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Verlegewerkstoffhersteller Mapei verfolgt ehrgeizige Ziele

Umsatz bis 2010 verdoppeln

Der italienische Verlegewerkstoffhersteller Mapei setzt weltweit auf Expansion. Im Jahr 2004 sind fünf neue Standorte in den USA, Großbritannien, Spanien, Russland und China hinzugekommen. In Deutschland hat Mapei seine Position durch die Einbindung des Handwerks gestärkt. Wie ehrgeizig die Pläne in Mailand sind, beschreibt das Projekt "Mapei Vision 2010": Der Gesamtumsatz der Gruppe soll bis 2010 auf über 2 Mrd. EUR verdoppelt werden.

Die Geschäftsphilosophie von Mapei gründet auf drei Säulen: Spezialisierung, Internationalisierung sowie Forschung und Entwicklung", erklärt Dr. Giorgio Squinzi, Geschäftsführer der Mapei-Gruppe, die zu 100 % im Besitz seiner Familie ist. Die Aktivitäten des Unternehmens konzentrieren sich auf wenige Geschäftsfelder, in denen man sich international einen Namen gemacht hat: Verlegewerkstoffe für textile und elastische Bodenbeläge, Parkett, Keramik und Naturstein, Mörtel und Betonzusätze, Baustoffe inklusive Betonsanierung und Bautenschutz sowie Rohstoffe für die Zementindustrie.

Produziert wird derzeit in 43 Werken in 23 Ländern. Etwa 4.000 Mitarbeiter erwirtschaften einen Konzernumsatz von rund 1,1 Mrd. EUR.

Auf dem deutschen Markt etabliert

"Die Idee, in den deutschen Markt einzusteigen, war eigentlich schon immer da", räumt Dr. Squinzi ein. "Schon 1974 waren wir erstmals auf einer Messe für Keramik- und Naturstein-Beläge in Deutschland vertreten." In den 80er Jahren konzentrierte sich das Engagement der Gruppe zunächst allerdings auf Nordamerika. "Ab 1995 ging es dann in Deutschland richtig los", ergänzt Hans-Dieter Albreit, Geschäftsführer von Mapei Deutschland. "Inzwischen können wir sagen, dass wir uns in einem eigentlich besetzten Markt etabliert haben." In der deutschen Zentrale in Erlenbach entstand ein professionelles Verwaltungs- und Vertriebszentrum. Hinzu kamen ein modernes Schulungszentrum, das anwendungstechnische Büro in Bottrop und bereits 1998 das Werk in Weferlingen, Sachsen-Anhalt.

Den Schlüssel zum deutschen Markt sieht Albreit in dem selektiven Vertrieb an eine begrenzte Zahl ausgewählter Großhändler und Großobjekteure und vor allem in einem professionellen Serviceangebot: "Wichtigstes Element unseres Marketings ist die anwendungstechnische Unterstützung." Mehr als die Hälfte von 140 Mitarbeitern in Deutschland sind im Markt als Gebietsleiter bzw. Anwendungstechniker tätig. Ergänzt wird die anwendungstechnische Beratung durch ein praxisorientiertes Schulungsprogramm. "Im vergangenen Jahr haben über 5.000 Boden- und Fliesenleger die Seminare besucht", berichtet Albreit. Hinzu kommen Praxisvorführungen bei Großhändlern oder Hausmessen.

Vorreiter bei emissionsarmen Verlegewerkstoffen, aber kein Mitglied der GEV

Als einer der wichtigsten Anbieter auf dem nordamerikanischen Markt hat die Gruppe schon frühzeitig mit der Entwicklung emissionsarmer Verlegewerkstoffe begonnen. "Mapei hatte bereits sehr emissionsarme Klebstoffe, bevor man sich in Deutschland überhaupt näher mit dem Thema befasst hat", hob Albreit hervor. "In Amerika verfügen unsere Labors schon seit 1991 über entsprechende VOC-Prüfkammern." Dies ist auch der Grund, warum das Unternehmen in Deutschland in relativ kurzer Zeit ein komplettes System sehr emissionsarmer Verlegewerkstoffe auf den Markt bringen konnte.

Mapei ist allerdings kein Mitglied der Gemeinschaft emissionskontrollierter Verlegewerkstoffe (GEV). Stattdessen lässt das Unternehmen die niedrigen Emissionswerte seiner Produkte vom Deutschen Teppich-Forschungsinstitut (TFI) in Aachen zertifizieren. Mit dem TFI wurde dazu ein Fremdüberwachungs-Vertrag abgeschlossen. Das TFI zieht im Rahmen der Fremdüberwachung Proben der Produkte beim Handel und prüft sie auf Einhaltung der Grenzwerte. Mit der Kontrolle durch ein neutrales Prüfinstitut will das Unternehmen seinen Qualitätsanspruch auch nach außen dokumentieren.

12 % der Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung

Der deutliche Schwerpunkt im Bereich Technik ist typisch für Mapei. Neben der Produktion zeichnet sich Mapei vor allem durch Kompetenz in den Bereichen Forschung und Entwicklung aus. In diese Bereiche fließen jährlich 50 Mio. EUR; 12 % der Mitarbeiter sind hier tätig. Neben dem Zentrallabor in Mailand betreibt Mapei Forschungseinrichtungen in Kanada, USA, Deutschland, Frankreich und Norwegen. Zusätzlich gibt es weltweit in jedem Werk ein Labor für die Qualitätskontrolle.

Ziel: In allen Märkten einer der ersten Drei

Die Zielsetzung der Gruppe lautet in Deutschland wie auch weltweit: "Wir wollen in unserem Segment weltweit in jedem Land, in dem wir präsent sind, zu den ersten drei Anbietern gehören", bringt Dr. Squinzi die Marschrichtung auf den Punkt. "In Deutschland dürfte unser Marktanteil bereits zweistellig sein, und die jährlichen Steigerungsraten sind trotz rückläufigem Markt ebenfalls zweistellig", bilanziert Albreit, "bis 2010 ist eine führende Position nicht zu verhindern."

Parallel zum Ausbau der bestehenden Geschäftsaktivitäten steht eine generelle Erweiterung der internationalen Marktpräsenz auf dem Plan. Heute sind es bereits 40 Gesellschaften in 31 Ländern und 43 Fabriken in 23 Ländern. Aber Dr. Squinzi sieht weitere Expansionsmöglichkeiten z.B. in China. "Dort werden wir in den nächsten zwei Jahren drei Werke bauen: Im Süden, in der Shanghai-Region und in der Nähe von Peking.

Mapei - in Kürze

Mapei S.p.A.
I-20158 Mailand, Italien
Tel.: 0039/2/37673-1

Charakteristik: Hersteller bauchemischer Produkte
Geschäftsführer: Dr. Giorgio Squinzi
Gegründet: 1937
Kundenstruktur: Baustoff-Fachhandel, Bodenbelagsgroßhandel, Objekteure
Standorte in Deutschland: Zentrale Erlenbach, Anwendungstechnisches Büro Bottrop, Werk Weferlingen, Regionallager und Vertriebsbüro Berlin

Produktgruppen im Bereich Parkett und Fußbodentechnik:
- Klebstoffe für Parkett und Laminat, textile und elastische Bodenbeläge, Linoleum-, Kautschuk- und Gummibeläge,
- Spachtel-, Ausgleichs- und Reparaturmassen
- Schnellestrichsysteme
- Haftende Zwischenschichten und Dämmbeläge
- Vorstriche, Grundierungen, Haftbrücken und Vergütungsmittel
- Zubehör

Zertifizierungen:
- EN ISO 9001
- EN ISO 14001

Umsatz (2004): 1,1 Mrd. EUR
Geplanter Umsatz (2005): 1,2 Mrd. EUR
Werke weltweit: 43
Sortiment: 800 verschiedene bauchemische Produkte
Mitarbeiter: ca. 4.000
- davon in Forschung und Entwicklung: ca. 450
Forschungs- und Entwicklungszentren: 7
Tagesproduktion: fast 15.000 t
aus Parkett Magazin 02/05 (Wirtschaft)