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Project Floors

Unter dem Dach der Conpart den eigenen Namen stärken

Großhändler Bock schreibt Service groß

Wer ist Conpart?, werden einige fragen. Was hat das mit Bock zu tun? Ist bei dem renommierten Aachener Großhandelshaus nicht vor zwei Jahren die Maler-Einkauf West eingestiegen? Stimmt, aber die MEG stellt sich mit ihren eigenen Niederlassungen neben die "klassischen" Großhandels-Töchter Arndt, Bock und Traudt und propagiert die gemeinsame, in diesem Jahr etablierte Dachmarke Conpart. Dass Bock das Flaggschiff der Gruppe im Westen ist, konnte BTH Heimtex bei einem Besuch in Aachen selbst in Augenschein nehmen.

Das Domizil von Großhändler Bock in Aachen ist eine Augenweide - innen wie außen. Funktionale und ästhetische Gesichtspunkte hatten beim Umbau des Hauses vor fast 15 Jahren eine wichtige Rolle gespielt. Sie wurden so gut umgesetzt, dass das Großhandelshaus bis heute davon profitiert. Der Bau wirkt unverändert zeitgemäß und modern: Lichtdurchflutet präsentiert sich das Glashaus-Entree mit Platz für Tapeten- und Teppichdekorationen, dafür wurde seinerzeit der Mittelteil des Hauses regelrecht herausgeschnitten. Großzügig und offen die Lagerflächen für das Sortiment, die Arbeitsbereiche wie Lackmischanlagen, Couponschneidemaschinen und der Versand. Nach wie vor stellen Maler und Lackierer die größte Kundengruppe, die von morgens 6.30 Uhr bis abends 17 Uhr offene Türen findet und von einem ausgeklügelten Liefersystem profitieen kann. "Wir sind sehr stark im Service, fahren jeden Maler jeden Tag an", erklärt Geschäftsführer Michael Jacobs, " Wenn unser Kunde morgens um 8.30 Uhr anruft, wird die Ware noch am selben Tag ausgeliefert. Und wir machen Vortouren mit speziellen Lastwagen, bei denen wir Baustellen nur für einen Kunden beliefern. Wenn einer eine Wärmedämmbaustelle hat, wird der Lkw schon morgens um 7 Uhr hingeschickt, bevor er auf normale Tour geht. Die Kunden in der Stadt werden jeden Tag zweimal angefahren, mit kleineren Autos - wenn's sein muß, auch mit dem Taxi." Acht Lkw's fahren täglich bestellte Waren aus. "Unser Einzugsgebiet reicht ca. 60 km um Aachen, Verseburg, Gladbach, auch nach Holland und Belgien."

"Ich möchte dem Argument widersprechen", sagt Jacobs zum Thema Logistik, "dass der Maler einen kurzen Weg zur Niederlassung haben muss. Wir sehen das andersherum: Wir müssen die Baustelle und Werkstatt des Malers erreichen. Es ist doch für ihn viel preisgünstiger, sich die Ware anliefern zu lassen, als wenn er irgendwohin fahren muss."

Im Sortiment stehen Eigen- und Industriekollektionen nebeneinander. "Bei guten Qualitäten haben wir die Chance, Eigenmarken durchzusetzen", erklärt Jacobs. "Aber man braucht auch Industriemarken. Der Handwerker verlangt danach. Jeder Maler hat zum Beispiel seine eigene Wandfarbe, also führen wir 30, 40 Artikel." Das breite Angebot berge auch den Vorteil, keine Abhängigkeiten gegenüber der Industrie aufkommen zu lassen. Hauptlieferanten bei Farben sind Caparol (Fassade und Lasuren), Sigma (Fassadenfarben), CD Color (Lack), Jonas (Dispersion).

Bei den Bodenbelägen hat sich eine Synergie mit den Schwesterunternehmen der MEG ergeben: Bei Bock, wo es die größte Lagerfläche für Böden gibt, werden Bodenbeläge zentral gelagert und zugeschnitten. Die Belieferung erfolgt nachts von den Filialen. Spätnachmittags werden in einem bestimmten Zeitfenster alle Häuser angefahren, die Spedition verteilt es neu auf die Unternehmen, morgens werden sternförmig alle Häuser wieder abgefahren. Für den Kunden bedeutet das, dass er nachmittags 15 Uhr in irgendeiner Filiale etwas bestellen kann, das am nächsten Morgen mit der normalen Tour da ist. Bei Teppichböden werden 22 Qualitäten in 285 Farben von 5 Lieferanten geführt. Nadelvlies kommt von Findeisen, eine Sisalkarte von Astra. Die CV-Kollektion umfasst 2.200 Artikel, "das geht sehr gut", Parkett und Laminat soll ausgebaut werden.

Tapeten bewegen sich eher im höheren Preisbereich. "Zu 8 EUR haben wir vielleicht gerade fünf Artikel, nach oben haben wir keine Hemmungen", erklärt Norbert Bergerhausen, bei Bock für Tapeten und Bodenbeläge zuständig. Hauptlieferanten sind Rasch, Marburg, Erismann, A.S. Creation, es gibt auch Fototapeten, wenige Verlegerkollektionen aus dem Ausland und ergänzend die Profile von Nmc und Orac.

Neben Malen und Lackieren bedienen die Aachener traditionell auch die Schreiner. Von den in vielen Jahren gewachsenen guten Beziehungen sollen künftig auch die Schwestergesellschaften und die Mutter profitieren. Wobei es nicht darum geht, die Schreiner mit Parkett zu bedienen, sondern vielmehr mit Oberflächenbehandlungen wie Lack und Beize für das Holz, das sie be- und verarbeiten. "Das ist der Markt, mit dem wir uns beschäftigen", erklärt Jacobs und fügt hinzu, dass die Schreinerklientel eine "ganz eigene Klientel" sei, nicht mit dem Maler vergleichbar, und deswegen auch gesondert angesprochen werden müsse.

Die Arbeit mit Holz erfordere einen anderen Umgang mit Farben. Auf den verschiedenen Holzarten entwickeln die Lacke jeweils andere Eigenschaften. Es werden spezielle Effekte gewünscht, es sollen hochwertige Oberflächen geschaffen werden. "Der Schreiner ist eigentlich der bessere Lackierer", meint Harald Wasser, bei Bock für diesen Bereich verantwortlich.

Erste Gehversuche in Richtung Schreiner hat man bei Mutter Maler-Einkauf West schon hinter sich: ein erfahrener Mitarbeiter von Bock hat in Köln eine Schreinerabteilung aufgebaut, die schon im ersten Jahr erfolgreich war.

"Was dem Schreiner fehlt, ist einer, der ihm Service bietet", sagt Michael Jacobs. "Der Holzhandel, der verkauft noch Lasuren für Gartenzäune, aber Lacke, das machen die nicht. Der Beschlaggroßhandel belegt auch das Segment, aber dann ohne Serviceleistungen. Aber genau das wird verlangt." Diese Stärke von Bock will die Gruppe weiter ausbauen, um das Know-how im Schreinerbereich über die ganzen Niederlassungen zu distributieren. Weitere Außendienstler werden dazu kommen, vier zusätzlich in Köln und in einem nächsten Schritt dann Düsseldorf und Bonn.

Das Handwerk soll weiter gepflegt werden in Aachen, das lässt sich nicht übersehen. Die Kunden und Partner vermissen etwas anderes: Der passionierte Kunstliebhaber Michael Jacobs schränkt sich ein und veranstaltet nicht mehr die grandiosen Ausstellungen wie in der Vergangenheit.


Gerhard Bock - das Unternehmen

Gerhard Bock GmbH & Co. KG
Feldchen 9
52070 Aachen
Tel. 0241-918 00.0
Fax: 0241-918 00 99

Seit 2002 100-% Tochter der Maler-Einkauf West eG

Geschäftsführer: Michael Jacobs, Michael Husch
Umsatz: 15 Mio. EUR
Kunden: ca. 2.500
Sortiment: Farben und Lacke, Bodenbeläge, Tapeten und Zubehör wie Spachtelmassen, Klebstoffe, Wärmedämmungsprodukte, Werkzeugmaschinen
Mitarbeiter: 70
aus BTH Heimtex 01/05 (Wirtschaft)