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Ardex GmbH

Ardex: Lösemittelfreier Kunstharzkleber für Mehrschichtparkett schafft den Fadenzug


Das letzte Vorurteil gegen wasserbasierte Parkettkleber ist gefallen: Jetzt gibt es einen Klebstoff, der ohne Lösemittel den Fadenzug schafft. Mit seinem Premium P 2400 hat Ardex im Juni einen Kunstharzkleber vorgestellt, der die Kunstharzkomponente mit Wasser verarbeitbar macht und trotzdem die Hohlstellenüberbrückung erreicht. Ein deutlich sichtbarer Fadenzug verhindert Klack-Geräusche dort, wo ein Parkettstab durch unvollständiges Anliegen am Untergrund Hohlstellen bekommt. Einzige Einschränkung: Der P 2400 ist vornehmlich für den Einsatz bei Fertigparkett vorgesehen.

Die mehrjährige Entwicklung des P 2400, der im Oktober auf dem Markt eingeführt werden soll, ist eine kleine Revolution. Das Produkt soll nahezu alle Vorteile des Lösemittelklebers vereinen, bleibt aber ein sehr emissionsarmer EC-1-Kleber. Kunstharz-Klebstoff wird der P 2400 deshalb genannt, weil sein Aufbau dem eines Lösemittelklebers ähnlich ist. Nur wird das Harz nicht in Lösemittel gelöst, sondern in Wasser dispergiert. Im Verlauf der offenen Zeit wandert das Wasser langsam ab, das Harz fällt aus und bildet den Fadenzug.

Im Ergebnis zeigt sich ein Kleberbett, in dem ein eingelegter Fertigparkettstab nach 10 Minuten seitlich nicht mehr bewegbar ist. Nach oben kann er allerdings noch herausgenommen und wieder angedrückt werden, ohne dass er an Haftung verliert. Das Kunstharz fließt so lange immer wieder zusammen, wie die offene Zeit dauert - und das sind 20 bis 30 Minuten.

Neben offener Zeit und einer guten Anfangshaftung soll der P 2400 Mehrschichtparkett so "behandeln", dass die schichtverleimten Elemente nicht auseinander reißen. Da Fertigparkett im Aufbau stabilisiert ist und nur noch wenig "arbeitet", ist keine allzu hohe Endfestigkeit nötig. Die liegt beim P 2400 im Bereich elastischer Systeme und erreicht etwa 2 Newton.

Der Verbrauch mit der B 7 Zahnleiste ist mit 700 g/qm geringer als bei Dispersionsklebstoffen. Daraus errechnet Ardex die Wirtschaftlichkeit seines P 2400. Auch der Wassergehalt im Kleber (24 %) spielt bei dieser Auftragsmenge keine größere Rolle als bei Dispersionsklebern.

Verstreichbarkeit und guter Riefenstand fordert der Anwender von einem Parkettkleber. Das ist beim P 2400 gegeben. Der Klebstoff verteilt sich beim Andrücken vollflächig und gleichmäßig unter dem Parkettelement. Viel Bindemittel (Harz) und wenig Füllstoff (30 %) sind sein Rezept. Dadurch fühlt sich die Riefe nach dem Aushärten leicht klebrig an. Das schadet aber nicht. Denn der Verzicht auf Füllstoff hat technische und wegen der geringeren Auftragsmenge auch wirtschaftliche Vorteile.

Keine Einschränkung bekommt der P 2400 in Bezug auf Holzarten und Abmessungen der Parkettelemente. Für die Verlegung ist eine Mindesttemperatur von 15 Grad vorgeschrieben. Die Luftfeuchtigkeit ist nicht entscheidend. Ardex fordert aber eine sorgfältige Untergrundvorbereitung. Die Ebenheit ist ebenso wichtig, wie eine gleichmäßige Saugfähigkeit. Calciumsulfat- und Gussasphaltestriche müssen gespachtelt werden.

Der P 2400 wird für Mosaik- und Hochkantlamellenparkett, nicht aber für Massivparkett freigegeben. Dazu reicht sein Haftzug nicht aus. Hier empfiehlt Ardex weiterhin seinen Pulverparkettklebstoff P 410, der den Bewegungen des Massivholzes ausreichend Kraft gegen Aufschüsselung entgegensetzt.

Vermarktet werden alle Ardex-Kleber ausschließlich über den Fachhandel. Die Gebindegrößen des P 2400 betragen 13 und 18 kg. "Die höhere Ergiebigkeit im Auftrag wiegt den höheren Kilopreis auf", heißt es von Ardex. Diese Botschaft gilt es, dem Parkettleger zu vermitteln. Dann könnte eintreten, was Ardex erhofft: Eine vollständige Verdrängung aller lösemittelhaltigen Kunstharzkleber vom Markt.
aus Parkett Magazin 03/04 (Sortiment)