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Garant-Möbel

Profilierung gegen die Großfläche

Rheda-Wiedenbrück - Das diesjährige Partner-Forum der Garant-Möbel-Gruppe in Rheda-Wiedenbrück markiert das Ende des Jubiläumsjahres des Verbandes, der in diesem Jahr gemeinsam mit seinen Handelpartnern sein 50-jähriges Bestehen feiern konnte. Der Vorstand zog ein positives Fazit der vergangenen zwölf Monate und startete mit dem Fünf-Sterne-Programm ein Profilierungs-System für seine knapp 1.800 Lizenznehmer.

Wir sind auch international gut aufgestellt und gehen trotz pessimistischer Vorzeichen optimistisch in die Zukunft", erklärte Garant-Vorstandsvorsitzender Franz Hampel der Presse. Zuvor hatte er allerdings in der Eröffnungsrede vor den Geschäftspartnern eher Moll-Töne angestimmt hinsichtlich der allgemeinen Aussichten für das kommende Jahr. Er zeigte sich angesichts der unausweichlichen Mehrwertsteuer-Erhöhung und der aus seiner Sicht katastrophalen Gesundheitsreform äußerst skeptisch gegenüber den durchweg positiven Konjunkturprognosen der Wirtschaftsexperten.

Das zu Ende gehende Geschäftsjahr war jedoch für Garant ein gutes: "Wenn wir auch den Erfolg unserer Jubiläumsaktion nicht direkt messen können, so hat dieses Jahr mit allen seinen Aktivitäten rund um unser 50-jähriges Jubiläum derart viel bewegt, dass wir das laufende Jahr in der Gruppe mit einem leicht zweistelligen Umsatzplus abschließen werden", erklärte Hampel. Er bezog dieses Wachstum auf die Zentralregulierungssumme des Verbandes, nannte aber keine absoluten Zahlen. Auch der Blick auf die Entwicklung der einzelnen Module stimme zuversichtlich, insbesondere die Entwicklung der Spezialmodule im Küchen-, Bad- und Bettengeschäft, so Hampel.

Vorstandskollege Horst Paetzel konkretisierte diese Aussagen. Er bilanzierte insgesamt 1.786 Möbel-, Küchen-, Betten- und Bad-Geschäfte. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahr von im Saldo 41 neu gewonnenen Handelspartnern. Die Zahlen im Einzelnen: Garant für gutes Wohnen: 334 (plus 18); MER 94 (keine Vorjahreszahl genannt); Wohndesign und Patio 57 (keine Vorjahreszahl genannt); SB 32 (26); Pro-Öko 53; Morgana und Notturno 117 (plus 20); Küchen-Areal 301 (plus 10); Bad- und Haustechnik 766 (plus 80). Sorgenkind ist nach Aussage der Vorstände im Gegensatz zu den spezialisierten Modulen der Vollsortimentshandel, da in diesem Segment der Verdrängungswettbewerb unvermindert anhalte. "Wir müssen enorm viel tun, um den inhabergeführten mittelständischen Einrichtungsfachhandel in seiner Existenz zu sichern und zum Erfolg zu führen", so Paetzel.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zur Profilierung des Handels soll deshalb eine gemeinsam mit Pilothäusern entwickelte Stategie gehören, die den Garant-Möbel-Partnern in Rheda-Wiedenbrück erstmals präsentiert wurde: die Fünf-Sterne-Profilierung. Ziel des Konzeptes ist es, die Handelspartner zu qualifizieren und gegen den Wettbewerb zu stärken. Die fünf Sterne stehen für die Begriffe "einmalig, persönlich, kreativ, zuverlässig, garantiert", die aktiv gegenüber den Kunden kommuniziert werden sollen. Hinter jedem Stern steht ein Bündel an Maßnahmen, die vor Ort anhand einer Checkliste umzusetzen sind, um als Fünf-Sterne-Haus zertifiziert zu werden. Die Erst- und Folgezertifizierung nimmt die Garant-Möbel-Akademie vor. Die Aktion lehnt sich an ähnlichen Qualitätssymbolen an, die schon in der Wirtschaft verwendet werden, wie zum Beispiel den Fünf-Sterne-Hotels, dem Fünf-Sterne-Premium-Paket von Chrysler und den Bäckereifachgeschäften, die sich ebenfalls mit diesem Signet schmücken.

Teilnehmen können an dieser Aktion alle Lizenzpartner, sie ist modulübergreifend. Svenja Hennig-Schäfer, eine der drei Einzelhändlerinnen, die an der Entwicklung des Projekts mitgewirkt hat: "Wenn wir jetzt nicht reagieren, werden wir zukünftig noch weniger Mittelständler haben und eine Ausweitung der Großfläche erleben, die es dem verbleibenden Mittelstand immer schwerer macht."

Im Mittelpunkt des Partnerforums standen natürlich die Aktionen der Module für das kommende Jahr und die ausstellenden Lieferanten in den fünf Hallen des A2-Forums. Im Folgenden einige Schlaglichter der Verbandsmesse:
Morgana und Notturno

Hans-Jörg Koch, Modulmanager für die beiden Schlafkonzepte, zeigte seinen Partnern unter anderem ein neuartiges Messsystem für Matratzen. Die dünne Folie ist mit zahlreichen Sensoren bestückt, die beim Probeliegen den Anpressdruck messen und dem Kunden farbig anschaulich in einem Schaubild demonstrieren. Das System ist allerdings nicht billig. Koch hofft jedoch, bei der Abnahme in entsprechender Stückzahl, den Preis auf rund 8.000 Euro reduzieren zu können. Der Messestand wurde zur Anschauung von der Inneneinrichterin Helga Jordan entwickelt und eingerichtet. Ihre Dienste konnten während der Messe auch von den Lizenzpartnern für das eigene Geschäft gebucht werden für einen Tagespreis von 280 Euro für etwa fünf Kojen beziehungsweise einen ganzen Tag.

Rummel Matratzen
Geschäftsleiter Klaus Neudecker zeigte in Rheda-Wiedenbrück erstmals in Ergänzung zur ECS-Matratze (Ergnomic Composit-Spring) mit Sensoflex Loft eine entsprechende Unterfederung. Sie besteht zum Teil ebenfalls aus ECS-Federwellen, die so ähnlich auch in die Sensoflex-Loft-Matratze eingearbeitet sind. Bei der Unterfederung sind sie in ein Spezialgewebe eingearbeitet und in Form von Polsterleisten in den Rahmen eingepasst. Dank der punktelastischen Funktion der eingearbeiteten Federwellen reguliert sich der Rahmen selbsttätig. Die Leisten gibt es in verschiedenen Stärken und können so den Bedürfnissen des Schläfers angepasst werden.

Hukla
Gustav Schwab von Hukla kam mit dem neuen Matratzen-Programm Reflex zu Garant. Es handelt sich um einen viscoelastischen Kaltschaum, der jedoch im Gegensatz zu herkömmlichen Materialien dieses Typs eine größere Sprungfähigkeit besitzt. In der Ausführung Anatom hat Hukla eine Mann/Frau-Matratze entwickelt, die den anatomischen Besonderheiten beider Geschlechter Rechnung trägt. So ist zum Beispiel die Schulterzone der M-Matratze für den Mann durch zusätzliche Querkanäle deutlich weicher ausgeprägt als die feminine F-Variante. Dafür ist im F-Modell die Hüftzone etwas breiter dimensioniert als bei der M-Variante.

Blutimes
Johann Meixner, Vertriebsvorstand des Unternehmens, gab auf der Messe einen Einblick in das Wasserbetten-Programm. Unter anderem zeigte er als Neuheit bei der Calore-Wasserbettenheizung die Funkfernbedienung Mobil Control. Das Gerät mit Zeitschaltuhr und Weckfunktion gibt unter anderem auch die Raumtemperatur an, achtet auf die Service-Intervalle und steuert bei Duo-Wasserbetten sogar getrennt die Temperaturen. Das Calore-Heizsystem weist nach Firmenangaben durch eine spezielle Konstruktion besonders niedrige magnetische Wechselfelder auf.

Metzeler
Christian Sander, Key Account Manager von Metzeler, konnte den Garant-Partnern eine echte Neuentwicklung des Hauses vorstellen, das Rubex-Tubes-System. Wie der Begriff Tubes schon sagt, handelt es sich dabei um Röhren aus einem Spezialschaum, die vertikal in den Matratzenkern eingearbeitet sind. Auf diese Weise kann Feuchtigkeit die Matratze auf dem kürzesten Weg verlassen und muss nicht allein seitlich entweichen. Sander: "Die Matratzen atmen!" Die Tubes ersetzen die Metallfedern einer herkömmlichen Federkernmatratze, haben aber die gleiche Funktion. Die neuen Matratzen verbinden damit den Vorteil der hohen Punktelastizität, sind aber frei von Metall. Derzeit gibt es Ausführungen mit 56, 84 und 126 Tubes. Das Top-Produkt der Reihe feiert dann auf der Kölner Messe seine Premiere.

Otten Matratzen
Vertriebsleiter Bernd Vollmer zeigte bei Garant unter anderem das Boxspring-Programm Ambiente. Die Neuigkeiten behält man sich für die Möbelmesse in Köln vor. Dort wird sich das Unternehmen mit einem fast 500 qm großen Stand präsentieren. Der Grund für die Verdoppelung der Standgröße gegenüber 2006: "Wir werden in Köln ein extrem ausgebautes Ambiente-Programm zeigen", kündigte Vollmer an. Das Unternehmen hat das Geschäftsjahr 2005/2006 mit einem prozentual zweistelligen Umsatzwachstum abgeschlossen. Wenige Tage vor der Garant-Messe konnte Firmenchef Heinz-Reinhard Melcher einen Auftrag mit MAN abschließen zur Ausstattung von Schlafkojen in Lastkraftwagen. Der Auftrag läuft nach seinen Angaben bis 2010 und hat ein Umsatzvolumen von rund 12 Mill. Euro.

Schlaraffia
Verkaufsleiter Jochen Engelhardt zeigte vier speziell für Garant-Kunden entwickelte Matratzen, je zwei mit Taschenfederkern-Technologie und mit Bültex. Der Bezugsstoff ist in Garant-Optik gehalten. Außerdem war erstmal die neue Verkaufskabine Sensipur-Relaxer zu sehen, in der die Kunden im Verkauf, analog zu den Systemen anderer Anbieter, mit einem kurzen Film auf die Schlaraffia-Produkte eingestimmt werden.

Bast
Das Unternehmen hat eine Rahmen-Serie speziell für den Fachhandel entwickelt, die Comfort-Collection. Die Elektrorahmen dieser Kollektion haben ihren Antrieb im Strang, einschließlich Mechanik und Motorik. Trotzdem sei die Bauhöhe so gering, dass der Rahmen in jedes Bettsystem passe, versichert Verkaufsleiter Burkhard Pieper. Der Motorrahmen hat selbstverständlich Netzfreischaltung und Notschaltung.

HIT
Speziell für das hochwertige Schlafsystem Morganaflex der Garant-Partner hat das Lübecker Unternehmen Homefashion International Textiles (HIT) eine hochwertige Bettwarenkollektion mit Zudecken und Kissen entwickelt. Die Füllung besteht laut Key Account Manager Gert Kuchenmüller aus 100 Prozent sibirischer Daune. Auch die Aufmachung der Ware ist dem hochwertigen Anspruch der Ware angepasst worden.

Reckerwerkstattmöbel
RWM zeigte den Garant-Kunden eine spezielle Wasserbett-Kollektion für den Verband, die exklusiv dafür konstruiert wurde, so Vertriebsleiter Karsten Heßling. Die Betten sind in zwei Ausführungen erhältlich, in einer Splitvariante und in der Basicvariante. Die Auflage ist selbstverständlich an das Garant-CI angepasst.
aus Haustex 12/06 (Wirtschaft)