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Anschuldigungen - Unterstellungen - Wütende Mienen

Heftiger Streit zwischen Berry und Unilin

Die beiden Laminathersteller Unilin und Berry sind nicht nur im heimischen Belgien fast Nachbarn, sie waren auch auf der Domotex mit ihren Ständen Seite an Seite platziert ... und schauten sich argwöhnisch auf die Finger. Heftige Emotionen erzeugte das neue Berry-Produkt "Berry Floor Château". Dessen Laminatpaneele erlauben eine variable Verlegetechnik, zum Beispiel im Fischgrätmuster. Ein solches Muster war auch auf dem Unilin-Stand zu sehen - allerdings zunächst nur als Prototyp. Die marktreife Version soll erst im September kommen.

In Hannover nun befand Unilin, das neue Berry-Produkt verletze seine Rechte nach dem Deutschen Gebrauchsmusterschutz DE 29710175. Sofort wurde eine einstweilige Verfügung beantragt. Der Gerichtsvollzieher kam. "Er beschlagnahmte das Produkt aber nicht, weil die behaupteten Schutzverletzungen nicht nachgewiesen werden konnten", erklärte Berry und schlug zurück. Besucher bekamen fast den Eindruck, es könnte zum Faustduell führender Unternehmensvertreter kommen, doch es blieb bei verbalen Gefechten. Die ärgerlichen Berry-Mienen hatten ihren Grund in der Vermutung, Unilin habe Berry-Paneelen entwendet, um sie dem Gericht als Beweis vorzulegen.

Berry erhob daraufhin Klage gegen die "voreiligen Unterstellungen" des Konkurrenten. Dieser wiederum versuchte es auf der Domotex ein zweites Mal, nun auf der Basis eines anderen Gebrauchsmusterschutzes (DE 29724428). Am Ende konnte Berry seinen Château-Boden trotzdem weiter präsentieren. Die Auseinandersetzung ist deswegen nicht ausgestanden. Neben "rechtlichen Maßnahmen gegen die falschen Anschuldigungen" erwäge man eine Reihe anderer Optionen, gegen die "rufschädigenden Versuche" von Unilin vorzugehen, heißt es bei Berry.

Hinter den andauernden Auseinandersetzungen, glaubt man in der Branche, stehen die Interessen der Lizenznehmer, die ihre Laminatprodukte jeweils mit Berry- oder Unilin-Verbindung vertreiben.
aus BTH Heimtex 02/03 (Wirtschaft)