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Knauf Brio Trockenestrich im Agnes-Haus, Karlsruhe

Bodenaufbau mit hochbelastbarem Leichtgewicht


Das statische System eines bestehenden Gebäudes ist ein Parameter, das den Umfang und die Kosten einer Sanierungsmaßnahme entscheidend mitbestimmt. Maßnahmen zur Sanierung einer Decke und eines Bodens stehen im direkten Zusammenhang des statischen Gesamtgefüges. Bei der Generalsanierung des 1911 erbauten Agnes-Hauses in Karlsruhe, das heute als sozialpädagogische Schule genutzt wird, wirkte sich dieser Zusammenhang auch auf die Sanierung von rund 500 qm Bodenflächen aus. Ziel war es, einen sicheren und zugleich "leichten" Bodenaufbau zu realisieren, der die bei einer Schule anzusetzende Belastbarkeit mit dynamischen Lasten erfüllt. Als ideale Kombination bewährt sich in Karlsruhe der Trockenestrich Knauf Brio, verlegt auf einer Ausgleichsschicht aus Knauf EPO-Leicht. Als gebundene Schüttung verfügt Knauf EPO-Leicht über ein geringes Gewicht und ist bereits nach 24 Stunden begehbar.

"Die vorhandene Statik der Decken und Unterzüge entsprach nicht den heutigen Anforderungen an die Tragfähigkeit der Bausubstanz. Eine Verbesserung der Statik durch Verstärkung bestehender Unterzüge konnte durch nachträglich aufgebrachte hochfeste Kohlefaserlamellen erfolgen. Eine statische Ertüchtigung der zwischen den Unterzügen liegenden Hohlkörper-Deckenfelder schied jedoch auf Grund der Kosten aus. Also galt es, möglichst viel an vorhandenen Lasten zu reduzieren", erläutert Baumeister Rainer Frantz die Entscheidung, den vorgefundenen Zementestrich zu entfernen und durch Knauf Brio Trockenestrich zu ersetzen. Mehr als drei Viertel des ursprünglichen Estrichgewichts konnte so eingespart werden, denn: Im Vergleich zum entfernten Zementestrich auf Sandschüttung, der bis zu 185kg/qm aufwies, bringt der Trockenestrich Knauf Brio 18 bei zweilagiger Verlegung auf einer Ausgleichsmörtelschicht aus Knauf EPO-Leicht lediglich 45 kg/qm. Gussasphalt dagegen hätte mit rund 65 kg/qm veranschlagt werden müssen. Zugleich erfüllt die Ausführung mit Knauf Brio die hohen Anforderungen der DIN18560-2 und der DIN 1055-3. Die Konstruktion bietet bei einer Belastbarkeit von 4 kN/m2 Flächenlast und 3 kN Einzellast zudem das notwendige Maß an Elastizität, um die für Schulräume typische dynamische Beanspruchung der Tragschicht aufzunehmen.

Knauf Brio ist eine formstabile, mechanisch hoch belastbare Gipsfaserplatte mit eingefrästem Stufenfalz, die standardmäßig in 18 mm oder als verstärkte Ausführung in 23 mm Dicke hergestellt wird. Dabei erweist sich das geringe Gewicht in Verbindung mit der Schlankheit der Elemente - eine 18 mm dicke Platte erreicht lediglich 22 kg/qm, eine 23 mm dicke Platte 28 kg/qm - als Vorteil, um die differenzierten Anforderungen im Bereich der Altbaumodernisierung wie Belastbarkeit und Schallschutz erfüllen zu können. Knauf Brio ist nicht brennbar und der Baustoffklasse A1 zugeordnet, so dass Fußbodenaufbauten mit Brandschutz von oben von F30 bis F90 wirkungsvoll erreicht werden. Aber auch für den Neubau bietet der Trockenestrich Knauf Brio enorme Vorteile durch schnelle Montagezeiten. Zudem erfüllen die formstabilen Platten die Qualitätsanforderungen an eine stuhlrollenfeste Oberfläche, ohne dass zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind. Mit einer guten Wärmeleitfähigkeit sind Knauf Brio-Elemente F126 für Bodenkonstruktionen mit Fußbodenheizung geeignet.

Das neue Knauf Trockenestrich-Programm beinhaltet zudem drei unterschiedlich aufgebaute Brio-Verbundelemente F127. Kaschiert mit Dämmschichten aus 10 mm Holzfaser (WF) bzw. 20 mm Styropor (EPS) bieten diese ideale Basiswerte für die Trittschall- bzw. Wärmedämmung. Ob in Schulen, Bürogebäuden, Hotels, Kinos, Ausstellungsflächen, Warenhäusern oder im Wohnungsbau - mit dem Brio Trockenestrich-Programm kann der Planer den optimierten Bodenaufbau konzipieren, der Nutzung und dem Untergrund entsprechend. Die für die Planung notwendigen Werte für die Trittschallminderung auf Massivdecken sowie Richtwerte für den Trittschallschutz auf Holzbalkendecken hat Knauf für unterschiedliche Konstruktionsaufbauten geprüft und dokumentiert. Dabei berücksichtigt sind diverse Ausführungsempfehlungen für den Höhenausgleich des Untergrunds. Je nach Erfordernis kann dieser mit Knauf Nivellier- oder Fließspachtel oder Knauf Nivellier- oder Dünnestrich erfolgen. Für den Ausgleich größerer Höhenunterschiede eignen sich die Knauf Trockenschüttung PA, Holzfaser- bzw. Mineralwolle-Dämmplatten, EPS-Platten oder der Ausgleichsmörtel Knauf EPO-Leicht.

Bei der Sanierung der Böden im Agnes-Haus in Karlsruhe wurden die Unebenheiten, die durch den Ausbruch des Estrichs entstanden waren, mit EPO-Leicht ausgeglichen. Der schnell abbindende Ausgleichsmörtel erwies sich dabei sowohl für den Bauablauf als auch für die bautechnischen und bauphysikalischen Anforderungen als ideal. EPO-Leicht enthält kein Wasser, dadurch können Nachfolgearbeiten unmittelbar nach Erreichen der Begehbarkeit (ca. 24 Stunden nach der Verarbeitung) fortgesetzt werden. Auch weist die Ausgleichsschicht mit einer Rohdichte von 200 kg/m3 ein geringes Gewicht auf, nimmt aber dennoch bereits nach wenigen Tagen in Verbindung mit zwei Lagen Brio eine Flächenlast von 5 kN/m2 und eine Einzellast von 4 kN auf. "EPO-Leicht ist die ideale Ausgleichsschicht für eine hohe dynamische Beanspruchung, wie sie bei einer Nutzung als Schule gefordert ist", erläutert Joachim Blania, dessen Montageunternehmen die Sanierung der Böden ausgeführt hat. Im Agnes-Haus schwankt die Dicke der Ausgleichsschicht zwischen 20 bis 70mm.

Nach Abdecken der Ausgleichsschicht mit einem dünnen Vlies konnte mit der Verlegung der Brio-Elemente begonnen werden. "Der eingefräste Stufenfalz erleichtert die Verlegung und garantiert eine sichere und passgenaue Verbindung der einzelnen Platten untereinander", betont Joachim Blania. Für die zweilagige Verlegung der 18 mm dicken Brio-Elemente galt es für seine Monteure darauf zu achten, dass die durchlaufenden Fugen der oberen und unteren Lage um mindestens 20cm versetzt werden. Im Stufenfalz sind die einzelnen Elemente miteinander verklebt und mit Klammern fixiert worden, um eine feste starre Verbindung in der Fläche zu erreichen. Da als Oberbelag Linoleum vorgesehen ist, werden die Plattenstöße mit Knauf Uniflott gespachtelt. Anschließend wird die Oberfläche des Brio Trockenestrichs mit Estrichgrund grundiert und mit Knauf Nivellierspachtel 415 überzogen. Für die Treppenaufgänge wurde der gleiche Fußbodenaufbau gewählt.

Geringes Gewicht, minimale Aufbauhöhe und eine hohe mechanische Belastbarkeit und dynamische Beanspruchung waren die entscheidenden Parameter für die Sanierung der Böden im Agnes-Haus. Mit dem Konstruktionsaufbau Brio 18 + Brio 18 auf EPO-Leicht konnten Architekt und Fachunternehmen diese Anforderungen effektiv und praxisnah lösen.


Objekt-Telegramm

Objekt: Schule Agnes-Haus, Karlsruhe
Bauherr: Erzdiözese Freiburg
Planung: Rainer Frantz, Bautechnisches Büro, Pfinztal
Verleger: Montageunternehmen Joachim Blania, Weingarten
Bodenaufbau:
- gebundene Schüttung Knauf EPO-Leicht
- Trockenestrich Knauf Brio
Umfang: 500 qm
Beratung: Franz Schleier und Armin Zahs, Knauf Gips KG

Trockenestrich-Info:
Knauf Gips
Tel.: 09323/31-0
Fax: 09323/31-277
aus FussbodenTechnik 04/06 (Referenz)