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IVC feiert seinen 10. Geburtstag

Top-Adresse für CV-Beläge

Wie viele haben Filiep Balcan heimlich belächelt, als er vor zehn Jahren mit seiner Neugründung IVC in den schon damals hoffnungslos übersetzten CV-Markt einstieg, mittlerweile ist ihnen der Spott vergangen: Nach drei Ausbaustufen zählen die Belgier heute mit 165 Mio. EUR Umsatz und 46 Mio. qm Absatz zu den Top-Adressen im CV-Bereich und gelten auch als sehr gesund. Mit der Übernahme des Werkes Wiltz von Tarkett haben sie sich Luft für weiteres Wachstum verschafft, das vor allem aus Zentraleuropa, Osteuropa und den USA kommen soll.

Als Filiep Balcan 2004 die Mehrheit seiner Balta-Gruppe an Finanzinvestor Doughty Hanson verkaufte, behielt er nur CV-Hersteller IVC für sich, den er 1997 selbst gegründet hatte. Die Herauslösung aus dem Konzern verlief relativ reibunglos, im Stammsitz Avelgem musste lediglich eine eigene Verwaltung und Buchhaltung aufgebaut werden, die weitere Expansion wurde von der Separation von der mächtigen Mutter keinesfalls beeinträchtigt - im Gegenteil: 2006 fuhr IVC neue Rekordzahlen ein. Der Umsatz erhöhte sich auf 165 Mio. EUR, der Absatz stieg von 40 auf 46 Mio. qm. "Und wir hätten mengenmäßig noch mehr wachsen können, wenn genügend Kapazitäten vorhanden gewesen wären", sagte Marketingleiter Filiep Vermeulen gegenüber der Redaktion BTH Heimtex.

Das wird künftig kein Problem mehr sein. IVC hat zum Jahresende komplett das CV-Werk von Tarkett im luxemburgischen Wiltz übernommen, in dem bereits seit einiger Zeit etliche Millionen Quadratmeter im Lohn produziert wurden. Mit dem ca. 250 km entfernten Zukauf stocken die Belgier ihre Kapazitäten um 25 auf 55 Mio. qm auf und gewinnen zugleich auch noch reichlich Lagerfläche hinzu.

Das ist der vierte Ausbauschritt innerhalb von zehn Jahren; schon 1999, 2001 und 2004 machten das rasche Wachstum des Unternehmens Erweiterungen der Produktion und des Lagers notwendig. Heute ist in Avelgem Platz für 50.000 Rollen, in Wiltz sind es 22.000 und für den "immer wichtiger werdenden Markt USA" werden in Dalton im Bundesstaat Georgia ein Logistikzentrum für 10.000 Rollen sowie an der Westküste nahe Los Angeles ein weiteres "kleineres Lager" unterhalten, ein drittes in Chicago sei angedacht, "ist aber noch nicht entschieden".

In den Staaten hat sich IVC seit ein paar Jahren etabliert und ist dort inzwischen mit 50 Mitarbeitern aktiv. "Der amerikanische Markt, ist hochinteressant, funktioniert sehr gut und nimmt für uns immer mehr an Bedeutung zu", konstatiert Vermeulen. "Er ist wohl komplex, aufwendig und teuer, bringt aber in dem Maße Erfolg, in dem man bereit ist, zu investieren." Und das sei IVC: "Ich glaube, es gibt kaum ein anderes belgisches Unternehmen in unserer Branche, das einen derartigen Erfolg vorweisen kann wie wir. Und daran arbeiten wir weiter." Als stärkste Anbieter auf dem amerikanischen CV-Markt nennt er Mannington, Armstrong, Tarkett und Congoleum. IVC selber spiele in einer Marktnische, die sich allerdings ausdehne, "nur mit hochwertigen Produkten wie Gripstone, Woodmark und Stonemark auf Schaumrücken und mit jeglichen Serviceleistungen", während in den USA ansonsten der Papierrücken üblich ist, der ca. 90% Marktanteil hat.

Könnte sich nicht angesichts dieses Potenzials eine Produktion vor Ort lohnen ? "Vielleicht ist das die Zukunft", überlegt Vermeulen. Und das es vermutlich nur eine Frage der Zeit sei... "Wenn die USA weiterhin so gut laufen, und wir ausreichend Menge verkaufen, wird es sich auf jeden Fall lohnen, dort ein Werk aufzubauen."

Noch stünde alternativ jedoch auch die Errichtung einer Fertigung in Osteuropa im Raum, konkret in Russland oder der Ukraine. "Der Markt ist da, ist immer noch interessant, und es wird zunehmend schwieriger, von Westeuropa Richtung Osteuropa zu exportieren." Zur Zeit werde deshalb in Avelgem eingehend geprüft, ob die lokalen Bedingungen, die Infrastruktur, die Rohstoffversorgung und die politische Situation eine Groß-Investition wie eine CV-Produktion rechtfertigen, für die immerhin zwischen 30 und 40 Mio. EUR bei einer Kapazität von 30 Mio. qm zu veranschlagen sind. "Wir werden das analysieren und wenn wir feststellen, dass in Osteuropa zu viele Hürden zu nehmen sind, könnte schnell eine Entscheidung für eine Investition in den USA fallen...."

Aktuell entfallen 53% des IVC-Umsatzes auf Westeuropa, wobei dieser Anteil leicht fällt, 25% auf Zentral- und Osteuropa mit positiver Tendenz, sowie jeweils 11% auf die USA und andere Exportmärkte. Deutschland war und ist für die Belgier ein Schlüsselmarkt. 5,8 Mio. qm haben sie hierzulande 2006 abgesetzt, bei einem geschätzten Marktvolumen von 27 bis 28 Mio. qm (nur CV-Beläge, ohne Kalanderprodukte), entspricht das einem Marktanteil von gut 20%. Nach Marktführer Tarkett mit 39% Anteil sehen sie sich damit als die Nr. 2, vor Domo und Beauflor, die zusammen auf 18% kommen dürften, Armstrong DLW mit 9% sowie Gerflor und Hochwert-Anbieter Forbo mit jeweils 7%.

IVC ist in den unterschiedlichen Vertriebsschienen fast gleich stark: Der Großhandel bringt 30% der Erlöse, Fachmärkte und Filialisten weitere 30% und die Großflächen sowie DIY 40%. Diese Verteilung ist auch relativ stabil.

Für den deutschen Markt und die angrenzenden deutschsprachigen Nachbarländer ist seit kurzem Verkaufsleiter Richard Riepe zuständig. Vorgänger Guy Hoste ist bei IVC ausgeschieden. Auch im Management hat es Veränderungen gegeben: Nachdem Geschäftsführer Jan Debrouwere das Unternehmen Richtung Tarkett verlassen hat, wurde Cedric de Quinnemar, der seit Mitte 2005 über die Finanzen in Avelgem wacht, zu seinem Nachfolger berufen. Weil ihm die Vertriebserfahrung fehlt, wurden der Ebene darunter mehr Verantwortung übertragen und drei Vertriebsdirektoren installiert, die die wichtigsten strategischen Regionen betreuen: Einer Zentral- und Osteuropa, der zweite Frankreich-Südeuropa-Südamerika-Afrika und der dritte Nordamerika-UK-Niederlande.

Ihre Aufgabe ist, weiteres Wachstum zu generieren, "intelligentes Wachstum", wie es Vermeulen formuliert. Soll heißen, nicht nur der Umsatz, sondern proportional dazu auch die Marge. Und das ist momentan angesichts der extremen Rohstoffverteuerungen gar nicht so einfach. "Die Rohstoffpreise sind auf einem historischen Hoch, das wir noch nicht erlebt haben", skizziert er die Situation, "und nicht nur das: es ist auch noch schwierig, sie in ausreichender Menge zu bekommen." Angesichts dieses Dilemmas, verbunden mit gleichzeitigem Kostenanstieg bei Transport und Energie, wirbt er für Preiserhöhungen innerhalb der gesamten Branche. Stattdessen würden manche Wettbewerber die Preise noch weiter herunterdrücken...."Das ist für alle nicht gesund."

IVC setze setze stattdessen vermehrt auf hochwertige Produkte. "Dabei ist uns wichtig, nicht nur für den Couponbereich, sondern auch für die Rolle bessere Qualitäten zu forcieren", unterstreicht Riepe. Zur Domotex bringen die Belgier unter anderem eine neue 3 mm-Ware mit 0,25mm Nutzschicht in "schönen neuen Dekoren" wie einem Backstein-Verbund, Feinsteinzeug, "nicht zu groß im Format, damit auch für kleine Räume geeignet", Kieselsteinen, die auch Wintergärten schmücken und einer ganzen Reihe Hölzer, zum Teil geprägt. "Wir haben mit Sicherheit eine der attraktivsten Holz-Kollektionen in Europa", ist Riepe überzeugt und verweist dabei etwa auf die Handscrape-Optiken durch mechanische und chemische Prägung oder neuartige Designs wie Palisander, Nussbaum oder grau-blau gefärbte Hölzer.

Die Neuheiten werden von einer Vielzahl an Verkaufshilfen begleitet, denn das ist ein dezidierter Wunsch und erklärtes Ziel im Hause IVC: "Mehr Präsenz am Point of Sale".


IVC Telegramm

IVC NV
Nijverheidslaan 29
B-8580 Avelgem
Telefon: +32 (0) 56 / 65 32 11
Telefax: +32 (0) 56 / 65 32 29
eMail: info@ivcgroup.com
Internet: www.ivcgroup.com

Gründungsjahr: 1997
Mitarbeiterzahl: 218
Mitarbeiterzahl Außendienst: 15
Markennamen: Globe, IVC, Olymp

Inhaber: Filip Balcaen
Geschäftsführer: Cedric De Quinnemar
Verkauf: Richard Riepe
Marketing: Filiep Vermeulen
Anwendungstechnik: Stefan Duyck

Produkte:
- Elastische Bodenbeläge
- Streichbeläge
aus BTH Heimtex 01/07 (Wirtschaft)