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Knauf

Gelungene Eröffnung des Fließestrichwerkes in Niederaußem


Bei Knauf wurde ein neues Zeitalter der Fließestrichproduktion eingeläutet: Mit einem stimmungsvollen Fest wurde der neue Standort im Knauf Werk Niederaußem feierlich eröffnet. Knauf produziert dort Werktrockenmörtel aus hochwertigen Bindemitteln auf Calciumsulfat-Basis, mineralische Zuschlagstoffe und Fließmittel.

Wenn man das Werksgelände in Niederaußem betritt, bekommt das Wort "imposant" eine völlig neue Bedeutung. Neben einem riesigen Kraftwerk steht ein modernes Werk für Trockenmörtel und die Knauf Produktionsstätte für Alpha-Halbhydrat, das als Bindemittel für den Fließestrich dient. Hintergrund zum Alpha-Halbhydrat: Dieses Material ist ein mögliches Bindemittel, das bei Fließ-estrichen eingesetzt wird. Mit synthetischem, thermischen und Natur-Anhydrit gibt es weitere Alternativen.

Die Alpha-Halbhydratproduktion funktioniert so: Der im Kraftwerk als Abfallprodukt entstehende Rohgips mit einer Restfeuchte von 8 bis 12 % wird im so genannten Autoklavierungsverfahren zum Alpha-Halbhydrat verarbeitet. Bei diesem Verfahren wird das Material nach 8 Stunden unter hohem Druck und Temperatur kristalliert. Die gestapelten Formsteine werden in Zügen dem Autoklaven zugeführt und chargenweise bei Temperaturen zwischen 110 C und 180 C unter Sattdampfbedingung bis zur vollständigen Umkristallisation in Calciumsulfat-Alpha-Halbhydrat umgewandelt.

Große Lagerkapazität für Alpha-Halbhydrat

Bevor das Alpha-Halbhydrat eingelagert wird, wird es in Kammertrocknern schonend nachgetrocknet bis es eine Restfeuchte von < 0,1% erreicht. Anschließend wird das Material gemahlen und eingelagert. Die Lagerkapazität in Niederaußem beträgt 2.300 t Alpha-Halbhydrat. Von dem ursprünglichen Rohstoff können sogar 15.000 Tonnen gelagert werden.

Knauf beschäftigt am Standort in Niederaußem 46 Mitarbeiter, 22 davon sind in der Alpha-Halbhydrat- und Fließestrich-Produktion beschäftigt. Weitere 10 widmen sich der Qualitätssicherung und 14 Beschäftigte sind für den Verkaufsinnendienst und die Technik verantwortlich. Die Produktionskapazität des Werkes in Niederaußem liegt bei 180.000 Tonnen Alpha-Halbhydrat jährlich. Als Bindemittel wird es zu rund 100.000 Tonnen Fließestrich verarbeitet.

BEB überbrachte Grußworte

Eine Delegation der Bundesverbandes Estrich und Belag (BEB) informierte sich vor Ort über das neue Knauf-Werk. Der stellvertretende BEB-Vorsitzende Jürgen Wille betonte in seinem Gruß: "Es ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht selbstverständlich, ein neues Werk zu eröffnen." Adalbert Krusius, Obmann des BEB-Arbeitskreises Calciumsulfatestrich (CAF), betonte, dass "Knauf einen maßgeblichen Anteil an dem CAF-Hinweisblatt des BEB habe." Krusius weiter: "Ich hoffe, dass dieser Tag als guter Tag in die Firmengeschichte eingehen wird."

Fließestrich-Produkte von Knauf

Dr. Heinz Ruf, Leiter von Knauf Bodensyteme, fasste die Vorteile eines Calciumsulfat-Fließestrich zusammen: "Maschinelle Verarbeitung, selbstverdichtetende Mörtelkonsistenz, wenig Schwinden und der CAF ist auf allen Konstruktionen möglich." Mit den Knauf Fließestrichen können komplexe Forderungen an den Fußboden erfüllt werden, wobei durch den Konstruktionsaufbau des Estrichs als Verbundestrich, Estrich auf Trennschicht (u.a. Hohlraumboden), Estrich auf Dämmschicht und Heizestrich, die Eigenschaften gezielt gesteuert werden können. Das Knauf-Sortiment umfasst vier Fließestriche:

- FE 80 Allegro
Festigkeitsklasse nach DIN EN 13813 C30 F6 (bisher nach DIN Ausgabe 1992 AE 30). Ein Werktrockenmörtel aus hochwertigem Bindemittel auf Calciumsulfat-Basis, mineralischen Zuschlagstoffen und Fließmitteln. Er weist hohe Druck- und Biegezugfestigkeiten auf und ist deshalb besonders für den Objektbau geeignet.

- FE 50 Largo
Festigkeitsklasse nach DIN EN 13813 C25 F5 (bisher nach DIN 18560 Ausgabe 1992 AE 20); Ebenfalls ein Werktrockenmörtel für die großflächige, fugenlose Verlegung. Ideale Einsatzbereiche: Wohnungs- und Bürobau vom Keller bis zum Dach.

- FE 25 A Tempo
Festikgeitsklasse nach DIN EN 13813 C30 F6 (bisher nach DIN 18560 Ausgabe 1992 AE 20). Ein Werktrockenmörtel aus hochwertigem Bindemittel auf Calciumsulfat-Basis, mineralischen Zuschlagstoffen und Fließmitteln - bevorzugt eingesetzt bei Terminarbeiten: Schnell zu trocknen, früh belegreif und beim Einsatz als Heizestrich kann sofort nach dem Vergießen trockengeheizt werden.

- FE Fortissimo
Festigkeitsklasse nach DIN EN 13813 C35 F7 (bisher nach DIN 18560 Ausgabe 1992 AE 40) Ein Werktrockenmörtel aus hochwertigem Bindemittel auf Calciumsulfat-Basis, mineralischen Zuschlagstoffen und Fließmitteln, der hohe Druck- und Biegezugfestigkeiten aufweist. Er eignet sich für hohe mechanische Belastung.
aus FussbodenTechnik 01/05 (Wirtschaft)