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Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie initiiert Gespräche mit EU-Politikern

"Unser Anliegen in der EU-Politik öffentlich machen"

ESCHBORN - Der Produktionsstandort Deutschland hat der heimischen Textilindustrie in den zurückliegenden Jahren durch zunehmend restriktive Beschlüsse der politischen Stellen wenig Freude bereitet. Nun werden nicht nur auf kommunaler Ebene Entscheidungen getroffen, die kleine bis mittelständische Unternehmen bisweilen ernsthaft in der Existenz bedrohen. Auch auf europäischem Parkett, im Europaparlament in Straßburg, wird über Richtlinien debattiert, deren Verabschiedung als Gesetz und Durchsetzung durchaus zu Firmenschließungen und damit zu Arbeitsplatzverlusten führen könnten.

Vor diesem Hintergrund wurde jüngst der Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie unter Federführung von Geschäftsführer Hans Joachim Schilgen aktiv und suchte das direkte Gespräch mit politischen Entscheidungsträgern aus Brüssel.

Konstruktive Vorschläge

Rund um das Thema europäische Umweltpolitik ging es etwa bei dem Treffen mit Karl-Heinz Florenz, Mitglied des Europäischen Parlaments und Obmann im umweltpolitischen Ausschuss des Parlaments, im Rahmen eines Besuchs bei der Paradies GmbH in Neukirchen-Vluyn, dem Wahlkreis von Florenz. Gemeinsam mit Florenz diskutierten die geschäftsführenden Gesellschafter Klaus und Rolf Kremers (Klaus Kremers zugleich als Vorsitzender des Heimtextilien-Verbandes), Verbandsgeschäftsführer Hans Joachim Schilgen, Gerhard Sperling vom Referat Umwelt und Technik im Verband, Dr. Sebastian Meyer-Stork, Textilveredelungsunternehmer und Vorsitzender des TVI-Verbandes, Dr. Ernst Schröder, Direktor des Aachener Teppich-Forschungsinstitus (TFI) und Jens-Christian Winkler, Abteilungsleiter Forschung und Entwicklung im TFI über die möglichen Konsequenzen, wenn die EU die geplanten Richtlinien für die Auflistung und Gefährdungsbewertung von chemischen Stoffen (REACh) durchsetzt.

Florenz zeigte sich zufrieden über den offenen Meinungsaustausch mit den Vertretern der Heimtextilienindustrie, die mit ihren Sorgen und Anregungen bei dem Europa-Parlamentarier auf offene Ohren stießen. Gerade der konstruktive Dialog sei wichtig, um die Anliegen der Industrie von allen Seiten beleuchten zu können und die Interessen entsprechend zu vertreten. In diesem Zusammenhang lobte Florenz die Vorreiterrolle des Verbandes der Deutschen Heimtextilien-Industrie, was das Engagement für die Mitgliedsunternehmen anbetrifft. Denn Florenz weiß aus eigener Erfahrung zu berichten, dass gerade Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bedeutend seltener gegen EU-Beschlüsse klage. Nach dem überaus positiven Erstgespräch sind für das laufende Jahr weitere Zusammentreffen geplant, um für die Anliegen der deutschen Heimtextilien-Industrie beim Europaparlament Gehör zu verschaffen.

Vergabe von Forschungsgeldern

Ein weiteres Treffen auf politischer Ebene fand Ende 2003 im Hause Longlife in Nettetal statt. Thema des Treffens mit dem Europa-Parlamentarier Thomas Mann und Bundestags-Abgeordneten Uwe Schummer war die Frage, inwieweit die Heimtextilienindustrie - und hier insbesondere die Teppichbodenindustrie - bei der Vergabe von Forschungsgeldern berücksichtigt wird. Thomas Mann kümmert sich in seinem Bereich vor allem um die Förderung von kleinen und mittleren Betrieben und war somit der richtige Ansprechpartner für die Gastgeber und Longlife-Geschäftsführer Hans-Jürgen und Harald Cleven sowie für Hans Joachim Schilgen, Dr. Walter Begemann, Dr. Ernst Schröder, Jens-Christian Winkler und Gerhard Sperling als offizielle Vertreter der Heimtextilienindustrie bzw. der textilen Forschung.

Auch nach diesem Meinungsaustausch zogen alle Beteiligten ein überaus positives Resümee. Ein weiterer Beweis dafür, dass mit konstruktiver Kritik bei weitem mehr bewegt werden kann als durch Stillschweigen. Hier sind für die nahe Zukunft ebenfalls Folgegespräche geplant.
aus Haustex 03/04 (Wirtschaft)