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MMFA veröffentlicht erstmals Absatzzahlen

Deutschland ist der wichtigste Markt für mehrschichtige modulare Beläge

Beim Herstellerverband mehrschichtig modularer Bodenbeläge kann man mit den Entwicklungen des vergangenen Jahres sehr zufrieden sein. Mittlerweile zählt die Mitgliederliste 14 europäische Produzenten und die erstmals veröffentlichte Absatzstatistik weist Steigerungsraten im hohen zweistelligen Prozentbereich aus. Für das Zahlenwerk wurden die MMFA-Beläge erstmals klassifiziert. 2014 will der Verband auch den Kontakt mit dem bodenverlegenden Handwerk intensivieren.

Kontinuierliches Wachstum beim Verband der mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge (MMFA): Auf der Domotex-Pressekonferenz vermeldete dessen Präsident Matthias Windmöller den Beitritt der Beaulieu Gruppe aus Belgien als 14. ordentliches Mitglied. Außerdem sind Amorim Cork Composties (Portugal) sowie die beiden deutschen Firmen Ewifoam und Mondi Gronau als außerordentliche Mitglieder Nr. 11, 12 und 13 dem Verband beigetreten. "Die Produktentwicklungen im Bereich der mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge sind enorm und so gibt es derzeit viel Bewegung im Markt. Da ist es nur folgerichtig, dass zahlreiche Player sich dem MMFA als zentraler Interessenvertretung anschließen", hatte Windmöller gleich eine Erklärung parat.

Die Bewegung im Markt konnte der Verbandspräsident auch mit erstmals erhobenem statistischen Material belegen. Um die Absatzzahlen transparenter zu machen, hat der Arbeitskreis "Marktentwicklung" im MMFA die Beläge in drei Klassen unterteilt (siehe Kasten rechts). Für alle drei gilt grundsätzlich, dass sie nicht nur modular aufgebaut, sondern auch schwimmend zu verlegen sein müssen. Klassische Designbeläge zum Verkleben, die vom Aufbau her ebenfalls in Frage kämen, werden aufgrund der Verklebung nicht erfasst.

Allerdings betont der MMFA, dass sich die Klassifizierung am Markt und den Bedürfnissen der Mitglieder orientiere und nicht an Produktnormen. Man habe sich absichtlich darum bemüht, die Klassen weiter zu fassen als aktuelle Normen das tun. Wenn es neue Produkte oder Materialkombinationen gebe, müsse eben diskutiert werden, ob die entsprechenden Absatzzahlen auch in die Statistik einfließen sollen. Der Prozess sei keinesfalls abgeschlossen.

2,03 Mio. m2 Bodenbeläge der Klasse 1 (mit polymerer Deckschicht, auf HDF-Träger) haben die MMFA-Mitglieder 2012 abgesetzt, größtenteils in Westeuropa. Die Verkaufsmengen stiegen über das Jahr gesehen von Quartal zu Quartal an. 2013 gelang dann ein deutlicher Sprung nach oben. Schon nach den ersten drei Quartalen wurde mit 2,45 Mio. m2 der Vorjahresgesamtwert übertroffen. Die Steigerungsraten lagen im Vorjahresvergleich jeweils zwischen 58 und 70 %. Dass der MMFA in diesem Zeitraum vier neue Mitglieder gewonnen hat, spielt in der Statistik übrigens keine Rolle: Verglichen wurden jeweils die Absatzzahlen der gleichen zehn Hersteller.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Produkten der Klasse 2 (mit polymerer Deckschicht, ohne HDF-Träger). Auch hier lagen die verkauften Mengen nach den ersten drei Quartalen 2013 mit 5,68 Mio. m2 schon leicht über den 5,64 Mio. m2 des gesamten Vorjahres. Die prozentualen Steigerungen fallen mit 31 bis 47 % je Quartal zwar etwas geringer aus, sind aber dennoch exorbitant.

Für die Klasse 3 werden momentan noch keine Zahlen publiziert. Denn weniger als fünf Firmen melden ihre Absatzvolumina und so wären Rückschlüsse auf die einzelnen Unternehmen möglich. Aber das dürfte sich angesichts der rasch fortschreitenden Entwicklung in diesem Segment bald ändern, so dass dann ein komplettes Bild der Verbandsmitglieder entsteht.

Deren wichtigster Markt ist übrigens Deutschland. In den ersten drei Quartalen 2013 wurden 73 % der Beläge aus Klasse 1 und 53 % derjenigen aus Klasse 2 hier verkauft. Auf das Gesamtjahr 2013 sowie alle 14 Mitglieder hochgerechnet schätzt der MMFA die Absatzmenge aller Klassen auf 15 Mio. m2 ein.

Der Arbeitskreis "Technik" hat sich seit der Verbandsgründung 2012 an den Vorarbeiten zur DIN EN 16511 (Lose verlegte Platten - Mehrlagige, halbstarre Bodenbelagsplatten (MSF) mit abriebbeständiger Decklage) beteiligt, die jetzt zur geltenden Norm wird. Mit der neuen Arbeitsgruppe "Unterlagsmaterialien" wird ein weiterer Schwerpunkt gesetzt, der eine wichtige Rolle bei der Verlegung spielt. Mit der befasst sich der MMFA ebenso wie mit Reinigung und Pflege der Beläge. Hier entsteht die Verbindung zum Handwerk.

Dem will man das inzwischen erarbeitete Know how ebenfalls zugänglich machen. Vorstandsmitglied Volker Kettler kündigte an, 2014 werde der Verband mit Veranstaltungen starten, auf denen dem bodenverlegenden Handwerk und den Sachverständigen das Spezialwissen rund um die mehrschichtigen modularen Beläge vermittelt werden soll.

MMFA-Beläge in 3 Klassen


Grundsätzlich gilt: Die Beläge müssen modular aufgebaut sein und schwimmend verlegt werden.

Klasse 1 - Böden mit polymerer* Deckschicht auf HDF-Träger. Das sind zum Teil solche gemäß der DIN EN 14085 (Elastische Bodenbeläge - Spezifikation für Fußbodenpaneele für lose Verlegung). Aber auch Beläge mit dort nicht genormten Oberflächen, beispielsweise aus PET.
Klasse 2 - Produkte mit polymerer Deckschicht, aber ohne HDF-Träger. Mineralische Träger sind hingegen erlaubt.
Klasse 3 - Alle übrigen nicht genormten Mischaufbauten, etwa Druckdekore auf dünnen Korkoberschichten.

*Polymere Deckschichten: PVC, PP, PET, PUR, Acrylate etc. - ausgenommen bloße Lackoberflächen
aus BTH Heimtex 02/14 (Wirtschaft)