platzierten Firmen Traumina, Sanders und Spessarttraum nicht für sich in Anspruch nehmen. Ihre Gesamtnote liegt jeweils leicht unter der des Vorjahres.

Erneut haben wir auch ein Ranking nach Punkten vorgenommen. Der erste Platz bekommt in diesem Fall sieben Punkte, der zweite sechs und der siebte Platz noch einen Punkt. Mitunter ergibt sich dadurch gegenüber dem Notenranking eine leicht andere Reihenfolge. Nicht so diesmal. Traumina ist auch in dieser Hinsicht die klare Nummer eins und kommt auf 106 von maximal 112 möglichen Punkten. Sanders erzielt 77 Punkte, gefolgt von Garanta mit 71 Punkten. Spessarttraum liegt mit 67 Punkten auf Platz vier und damit immer noch über dem Durchschnitt von rund 65 Punkten. Centa-Star auf Platz ist mit 57 Punkten knapp unter dem Durchschnitt positioniert. Kauffmann und Irisette belegen mit 38 beziehungsweise 36 Punkten die folgenden Plätze.

Nun detaillierter zu den Stärken und Schwächen der sieben Unternehmen.

Traumina
Das Unternehmen aus dem Schwarzwald punktet im Handel nicht zuletzt durch Ware in Top-Qualität. Eine Note von 1,29, also eine 1-, ist über jede Kritik erhaben, sie ist sogar noch etwas besser als im Vorjahr (1,31). Auch bei der Frage nach dem Sympathiewert des Anbieters ist das Unternehmen mit der Note 1,57 ganz weit vorne, wenn auch etwas weniger gut als in der letzten Umfrage (1,43). Am besten schneidet Traumina außerdem bei der Freundlichkeit der Anbieter ab, bei der Zuverlässigkeit der Lieferungen, der Vertriebspolitik, bei der Frage nach den Zukunftsperspektiven des Unternehmens, der Qualität des Außen- und Innendienstes, der Verkäuflichkeit der Ware im Handel, den Einkaufskonditionen (gemeinsam mit Garanta) und der Verkaufsförderung. Wenn die "schlechteste" Platzierung ein dritter Platz ist, von einer Schwäche zu reden, wäre maßlos übertrieben, wird sie von den Handelspartnern doch mit einer 2,26 benotet. Allerdings sollte das Unternehmen bei der Kulanz, der Reklamationsbearbeitung und dem Außendienst vielleicht einmal genauer hinschauen. Diese drei Kategorien sind gegenüber dem Vorjahr etwas deutlicher abgefallen, auf hohem Niveau allerdings. Die Durchschnittsnote 1,79 liegt nur marginal über der Vorjahresnote (1,75).

Sanders
Auch die Gesamtnote 2,09 von Sanders liegt nur minimal über dem Vorjahreswert von 2,03. Die besten Noten erhält das Unternehmen bei der Warenqualität, der Zuverlässigkeit der Lieferungen, dem Reklamationsverhalten und der Kulanz. In den beiden letzten Kategorien kann Sanders diesmal sogar den ersten Platz erreichen. Zweite Plätze erreicht das Bramscher Unternehmen bei seiner Sympathie gegenüber dem Handel, der Freundlicheit, der Warenqualität, der Qualität des Innen- und Außendienstes. Zu den besten drei gehört Sanders bei der Lieferzuverlässigkeit und den Konditionen. Die Schwankungen in den Noten liegen im Vorjahresvergleich im Rahmen, mal etwas besser, mal etwas schlechter als in der 2013-Umfrage, mit einer Ausnahme vielleicht: Der Außendienst wurde vor Jahresfrist mit einer 1,97 benotet, in diesem Jahr nur noch mit einer 2,24. Die Veränderung von gut einer Viertelnote sticht zumindest heraus.

Garanta
Das Hofer Unternehmen ist, wie erwähnt, in diesem Jahr das erste Mal in der Umfrage berücksichtigt. Und gleich schneidet es in der Bewertung durch den Handel mit der Durchschnittsnote 2,15 gut ab. Bei der Lieferschnelligkeit (1,71), dem Preis-Leistungs-Verhältnis der Ware (1,87) und den Konditionen (gemeinsam mit Traumina, 2,03) ist keiner der sieben Lieferanten besser. Die Qualität wird mit 2,19 zwar noch als gut bewertet, der Wert reicht aber nur für den sechsten Rang. Potenzial bieten die Kategorien Verkaufsförderung (3,06) und damit unmittelbar zusammenhängend Markenstärke (2,99), denn hier kommt Garanta nur auf den letzten Platz.

Spessarttraum
Das Unternehmen mit der Marke Schlafstil landet mit der Durchschnittsnote 2,16 so knapp hinter Garanta, wie es nur geht, obwohl es keinen ersten Platz erringen konnte. Aber immerhin zwei zweite und und fünf dritte Plätze springen in diesem Jahr heraus. Und die schlechteste Platzierung ist lediglich ein sechster Platz bei der Markenstärke. Die Gesamtnote unterstreicht somit eine alles in allem sehr solide Leistung. Besonders erfreulich ist das gute Abschneiden bei der Vertriebspolitik (2,17) und den guten Zukunftsperspektiven (2,21), die der Handel dem Anbieter beimisst. Bei fünf Noten steht immerhin eine 1 vor dem Komma, und lediglich zwei Kategorien werden mit einer 3 bzw. 3+ bewertet. Der Rest tendiert um die 2 herum.

Centa-Star
Die Stuttgarter waren im vergangenen Jahr etwas im Nachteil bei der Befragung, da sich der Termin der Umfrage in etwa überschnitt mit der positiven Nachricht, dass das Unternehmen durch den Frankenstolz-Chef Herbert Neumeyer übernommen wurde. Diese Neuigkeit konnte sich nicht mehr in einer besseren Bewertung auswirken. Wie wichtig es dem Handel ist, mit perspektivisch verlässlichen Partnern zusammenzuarbeiten, zeigt nämlich die aktuelle Umfrage zu Centa-Star. Fast eine halbe Note besser werden nun seitens des Handels die Zukunftsperspektiven des Unternehmens bewertet: sie steigen von 2,92 auf 2,49 an. Und bei der Markenstärke, schon im letzten Jahr Platz eins für Centa-Star, verbessert sich das Unternehmen von 1,96 auf 1,79. Interessant auch die Verbesserungen bei den Konditionen, der Kulanz und der Reklamationsbearbeitung: In allen drei Punkten verbessert sich Centa-Star nachhaltig. Konditionen 2,41 nach 2,68, Kulanz 2,00 nach 2,50 und Reklamationsbearbeitung 1,89 nach 2,20. Neben Platz eins bei der Markenstärke kommt Centa- Star auf Platz zwei bei der Verkäuflichkeit der Ware und der Verkaufsförderung. Zu den Top Drei gehört das Unternehmen außerdem bei der Warenqualität und der Lieferschnelligkeit. Noch arbeiten kann man in Stuttgart an der Vertriebspolitik und beim Außendienst. Per Saldo kann sich Centa-Star von der Gesamtnote 2,25 auf 2,18 hocharbeiten.

Kauffmann
Dem österreichischen Unternehmen ist es in den letzten zwölf Monaten nicht gelungen, sich nachhaltig zu verbessern. Die Gesamtnote 2,29 ist nur minimal besser als im Vorjahr (2,30). Doch es gibt im Detail auch einige positive Veränderungen. So konnte der Sympathiewert von 2,30 auf 2,16 verbessert werden. Emsig scheint man auch an der Zuverlässigkeit (1,90 nach 2,24) und Schnelligkeit der Lieferungen (2,06 nach 2,30) gearbeitet zu haben. Die Markenstärke hat sich in den Augen der Fachhändler ebenfalls verbessert, von 2,93 auf 2,47. Der Sprung um fast eine halbe Note nach oben kann kein Zufallsergebnis sein. In die andere Richtung geht es allerdings bei der Qualität des Innen- und Außendienstes. Der Außendienst sinkt in der Benotung von 2,21 auf 2,50, der Innendienst von 2,10 auf 2,25. Und bei der Verkaufsförderung steht nun eine drei vor dem Komma, 3,02 nach 2,77.

Irisette/Badenia
Die beiden Marken der EuroComfort-Gruppe haben sich in der Bewertung durch den Handel leicht auf die Gesamtnote 2,36 (Vorjahr: 2,39) verbessern können. Bei der Markenstärke konnte das Markentandem einen zweiten Platz in der Gesamtabrechnung erzielen, bei der Zukunftsperspektive Platz drei. Gerade in der letzten Kategorie hat Irisett/Badenia deutlich an Zustimmung gewinnen können, die Note verbesserte sich auf 2,22 (2,53). Augenfällig ist auch die enorm bessere Bewertung der Vertriebspolitik. Hier sprang die Note von 3,32 auf 2,50. Eine halbe Note aufwärts ging es bei der Verkaufsförderung, von 3,26 auf 2,79. Durch diese Verbesserungen stehen in sämtlichen Kategorien jetzt nur noch Zweien vor dem Komma. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis scheint sich zu verbessern, hier steigt die Note von 2,43 auf 2,22. Schlechtere Noten in den Kategorien Lieferschnelligkeit, Konditionen, Kulanz, Reklamationsbearbeitung, Außen- und Innendienst haben allerdings ein besseres Abschneiden verhindert. Auffallend ist zum Beispiel die Note 2,42 in der Lieferschnelligkeit, dort stand vor einem Jahr noch eine 2,03 als Note.




Haustex/B+L-Handelsumfrage

So gehen wir vor

1.Das Haustex/B+L-Kundenbarometer Bettwaren besteht aus zwei Abschnitten. Zunächst wurde erfragt, bei welchen Anbietern der Fachhandel überhaupt einkauft, also wie hoch der Verbreitungsgrad der Lieferanten ist. Diese Befragung erfolgt ungestützt und offen. Als Ergebnis ist der jeweilige Verbreitungsgrad in Prozent angegeben.

2.Im zweiten Schritt bewerten die befragten Händler detailliert sieben vorab ausgewählte Anbieter. Für jedes unternehmen werden 16 Kriterien abgefragt und Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) vergeben - darunter objektiv messbare wie Konditionen und Lieferschnelligkeit, aber auch subjektiv empfundene wie Sympathiewert, Kulanz oder Qualität der Mitarbeiter im Innen- und Außendienst. Aus den Anworten hat B+L eine Durchschnittsnote für das jeweilige Kriterium errechnet. Das Gesamtranking nach Durchschnittsnoten basiert auf der Addition aller Ergebnisse eines Anbieters in den 16 Kategorien und der daraus ermittelten Gesamtdurchschnittsnote.

3. Insgesamt wurden im Juli/August dieses Jahres in ganz Deutschland 170 klassische Bettenfachhändler befragt. Bei der Befragung wurde auf einen Adressstamm zurückgegriffen, der die Mitglieder der vier Verbände ABK, Bettenring, Garant und MZE umfasst sowie Händler, die keinem dieser Verbände angehören. Die Eingruppierung der 170 Befragten steht in Relation zu dem Anteil der einzelnen Verbände innerhalb der Grundgesamtheit von mehr als 800 Adressen.
aus Haustex 09/14 (Wirtschaft)